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Großalarm in Moritzburg

52 Einsatzkräfte des Technischen Hilfswerkes trainierten am Samstag in der alten Grundschule.

© Roland Halkasch

Von Julian Wolf

Es ist ein grauer und kalter Samstagmorgen in Moritzburg. Leichter Nieselregen zieht über die alte Grundschule auf der Schulstraße hinweg. Die Fensterscheiben des verlassenen Gebäudes sind beschlagen, einige Anwohner gehen spazieren. Ab 8 Uhr rollen plötzlich mehrere Einsatzfahrzeuge des Technischen Hilfswerkes, kurz THW, an. Eine Schulklasse habe sich von einer Nachtwanderung nicht zurückgemeldet. Zehn weitere Personen werden vermisst. Sie sollen in der alten Schule feststecken. Ein Großalarm geht durch das THW. Dass es sich hierbei um eine Übung handelt, weiß bislang noch keiner.

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52 Kameraden treffen insgesamt bis 9 Uhr ein. Aus Riesa, Radebeul, Dresden, Dippoldiswalde, Görlitz und Kamenz kommen sie in voller Montur. Sie wurden alle per App alarmiert. Die meisten Kameraden wollten zur „FLORIAN“ nach Dresden fahren. Eine Fachmesse für Feuerwehr-, Zivil- und Katastrophenschutz. Doch plötzlich ändert sich der Plan. Man sieht Leute an den Fenstern im Inneren der Schule stehen. Rauch steigt im Gebäude auf. Einsatzleiter Marcel Keßner gibt Anweisungen und ordert Spezialausrüstung.

Ein Teleskoplader fährt zum Einsatzort. Dieser kann schwere Gegenstände verschieben. Ein Container blockiert den Eingang zur Schule und wird beseitigt. Werkzeuge zur Bearbeitung von schwerem Gestein werden abgeladen. Im Inneren des Gebäudes sind einige Zugänge blockiert und von den Einsatzkräften kaum zu erreichen. Kameraden aus Radebeul erledigen Wanddurchbrüche mit Aufbruch- und Bohrhämmern. Ein nächstes Problem. In den oberen beiden Etagen stecken Leute fest. Das Treppenhaus ist unzugänglich. Während die Radebeuler im Erdgeschoss tatkräftig versuchen, Leute zu bergen, muss das Team aus Riesa ein Eingangsgerüstsystem errichten. Dieses ist ein klassisches Baugerüst und verschafft den Einsatzkräften Zugang zu den Fenstern in den oberen Etagen.

© Roland Halkasch
© Roland Halkasch
© Roland Halkasch
© Roland Halkasch
© Roland Halkasch
© Roland Halkasch
© Roland Halkasch
© Roland Halkasch
© Roland Halkasch
© Roland Halkasch

Inzwischen ist das Technische Hilfswerk schon anderthalb Stunden im Einsatz und vier Personen konnten geborgen werden. Der Rauch verdichtet sich und die Chance auf einen Großbrand im Gebäude wird größer. Das Schulgebäude könnte einsturzgefährdet sein. Ein Absturzsystem aus Holz trifft aus Dresden ein. Es ist wie ein externes Fachwerk an der Fassade und soll einzelne Gebäudeteile kräftigen. So weit, so gut. Jetzt kommt das THW Dippoldiswalde ins Spiel. Sie haben einen eigenen Drohnen-Trupp zur Verfügung, um die vermisste Schulklasse zu suchen und werden fündig. Auch verschüttete Personen im Gebäude wurden inzwischen geborgen. Bis 15 Uhr war das THW im Einsatz und mit dem Eintreffen des Übungsfahrzeuges ist klar, hierbei handelte es sich um eine Trainingseinheit.

Lukas Nebel, Beauftragter für Öffentlichkeitsarbeit des THW, ist zufrieden. Obwohl die Übung gleichermaßen körperlich wie auch psychisch sehr stressintensiv ist, erledigten seine Kollegen eine ausgezeichnete Arbeit „Es lief ideal und auch das alte Schulgebäude eignet sich super für unser Training“, berichtet Nebel. „Die Stadtverwaltung hat es uns genehmigt Gebäudeteile zu zerstören. Das ist selten. 2017 durften wir hier schon proben und auch Wände zerstören. Das macht das Training sehr real“. 

Rund ein Drittel der Einsatzkräfte aus Radebeul und Riesa waren an dem Samstag mit dabei. „170 Kameraden haben wir in den beiden Städten in verschiedenen Einheiten. Wir freuen uns aber immer über neue Helfer und spannende Einsätze.“ Spannend war das Wochenende für das THW auf jeden Fall. Die Vorbereitung für einen Ernstfall ist gelungen.

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