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Grundschulen mit Tablets ausgerüstet

Mit Verspätung ist digitale Technik für den Fernunterricht in Radebeul eingetroffen.

Symbolfoto
Symbolfoto © Marijan Murat/dpa

Radebeul. „Was lange währt, wird endlich gut“, hieß es am Mittwoch aus dem Radebeuler Rathaus. Nach wochenlangen Lieferschwierigkeiten seitens des Herstellers konnten nun insgesamt 88 IPads an die Grundschulen der Lößnitzstadt übergeben werden. Diese sollen bedürftigen Schülern zur Verfügung gestellt werden, um ihnen die Teilhabe am digitalen Unterricht zu ermöglichen.

„Jede Grundschule hat darüber hinaus einen Tablet-Koffer erhalten, in welchem 16 Geräte gleichzeitig geladen werden können“, teilte Daniela Bollmann, Amtsleiterin Zentrale Leitstelle, mit. Die Geräte werden über ein zentrales Mobile-Device-Management System (MDM) verwaltet. Die Lehrer und PITKOs (Pädagogische IT-Koordinatoren) in den Schulen erhalten für den richtigen Umgang mit den Geräten noch eine Online-Schulung.

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Stadträte fragten bereits nach

Wann die Geräte endlich in Radebeul angeliefert werden, hat seit Ende vorigen Jahres immer wieder zu Fragen von Stadträten in Ausschüssen und Ratssitzungen geführt. Denn die Stadtverwaltung hat Ende Juli vorigen Jahres einen Antrag auf Fördermittel aus dem Programm „Zusatz zur Verwaltungsvereinbarung DigitalPakt Schule 2019 bis 2024“ gestellt. Der bewilligte Bescheid in Höhe von 180.000 Euro traf am 6. August 2020 im Rathaus ein. Nach Absprache mit den fünf Grundschulen, zwei Oberschulen und den beiden Gymnasien hat die Verwaltung insgesamt 150 Notebooks und 88 Tablets samt Zubehör bestellt. Der geplante Liefertermin am 30. November 2020 war geplatzt. Auch die neu angekündigten Termine wurden nicht eingehalten. Die Stadtverwaltung wurde immer wieder aufs Neue vertröstet.

Daraufhin gab es Kritik von der Stadtratsfraktion Bürgerforum/Grüne/SPD. „Es ist bedauerlich, dass es der Stadtverwaltung in vier Monaten nicht gelungen ist, die Laptops und IPads rechtzeitig zu beschaffen“, so Fraktionschefin Eva Oehmichen. Betroffen seien davon die bedürftigen Schüler gewesen, die im zweiten Lockdown ohne entsprechende Leihgeräte bislang nicht am Fernunterricht teilnehmen konnten und damit in ihren Bildungschancen weiter benachteiligt würden. Das Fraktionsbündnis monierte zudem, dass wegen des geplatzten ersten Liefertermins die Fördermittel wieder zurückgegeben werden mussten. Wie die Stadtratsfraktion mitteilte, habe im Juli vorigen Jahres das Land Sachsen den Schulträgern rund 28 Millionen Euro zur Beschaffung von Laptops und Tablets bereitgestellt.

Globale Lieferschwierigkeiten

Die Stadt hat die Technik über den Zweckverband Kommunale Informationsverarbeitung Sachsen (KISA) beschafft. „Aufgrund der anhaltenden Corona-Situation und dem damit verbundenen zunehmenden Bedarf an mobilen Endgeräten, zusätzlich nun noch verstärkt durch dieses Förderprogramm, da alle kommunalen Schulträger diese Gelder bekommen haben, kam es zu globalen Lieferschwierigkeiten der Technik“, heißt es in einer schriftlichen Anfrage des grün-roten Fraktionsbündnisses. Auch hinsichtlich der Finanzmittel habe der Fördermittelgeber auf die Lieferengpässe reagiert und den Bewilligungszeitraum bis Ende April dieses Jahres verlängert.

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