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Flugobjekt über Radebeul

Als Abschlussprojekt wollen Pharmakanten Daten übers Wetter sammeln. Dafür schicken sie einen Ballon auf Reise.

Letzte Vorbereitungen vor dem Start: Toni Geiling hält die bunte Styroporkiste, in der die Messtechnik steckt, in der Hand. Diese wird an dem Wetterballon befestigt und hebt ab.
Letzte Vorbereitungen vor dem Start: Toni Geiling hält die bunte Styroporkiste, in der die Messtechnik steckt, in der Hand. Diese wird an dem Wetterballon befestigt und hebt ab. © Silvio Kuhnert

Radebeul. Anfangs gleicht die weiße Kautschukhülle einem Kissenbelag. Schlaff liegt sie in den Händen der Pharmakanten am Berufsschulzentrum in Radebeul. Mit Helium befüllt, nimmt sie die rundliche Gestalt eines Ballons an. Dann befestigen die Berufsschüler eine bunt bemalte Styroporkiste daran und lassen das Flugobjekt steigen.

Fünf bis sechs Meter pro Sekunde entschwebt der Ballon in den regenwolkenbehangenen Himmel über der Lößnitzstadt. Bis zu 36 Kilometer hoch kann er fliegen. Bestückt ist die Styroporkiste mit Messgeräten für Temperatur und Luftdruck. Sensoren dienen der Höhen- und Standortbestimmung. Eine Kamera zeichnet den Flug auf.

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„Es handelt sich um einen Wetterballon“, klärt Toni Geiling auf. Er ist einer von 14 Pharmakanten der Klasse 2017. Die Auszubildenden lernen die großindustrielle Herstellung von Arzneimitteln, und ihre Zeit an der Berufsschule in Radebeul neigt sich dem Ende zu. Nur noch zwei Wochen drücken sie die Schulbank. Im Dezember steht die theoretische, im Februar nächsten Jahres die praktische Prüfung an. Dann haben sie ihre 2017 begonnene Ausbildung beendet. Beim Wetterballon handelt es sich sozusagen um ihr Abschlussprojekt an der Schule. Die gesammelten Daten werten sie nach dem Ende des Fluges aus.

Wetterballon fliegt in Richtung Altenberg.

Von Radebeul aus bewegt sich der Ballon in Richtung tschechischer Grenze. „Das haben wir über einen Flugroutenberechner ermittelt“, berichtet Geiling. Nach etwa zweieinhalb Stunden platzt der Ballon. An einem Fallschirm befestigt, kehrt die Kiste mit der Technik in rund einer halben Stunde langsam zur Erde zurück. Bei Altenberg müsste diese laut Berechnung landen. Über einen GPS-Sender können die Berufsschüler sie orten und bergen.

Die Idee zum Wetterballon hatte bereits der vorherige Pharmakanten-Jahrgang. Doch Anmeldung und Genehmigung bei der Luftfahrtbehörde sowie der Abschluss erforderlicher Versicherungen nahmen mehr Zeit in Anspruch als gedacht. Dann kam Corona. Die Pharmakanten-Klasse 2017 hat mit Unterstützung der Berufsschule sowie des Schulfördervereins das Projekt nun realisieren können.

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