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Für junge Artisten und stachlige Gesellen voten

Der Kinder- und Jugendzirkus Sanro sowie die Igelhilfe aus Radebeul sind für den Deutschen Engagementpreis nominiert. Sie benötigen nun jede Stimme.

In der Turnhalle am Mohrenhaus kommen Kinder und Jugendliche mehrmals wöchentlich zusammen. Sie lernen Kunststücke für den Zirkus Sanro.
In der Turnhalle am Mohrenhaus kommen Kinder und Jugendliche mehrmals wöchentlich zusammen. Sie lernen Kunststücke für den Zirkus Sanro. © Arvid Müller

Radebeul. Balanceakt auf Leiter oder Einrad, Jonglieren mit Reifen oder Diabolo (Doppel-Kugelhalbschalen), Akrobatiknummern und vieles mehr – nach langer Pause ist der Trainingsbetrieb beim Kinder- und Jugendzirkus Sanro wieder gestartet. „Hier kann jedes Kind mitmachen, ob dünn oder dick, ob mit oder ohne Beeinträchtigung“, sagt Reingard Piel, Geschäftsführerin des Ortsverbands Radebeul des Deutschen Kinderschutzbundes. Daher steht vor dem Namen Sanro auch das Wort inklusiver Kinder- und Jugendzirkus.

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Bei dem seit 2004 bestehenden Projekt des Radebeuler Kinderschutzbundes spielen soziale Herkunft, körperliche oder geistige Einschränkungen, Alter, Geschlecht, Hautfarbe oder Religion keine Rolle. Bewegung und Chancengleichheit werden hier groß geschrieben. Mit fünf Mädchen und Jungen ist der Zirkus in Radebeul gestartet. Jetzt machen 100 Kinder im Alter von drei bis 20 Jahren mit. „Bei uns können Mädchen und Jungen alles lernen, was Zirkus zu bieten hat, außer der Arbeit mit Tieren“, sagt Cheftrainerin Christina Piel.

Drei Auftritte geplant

Auf drei große Vorstellungen arbeiten die jungen Nachwuchskünstler aktuell hin. Viermal die Woche kommen sie in fünf Trainingsgruppen zusammen, um sich auf ihre Auftritte bei den Veranstaltungen Rudern gegen Krebs Anfang Oktober, Halloween im Zoo Ende Oktober sowie dem Adventszirkus am 11. Dezember vorzubereiten. Unter Anleitung von sechs Trainern lernen sie in der Turnhalle beim Mohrenhaus unter anderem Jonglage mit Ringen, Keulen und Bällen, Clownerie sowie Balancenummern. In der Sporthalle des Gymnasiums Luisenstift steht Luftakrobatik auf dem Übungsprogramm. Ballettlehrer aus Dresden helfen bei der Choreographie.

Jedes Kind kann sein Gerät für die Kunststücke selbst wählen. Auch wenn bei den Nummern auf Anspruch und Qualität geachtet wird, sollen diese nicht zu einer Qual für die Kinder werden. Ein Purzelbaum findet die gleiche Berechtigung im Programm wie Salto in luftiger Höhe am Trapez oder Looping auf dem Trampolin. Spielerisch lernen die jungen Künstler Selbstbewusstsein und den Respekt vor anderen sowie Sekundärtugenden wie Pünktlichkeit, Fleiß, Leistungsbereitschaft und Durchhaltewillen. Auf Nachfrage gibt der Zirkus Sanro Vorstellungen, er arbeitet aber nicht kommerziell.

Preisgeld winkt für Stimmensieger

Als Anerkennung für diese Arbeit gab es im vorigen Jahr einen Kinderschutzpreis der Hansemerkur. Das Versicherungsunternehmen hat den Radebeuler Ortsverband des Deutschen Kinderschutzbundes mit dem Kinder- und Jugendzirkus Sanro für den diesjährigen Deutschen Engagementpreis nominiert. Insgesamt gibt es deutschlandweit rund 400 Vorschläge. All diese haben die Chance in fünf Kategorien zu gewinnen. Das Preisgeld bei den Jurypreisen beträgt 5.000 Euro.

Die Igelhilfe Radebeul päppelt kranke, verletzte und schwache Stachler wieder auf. Blinde Igel wie Uli finden in der Station in Lindenau für immer ein Obdach im Freigehege.
Die Igelhilfe Radebeul päppelt kranke, verletzte und schwache Stachler wieder auf. Blinde Igel wie Uli finden in der Station in Lindenau für immer ein Obdach im Freigehege. © Arvid Müller

Darüber hinaus gibt es den Publikumspreis. Der Nominierte, der die meisten Stimmen auf sich vereinen kann, dem winken 10.000 Euro als Preisgeld. Das Voting läuft seit voriger Woche und geht noch bis zum 20. Oktober dieses Jahres.

Mit dem Preis wird freiwilliges Engagement gewürdigt. Der Kinderzirkus Sanro ist nicht der einzige Kandidat aus der Lößnitzstadt. Unter den diesjährigen Nominierten ist auch die Igelhilfe Radebeul.

Neue Gehege für die Stachler

Bei dieser Initiative handelt es sich um eine Arbeitsgruppe „Wildtiere in Not“ beim Naturschutzbund (NABU) Dresden und Umgebung. Sie wurde im April 2016 von Cornelia Schicke gegründet. Mit rund 20 freiwilligen Helfern betreibt sie eine Igelstation am Steinbergweg in Radebeul-Lindenau. Verletzte, erkrankte oder untergewichtige Igel werden dort intensiv betreut und, wenn nötig, medizinisch versorgt. Voriges Jahr nahmen die Igelfreunde 1.000 Stachler bei sich auf. Zudem pflegen sie Waisenkinder, um sie für ein Leben in Freiheit großzuziehen.

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Bis 20. Oktober 2021 Abstimmung unter www.deutscher-engagementpreis.de

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