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Jubiläumswochenende: 75 Jahre Kurrende in der Lutherkirche

Kinder singen seit Jahrzehnten zu den Gottesdiensten in der Radebeuler Lutherkirche. Zu einem Wiedersehen kommt es beim Gemeindefest.

Kirchenmusikdirektor und Kantor Gottfried Trepte steht an der Orgel der Lutherkirche. Bei ihm lernen Kurrendekinder singen.
Kirchenmusikdirektor und Kantor Gottfried Trepte steht an der Orgel der Lutherkirche. Bei ihm lernen Kurrendekinder singen. © Arvid Müller

Von Annette Lindackers

Radebeul. Am kommenden Wochenende, 18. und 19. September 2021, wird in der Lutherkirche gefeiert. Der Erntedankgottesdienst und das Gemeindefest sind verbunden mit einem Wiedersehen der ehemaligen und aktiven Kurrendekinder aus der Gemeinde. "Mir ist es gelungen, bei der Vorbereitung zu diesem Festwochenende bis ins Jahr 1958 zurück die Anzahl und Namen ganz vieler Kurrendekinder der Lutherkirchgemeinde in Radebeul ausfindig zu machen", so Gottfried Trepte, Kantor der Lutherkirche.

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Das Wort Kurrende leitet sich von lateinisch currere, also laufen ab. Martin Luther wird als Vorbild eines Kurrendesängers beschrieben, der in seiner Schulzeit singend an den Türen um Brot bat.

In der Lutherkirche hat kurz nach Ende des Zweiten Weltkriegs Dorothea Straube sich für eine Gruppe von Kindern engagiert, die regelmäßig die Gottesdienste musikalisch mit ausgestalten sollten. Die schon sehr alte Tradition der Kurrende wurde nun auch von ambitionierten Mädchen und Jungen in der Oberlößnitz gelebt. Mit Kantor Ernst Salewski blühte ab 1964 das Singen der Kurrende so auf, dass auch die Aufführung von Singspielen und Kinderkantaten zur Regelmäßigkeit wurde.

Musikunterricht ab dem vierten Lebensjahr

Die Lutherkurrende bestand in der Wendezeit weiter, dank großem ehrenamtlichen Engagements. Kantor Gottfried Trepte übernahm 1993 anfangs kleinere Gruppen, die bald wieder in regelmäßigen Abständen in Gottesdiensten und beim Krippenspiel zu Heiligabend sangen; und natürlich wurden zunehmend kleine Kantaten sowie auch Musicals aufgeführt. Eine schöne Tradition hat sich bis heute erhalten: das Singen der Kinder bei mancher Gelegenheit im Kreise der Senioren in Alters- und Pflegeheimen.

In seiner fast 20-jährigen Dienstzeit als Kantor kann Gottfried Trepte auf etwa 300 Kurrendekinder zurückblicken, die er ab einem Alter von vier Jahren an musikalisch prägen konnte. „Es gibt in der Lutherkirche altersabhängig die Lutherspatzen, die Vorkurrende und die Lutherkurrende“, zählt Kirchenmusikdirektor Trepte auf, „so ist ein Singen in der Lutherkurrende etwa zehn Jahre lang möglich.“

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Am Sonnabend beginnt die Probe für den Jubiläumschor um 10 Uhr, um den Erntedankgottesdienst am Sonntag sowie ein kleines Abschlusssingen vorzubereiten. Nach dem sonntäglichen Gottesdienst (10 Uhr) besteht beim anschließenden Gemeindefest Zeit für den Austausch, aber auch die Möglichkeit, in Bild und Ton in das jüngere Kurrendeleben hineinzuhören und -zusehen. Der Abschluss des Jubiläums ist das Geburtstagskonzert der Gospel Passengers aus Dresden um 16 Uhr. Am gesamten Festwochenende gelten die Hygieneregeln der Kirchgemeinde vor Ort.

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