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Fotografen in Villengebieten unterwegs

Zum Schutz des Stadtbildes von Ober- und Niederlößnitz will Radebeul Bau- und Gestaltungsvorgaben machen. Dafür ist eine Analyse aller Häuser notwendig.

Die Villengebiete mit großzügigen Grundstücken prägen den Charakter Radebeuls oberhalb der Meißner Straße.
Die Villengebiete mit großzügigen Grundstücken prägen den Charakter Radebeuls oberhalb der Meißner Straße. © Norbert Millauer

Radebeul. Mit Fotoapparat ausgestattet, sind derzeit zwei Mitarbeiter der Bürogemeinschaft freier Architekten Dr. Braun & Barth in Radebeul unterwegs. Bis zu sechs Bilder knipsen sie von jedem Haus in den Villengebieten Nieder- und Oberlößnitz. Insgesamt rund 2.500 Objekte nehmen sie ins Visier. Die Fotodokumentation diene dem Erstellen der Erhaltungssatzung, klärt Barbara Braun, Architektin für Stadtplanung, auf.

Um den Charakter Radebeuls als Garten- und Villenstadt zu schützen, möchte der Stadtrat eine sogenannte Erhaltungssatzung für die beiden Stadtteile auf den Weg bringen. Mit ihr sollen Bau- und Gestaltungsvorgaben oberhalb der Meißner Straße zwischen Gleisschleife in Radebeul-Ost und Schloss Wackerbarth festgelegt werden. Um diese definieren zu können, ist eine umfassende Ortsbildanalyse in dem rund 400 Hektar großen Gebiet erforderlich. Hierfür müssen bei den Gebäuden Gemeinsamkeiten bei Größe, Kubatur, Architektur und Formensprache sowie Stilelementen und Dachgestaltung herausgefiltert und dokumentiert werden. Mit der Aufgabe ist das Architekturbüro von Barbara Braun beauftragt.

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Fotodokumentation im Winter und Frühsommer

Zwei Mitarbeiter schießen die Fotos. Ein Mann ist in Oberlößnitz unterwegs, eine Frau in Niederlößnitz. Bereits ein Drittel der Häuser haben sie im Bild festgehalten. Den Rest wollen sie bis kommenden März 2021 fotografieren. Für die Analyse sind zum einen Bilder von der Straßenflucht notwendig. Hier ist von Interesse, wie weit jedes Gebäude von der Straße entfernt liegt beziehungsweise wie groß der Vorgarten ist und ob die Häuser an einer Straße eine einheitliche Baulinie bilden. Zum anderen werden von jedem Gebäude selbst Fotos gemacht, um unter anderem die Anzahl der Geschosse und die Form der Sockel festzustellen.

Damit nicht das Laub der Bäume die Sicht auf die Gebäude verstellt, sind die Mitarbeiter jetzt in der kalten Jahreszeit unterwegs. Im Mai und Juni 2021 machen sie sich noch einmal auf den Weg, um an ausgewählten Orten auch das Grün, unter anderem in Vorgärten, bildlich festzuhalten. Die Ergebnisse der Ortsbildanalyse sollen im Jahr 2022 vorliegen.

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Die Stadtverwaltung bittet um Verständnis und Unterstützung der Fotodokumentation. Für Fragen von Bürgern stehen im Rathaus, Sachgebiet Stadtplanung, Sixten Menger, unter Telefon 0351 8311952 und bei der Bürogemeinschaft Dr. Braun & Barth, Susan Teichert, unter der Rufnummer 0351 4279730 gern zur Verfügung.

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