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Graue Staubwolken am Kreyernweg

Anwohner beschweren sich bei der Stadt über die Zufahrt zum Bestattungswald in Lindenau. Ihre Gärten und Fahrzeuge sind ständig verdreckt.

Viel Staubentwicklung bei fast jedem Fahrzeug auf
dem Kreyernweg
in Radebeul-Lindenau.
Viel Staubentwicklung bei fast jedem Fahrzeug auf dem Kreyernweg in Radebeul-Lindenau. © Arvid Müller

Man muss keinen besonders trockenen Tag abwarten. Die Staubwolken sind deutlich zu sehen. Wer auf diesem Stück auf dem Kreyernweg in Radebeul-Lindenau fährt, sollte sein Auto möglichst nicht gerade gewaschen haben. Graue Steinstaubwolken werden schon bei etwas mehr als Schrittgeschwindigkeit aufgewirbelt.

„Wenn nur der geringste Luftzug weht, dann trägt dieser den Dreck in unsere Gärten und an unsere Hausfassaden“, sagt Helmut Nitzsche. Er wohnt mit seiner Familie und weiteren Anwohnern in einem der letzten Häuser vor den Pferdekoppeln. Nitzsche zeigt auf die Büsche und Blumen im Garten und entlang des Kreyernweges. Alles ist von einer grauen Schicht bedeckt.

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Das Problem mit der Staubentwicklung gibt es schon länger, seit der graue Schotter auf dem Weg aufgebracht worden ist. Allerdings habe es zugenommen mit dem wachsenden Verkehr zum Parkplatz für den Bestattungswald. Nitzsche: „Ich verstehe auch nicht, warum hier Schotter verwendet wird, den Autoreifen immer wieder regelrecht zu Mehl zermahlen, womit ja der Staub sogar noch zunimmt.“

In den letzten beiden Jahren haben sich die Anwohner wiederholt bei der Stadt beschwert und um Abhilfe gebeten. Die Antworten waren ernüchternd, sagen die Beschwerdeführer. Lediglich die Geschwindigkeit sei von vorher 30 km/h auf jetzt 20 km/h reduziert worden. Aber erstens halte sich kaum jemand daran und zweitens reiche schon Fußgängertempo aus, um den Staub aufzuwirbeln.

Deshalb habe man sich jetzt an die SZ gewandt. Die erneute Anfrage beim Bauamt der Stadt auf Veränderung, eventuell auch mit der nächsten Ausbesserung der dort vorhandenen Schlaglöcher, traf vor wenigen Tagen ein.

Aus dem Rathaus heißt es: Die Flächen rund um den Kreyernweg sind gemäß Flächennutzungsplan der Stadt Radebeul als Wald- und Landwirtschaftsflächen ausgewiesen und werden als solche genutzt. Der Kreyernweg erfüllt im betreffenden Bereich die Funktion eines landwirtschaftlichen Weges und dient in dieser Funktion auch der Andienung des Friedewaldes. Die bestehende ungebundene Wegebefestigung entspricht den gängigen Regeln der Technik für einen landwirtschaftlichen Weg.

Und weiter schreibt das Bauamt: Der Kreyernweg wird im Rahmen unserer turnusmäßigen Kontrollfahrten regelmäßig inspiziert. Dabei wird insbesondere Augenmerk auf die Staubentwicklung gelegt. Bei unseren Fahrten konnte keine übermäßige Staubentwicklung registriert werden, obwohl diese teilweise auch in Phasen längerer Trockenheit erfolgten. Von den Befahrungen wurden Videoaufzeichnungen durchgeführt. Den Anliegern wurde die Einsichtnahme in diese Aufzeichnungen angeboten. Leider wurde von diesem Angebot bislang kein Gebrauch gemacht. Wir sind uns bewusst, dass vor allem in den trockenen Sommermonaten, erhöhte Staubbelastungen zu erwarten sind. Dies ist jedoch aufgrund der Bauweise bei sämtlichen wassergebundenen Wegedecken der Fall. Von einem dauerhaften Zustand kann nicht gesprochen werden.

Und auf die Frage, ob denn nicht die jetzigen Schäden ausgebessert werden könnten, mit einem weniger Staub entwickelndem Schotter oder Belag, heißt es: Die derzeitigen Schäden in der Wegeoberfläche sind im Zusammenhang mit Bauarbeiten und damit verbundenen Schwertransporten zu sehen. Die Schäden werden regelmäßig kontrolliert und stellen aktuell keine Beeinträchtigung der Verkehrssicherheit dar. Im Anschluss an die Baumaßnahme werden die Schäden behoben. Mit dem Betreiber des Bestattungswaldes stehe die Stadt in regelmäßigen Kontakt. Er habe zugesichert, all seine Transporte zur Einhaltung einer angemessenen Geschwindigkeit zu sensibilisieren.

Zudem sei festgelegt worden, in einer gemeinsamen Maßnahme größere Pflanzkübel zur Verkehrsberuhigung beidseitig versetzt auf dem Weg zu errichten. Dies solle ebenfalls im Anschluss an die derzeitig noch laufenden Baumaßnahmen im Wald erfolgen.

Daniel von Sachsen, Betreiber des Bestattungswaldes und das dazugehörigen Parkplatzes, sagt auf SZ-Nachfrage, dass der Feinstaub im Belag notwendig sei, um den Untergrund zu festigen. Schotter allein würde von den Fahrzeugreifen in die Breite gedrückt und der Weg sich in die Wiesen erweitern, was nicht gewollt sei. Sein Parkplatz habe sich inzwischen rumgesprochen und werde auch von vielen Wanderern genutzt, die gar nicht wegen des Bestattungswaldes kommen.

Außerdem, so von Sachsen, wisse er, dass die Schlaglöcher durch Geschwindigkeit und nicht hohe Tonnage entstehen. Deshalb sollten sie vorerst belassen werden, damit langsamer gefahren wird. Daniel von Sachsen: „Die Überlegungen, eine andere Deckschicht aufzubringen, gibt es schon. Wenn dies in Abstimmung mit der Stadt passiert, sollen anschließend Pflanzkübel ähnlich der Schulstraße in Moritzburg aufgestellt und von uns auch unterhalten werden.“ Das Ganze müsse sich in die Landschaft einfügen und solle die Geschwindigkeit weiter drosseln.

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