SZ + Radebeul
Merken

Wo Passanten in Radebeul sicherer und besser laufen können

Auch im Jahr 2021 hat die Lößnitzstadt Fußwege saniert. Ob die Verwaltung auch wirklich den Auftrag im vollen Umfang erfüllt, wollten zwei Stadträte wissen.

Von Silvio Kuhnert
 4 Min.
Teilen
Folgen
Der Fußweg an der Karl-Marx-Straße in Radebeul-Ost kann sich sehen lassen. In diesem Jahr ließ die Stadt neues Pflaster verlegen. Der Bürgersteig war zuvor von Stolperfallen übersät.
Der Fußweg an der Karl-Marx-Straße in Radebeul-Ost kann sich sehen lassen. In diesem Jahr ließ die Stadt neues Pflaster verlegen. Der Bürgersteig war zuvor von Stolperfallen übersät. © Arvid Müller

Radebeul. Über 1,9 Kilometer Gehweg hat die Stadt Radebeul im Jahr 2021 komplett saniert oder neu gebaut. Hinzu kommen fast 600 Meter, auf denen das Pflaster oder die Wegedecke instand gesetzt wurden. Diese Bilanz hat Oliver Lange, Sachgebietsleiter Straßenbau im Rathaus, auf der jüngsten Bauausschusssitzung gezogen.

In der Lößnitzstadt ist es zum Jahresende Brauch, dass die Verwaltung darüber berichtet, wo sich die Gegebenheiten für Passanten im Stadtgebiet verbessert haben. Denn in puncto Bürgersteige gibt es einen Sanierungsstau. Um diesen abzubauen, nahm die Stadt in diesem Jahr rund 643.000 Euro in die Hand. Weitere 25.000 Euro wurden für kleinere Reparaturen verwendet, wie zum Beispiel an der Hermann-Ilgen-Straße gegenüber dem Sparkassengebäude, wo ein Stück Gehweg eingebrochen war, wie Lange informierte.

280.000 Euro für 145 Meter Bürgersteig

Mit 650 Metern ist der neue Fußweg an der Meißner Straße in Zitzschewig das längste Bauvorhaben des Gehwegprogramms in diesem Jahr. Mit dem grundhaften Ausbau der Schwarzdecke zwischen Gerhart-Hauptmann-Straße und Spitzgrundweg ließ die Stadtverwaltung gleichzeitig an beiden Fahrbahnrändern den Weg für Fußgänger zum Löma-Center sicherer machen. Gehwege fehlten hier bislang fast ganz.

Mit rund 280.000 Euro für 145 Meter Bürgersteig ist die neue Pflasterstrecke an der Ostseite der Bahnhofstraße zwischen Meißner und Harmoniestraße das teuerste Projekt in diesem Jahr. Der Gehweg liegt im Sanierungsgebiet Zentrum von Radebeul-West. Für die Finanzierung verwendet die Stadt Mittel aus dem Fördertopf.

Vor der Sanierung war der Fußweg an der Karl-Marx-Straße in einem desolaten Zustand. Er gehörte zu einem der schlechtesten Bürgersteige im Stadtgebiet mit vielen Unebenheiten und kaputter Wegedecke.
Vor der Sanierung war der Fußweg an der Karl-Marx-Straße in einem desolaten Zustand. Er gehörte zu einem der schlechtesten Bürgersteige im Stadtgebiet mit vielen Unebenheiten und kaputter Wegedecke. © Arvid Müller

Das rief eine Nachfrage von Stadträtin Eva-Maria Schindler (Freie Wähler) hervor. Denn das Vorhaben gehört zum Sanierungsprogramm in West, ist also ein eigenes Investitionsprojekt, taucht jedoch bei der Bilanz in der Liste der grundhaften Baumaßnahmen an Gehwegen auf. Hierfür flossen aus dem Stadtsäckel insgesamt 340.000 Euro. Nach Abzug der Summe für den Gehweg an der Bahnhofstraße bleiben unterm Strich 60.000 Euro für die Gehwegsanierung in diesem Jahr stehen. Der Stadtrat hat jedoch im November 2017 beschlossen, dass jährlich 150.000 Euro dafür aufgebracht werden. Daran erinnerte Schindler und hakte nach, warum 90.000 Euro hier fehlen.

Baufirmen stehen nicht Schlange

"Wir hatten in diesem Jahr ursprünglich vor, einen größeren Abschnitt an der Winzerstraße instand zu setzen", berichtete Lange. In zwei Abschnitte ist das Bauvorhaben aufgeteilt. Auf 180 Meter Länge sind zuerst Bauarbeiten zwischen Bor- und Heinrich-Zille-Straße geplant. Danach wird fast 100 Meter Gehweg von der Heinrich-Zille-Straße bis zur Zillerstraße auf Vordermann gebracht.

Für solche kleineren Aufträge stehen Baufirmen nicht Schlange. Denn zum einen sind sie mit Arbeit gut ausgelastet, da Straßen überall gebaut werden. Zum anderen verschont die Pandemie auch die Bauunternehmen nicht, und es kommt zu Krankschreibungen oder Quarantäne von Mitarbeitern. Daher gelang es dem Straßenbauamt nicht mehr, für den Herbst einen Betrieb zu finden. "Die Winzerstraße nehmen wir nun im nächsten Jahr in Angriff", kündigte Lange an. Für rund 80.000 Euro wurde der Bauauftrag bereits vergeben.

Ob die Stadtverwaltung, wie vom Stadtparlament beschlossen, jährlich 150.000 Euro für das Sanieren von Gehwegen aufbringt, wollte auch Stadtrat Oliver von Gregory (Bürgerforum/Grüne) per schriftlicher Anfrage wissen. Nachdem der Bauausschuss im Mai 2018 die Prioritätenliste verabschiedet hatte, wurden im selben Jahr noch 100.100 Euro in das Fußwegenetz investiert. 2019 waren es rund 153.900 Euro und 2020 in Summe 163.000 Euro, wie Oberbürgermeister Bert Wendsche (parteilos) in seiner Antwort aufgelistet hat. In diesem Jahr ließ die Lößnitzstadt Gehwege unter anderem an der Karl-Marx-Straße zwischen August-Bebel-Straße und Goethestraße (400 Meter), auf dem Körnerweg Höhe Borstraße (35 Meter) und an der Südstraße, Ecke Kötzschenbrodaer Straße (30 Meter) instand setzen.