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Keine Straßenbahn der Linie 4 wegen Streik

Der Verdi-Warnstreik bei Bus und Tram am Dienstag galt nur für die DVB in Dresden. In Radebeul war jedoch die Linie 4 mit Komplettausfall betroffen.

„Ausfall!“ stand den ganzen Tag auf den Anzeigetafeln der Straßenbahnlinie 4 entlang der Meißner Straße wie am Haltepunkt Moritzburger Straße.
„Ausfall!“ stand den ganzen Tag auf den Anzeigetafeln der Straßenbahnlinie 4 entlang der Meißner Straße wie am Haltepunkt Moritzburger Straße. © Norbert Millauer

Radebeul. Rund 8.000 Fahrgäste sind im Schnitt täglich zwischen Radebeul, Coswig und Weinböhla mit den Straßenbahnen der Linie 4 unterwegs. Am Dienstag mussten die Passagiere, die entweder nur zwischen den drei Kommunen auf dem Gebiet des Landkreises Meißen pendeln oder mit der Tram bis nach Dresden hineinfahren, auf Alternativen wie den eigenen Pkw, das Fahrrad oder die S-Bahn umsteigen. Denn von den frühen Morgenstunden an bis spät abends rollte keine Straßenbahn auf der Meißner Straße.

Auf den modernen Anzeigetafeln war den gesamten Tag über immer wieder das Wort „Ausfall!“ zu lesen. Die Laufschrift zeigte zwar je nach Fahrtrichtung den Namen der Endhaltestelle - Laubegast, Weinböhla oder Radebeul-West an - sowie die Minuten, nach der laut Plan eine Tram hätte rollen sollen. Doch danach war jedes Mal das besagte Wort zu sehen. Dennoch quasi nach dem Motto „Die Hoffnung stirbt zuletzt“ warteten immer wieder vereinzelt Fahrgäste am Haltepunkt wie der Moritzburger Straße.

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Doch alles Warten war vergebens. Ab etwa 4 Uhr morgens fuhr keine Straßenbahn der Linie 4 mehr auf Radebeuls Hauptverkehrsader. Den ganzen Tag über fielen alle Trams aus, wie Falk Lösch, Sprecher der Dresdner Verkehrsbetriebe (DVB), informierte. Erst ab den späten Abendstunden werden die Straßenbahnen auf der Linie 4 wieder nach Plan fahren, führte er weiter aus.

Grund für den Ausfall war der Warnstreik von Bus- und Bahnfahrern in der Landeshauptstadt. Zu diesem hatte die Dienstleistungsgewerkschaft Verdi am Dienstag von 3 bis 20 Uhr aufgerufen. Es geht um einen bundesweiten Rahmentarifvertrag für den öffentlichen Personennahverkehr. Zu den Forderungen zählen unter anderem 30 Tage Urlaub, bezogen auf eine Fünf-Tagewoche, neue Überstundenregelungen, Sonderzahlungen und Zuschläge.

150 Straßenbahnen und etwa genau so viele Busse sind pro Tag in Dresden im Einsatz. Streikbedingt rückte am Dienstag jedoch keine Tram aus. Bei den Bussen verließ nur etwa ein Drittel die vier Betriebshöfe des Unternehmens in Gruna, Gorbitz, Trachenberge und Reick.

Das bedeutet für Radebeul, dass keine Linie 4 rollte. Nur die DVB-Buslinie 72 war zwischen Elbepark und Klotzsche (Infineon) auch auf dem Gebiet der Lößnitzstadt im Einsatz. Denn diese wird von Subunternehmern bedient. „Sie haben einen anderen Tarifvertrag und fahren planmäßig“, so Lösch. Nicht betroffen vom Verdi-Warnstreik war auch die Verkehrgesellschaft Meißen (VGM). Ihre Busse fuhren.

Pendler, die im morgendlichen Berufsverkehr auf die Deutsche Bahn umgestiegen sind, hatten auch mit Nöten zu kämpfen, um pünktlich zum Arbeitsplatz zu gelangen. „Und bei der S-Bahn gibt es diverse technische Störungen“, schrieb SZ-Leserin Mareen Eben via sozialem Netzwerk Facebook. So kam es bei einer Fahrt der S1 zu einer Türstörung, wie Christian Schlemper, Sprecher des Verkehrsverbunds Oberelbe (VVO) bestätigte. Dies führte zu kleineren Verspätungen im Fahrplan bei den Zügen danach. Generell waren die Waggons voller als an anderen Tagen. Bei einer Fahrt soll der Anstieg der Fahrgastzahl zwischen 15 bis 20 Prozent betragen haben, wie eine Zugbegleiterin laut Schlemper schätzte.

Für Mittwoch hat Verdi zu weiteren Warnstreiks in Dresden aufgerufen. So sollen die Beschäftigten der städtischen Kitas, im Jugend und Sozialamt sowie im städtischen Klinikum ihre Arbeit niederlegen. Der Streikaufruf gelte ausschließlich für die Landeshauptstadt, so Verdi-Bezirksgeschäftsführer Daniel Herold. Außerhalb von Dresden seien derzeit keine Aktionen geplant. Somit bleiben Radebeuler Kitas von dem Streik verschont. (mit SZ, jv, csp)

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