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Radebeul

Triathlon abgesagt, Sachsenlauf soll starten

Die Traditionsveranstaltung in Moritzburg fällt zum zweiten Mal aus. Den Coswigern könnte helfen, dass ihre erst zwei Wochen später stattfindet.

Wie bereits im Vorjahr werden auch in diesem Jahr keine Triathleten im und um den Schlossteich ihre Kräfte messen.
Wie bereits im Vorjahr werden auch in diesem Jahr keine Triathleten im und um den Schlossteich ihre Kräfte messen. © Petko Beier

Moritzburg/Coswig. Bei Triathleten entscheiden oft Minuten oder gar Sekunden über Sieg oder Niederlage. Für die Organisatoren des Moritzburger Schloss-Triathlons ging es jetzt um Stunden, die ausschlaggebend für Weiterplanen oder Absagen waren. Am Ende hatten sie die selbstgezogene Rote Linie erreicht, ohne die notwendige Sicherheit zu haben. Und so entschlossen sich die Verantwortlichen des Moritzburger Triathlonvereins e. V. am vergangenen Freitag schweren Herzens, die diesjährige Veranstaltung, die am 12. und 13. Juni stattfinden sollte, abzusagen.

Trotz intensiven Austauschs mit dem Gesundheitsamt, einem durchdachten Hygienekonzept und sinkender Wocheninzidenz erhielten die Organisatoren keine Zusicherung für die Durchführung des Schloss-Triathlons.

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Der Frust ist nun groß, zumal die aktuelle Entwicklung der Zahlen im Landkreis eine weitere Normalisierung offenbar in greifbare Nähe rücken lassen. Es sei schwer, die richtigen Worte zu finden, sagt Veranstaltungsleiter Reiner Mehlhorn. „Bis zur letzten Minute haben wir mit voller Kraft daran gearbeitet, dass die Veranstaltung unter Corona-Bedingungen stattfinden kann.“ Doch im Interesse aller Teilnehmer und nicht zuletzt auch des Vereins musste nun jedoch Klarheit geschaffen werden.

Nach der Absage der 19. Auflage des Schloss-Triathlons 2020 hatte der Verein in den vergangenen Monaten im regelmäßigen Austausch mit Behörden, sozialen Diensten und anderen nationalen Triathlon-Veranstaltern ein Hygienekonzept erarbeitet, das den Jubiläumsjahrgang absichern sollte. So wurden die Startplätze über alle Distanzen reduziert. Statt insgesamt 1.800 Sportlern sollten so an den beiden Tagen nur 1.200 an den Start gehen. Zudem sollten während der Veranstaltung keine Zuschauer zugelassen werden und auch nicht das übliche Rahmenprogramm mit Pastaparty und Sportmarkt. Corona-Test für Teilnehmer und Helfer waren ebenso geplant wie ein Rolling Start, bei dem jeweils kleine Gruppen mit ein paar Sekunden Abstand auf das Triathlon-Abenteuer geschickt werden sollten.

Am Ende nützte das alles nichts. „Wir waren jetzt an dem Punkt angekommen, an dem weitere Aufträge ausgelöst und auch erste Rechnungen bezahlt werden mussten“, erklärt der Organisationschef im SZ-Gespräch. „Und auch die Sportler brauchten Klarheit, kommen doch rund die Hälfte der Starter auf der langen Distanz nicht aus der Region. Sie brauchen in der Regel also auch eine Übernachtungsmöglichkeit.“

Finanzielles Risiko wäre zu groß gewesen

Der Verein habe sich daher bis Freitagmittag bemüht, vom Gesundheitsamt in Meißen eine Aussage zu den neuen Bedingungen zu erhalten, die mit der neuen Corona-Schutzverordnung ab 31. Mai gelten. „Da das Amt bis zu diesem Zeitpunkt die Regelungen aber noch nicht verbindlich in der Hand hatte, bekamen wir weder eine Absage noch eine Zusage“, so Reiner Mehlhorn weiter.

Dass die neue Verordnung dann drei Stunden später im Internet veröffentlicht wurde, half nicht mehr. „Wir mussten uns entscheiden. Entweder, wir sagen die Veranstaltung ab und kommen als Verein mit einem blauen Auge davon, oder wir gehen das finanzielle Risiko ein, was bei einer späteren Absage möglicherweise die Insolvenz des Vereins bedeutet hätte“, ergänzt der Organisator.

Die gemeldeten Teilnehmer sollen in den nächsten zwei Wochen ausführliche Informationen über das weitere Verfahren zur Rückabwicklung der Startgebühren bekommen. Eine Verschiebung der Veranstaltung auf einen späteren Zeitpunkt in diesem Jahr ist wie schon 2020 nicht möglich. Auch nicht eine Übertragung der Startplätze auf das nächste Jahr.

Wie im Vorjahr werden die Veranstalter einen Teil der Startgebühr zur Deckung der bereits angefallenen Unkosten einbehalten. Waren es 2020 je nach Distanz zwischen fünf und 20 Euro, sind es diesmal bis zu 50 Euro.

Der Moritzburger Schloss-Triathlon ist die einzige Veranstaltung in Deutschland, die alle Distanzen anbietet und dabei ausschließlich ehrenamtlich organisiert wird.

Der nächste Schloss-Triathlon Moritzburg findet am 11. und 12. Juni 2022 statt. Die Online-Anmeldung wird im Januar 2022 unter www.schloss-triathlon-moritzburg.de geöffnet.

Solche Massenstarts wie beim Sachsenlauf 2019 wird es bei der diesjährigen Veranstaltung nicht geben.
Solche Massenstarts wie beim Sachsenlauf 2019 wird es bei der diesjährigen Veranstaltung nicht geben. © TUS Coswig

Victor Berger, Veranstaltungsleiter des Sachsenlaufs der TUS Coswig, ist dank der inzwischen unter 35 gesunkenen Inzidenz und der neuen Verordnung optimistisch, dass die Coswiger Traditionsveranstaltung stattfindet. Schließlich ist diese erst für den 27. Juni geplant.

Nach der Absage 2020 ist diesmal eine B-Variante vorgesehen. „Anstelle von Gruppenstarts zu den Einzelwettkämpfen wird ein großes Zeitfenster von dreieinhalb Stunden für individuelle Starts eingerichtet. Die Zeitnahme erfolgt über Transponder, die am Start ausgegeben werden“, so der Organisationschef. „Es wird damit einer der ersten Volksläufe in diesem Jahr unter Wettkampfbedingungen.“

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