Partner im RedaktionsNetzwerk Deutschland
Radebeul
Merken

Radebeul: Krabat-Sage als Klangerlebnis in der Lutherkirche

Als Licht- und Musikinstallation ist die Osterbotschaft derzeit in der Lutherkirche in Radebeul-Ost zu erleben.

Von Silvio Kuhnert
 3 Min.
Teilen
Folgen
NEU!
Georg Schmalfuß
hat die Klanginstallation "Krabat" komponiert und die Lichteffekte dazu designt. Zu hören und zu sehen gibt es das Werk bis Anfang Mai in der Radebeuler Lutherkirche.
Georg Schmalfuß hat die Klanginstallation "Krabat" komponiert und die Lichteffekte dazu designt. Zu hören und zu sehen gibt es das Werk bis Anfang Mai in der Radebeuler Lutherkirche. © SZ/Silvio Kuhnert

Radebeul. Mit einem sorbischen Kirchenlied beginnt die aktuelle Klanginstallation in der Lutherkirche in Radebeul. Fast engelhaft klingt die Stimme. Danach tun sich düstere Töne auf. Sie erzählen von den Lehrjahren des Jungen Krabat in der unheimlichen "Schwarzen Mühle". In dieser hat der böse Meister das Sagen. Wer einmal sprichwörtlich "in dieser Mühle steckt", kann sich nicht mehr selbst befreien. Ihn erwartet der Tod, den am Ende eines jeden Jahres der Meister für einen der Lehrjungen verfügt, um sich selbst damit zu verjüngen. Doch Krabat gelingt in der Osternacht durch die Liebe der Kantorka (Vorsängerin) die Befreiung aus den Fängen und dem Zauber des bösen Meisters. Mit fröhlichen und feierlichen Rhythmen sowie dem Gesang "Christ ist erstanden" erreicht die Installation ihren Höhepunkt.

Die Adaption der Krabat-Sage von Andreas Janek (Text) und Georg Schmalfuß (Musik) sieht Ostern im Zentrum der Geschichte. "Der Zuhörer wird auf eine innere Reise mitgenommen, an deren Anfang Ostern als bloße Tradition steht. An ihrem Ende jedoch wird das Ostergeschehen als der eigentliche Anfang und Grund des Lebens gesehen", so Schmalfuß. Der Radebeuler ist Mitglied der Lutherkirchgemeinde.

Hilfe für Rumänien

Die ursprüngliche Idee war, ein Lied zu schreiben. "Doch dann kam die Corona-Zeit und es ist immer mehr entstanden", sagt Schmalfuß. Reichlich zehn Minuten dauert seine Komposition. In der Lutherkirche wird sie zum ersten Mal gezeigt. An dem Stoff interessiert Schmalfuß der Weg aus dem Dunkel zum Licht sowie das große Thema Liebe. In der Musik hat er viele bekannte Osterchoräle verarbeitet. "Als Kantorenkind ist man vorgeschädigt", scherzt Schmalfuß, der Komponieren und Musik machen als Hobby betreibt. Hauptberuflich ist der Ingenieur Akustiker. Er hat noch weitere Klanginstallationen vorbereitet und in seinem Repertoire.

In der Lutherkirche erklingt nach "Der gute Hirte" im Winter 2022 zum zweiten Mal eine Installation aus Musik und Lichteffekten. Und weitere soll es geben, kündigt Pfarrerin Anja Funke an. Doch zunächst ist bis zum 1. Mai dieses Jahres die reich instrumentierte Crossover-Komposition von Georg Schmalfuß täglich von 20 bis 21 Uhr im Gotteshaus an der Meißner Straße in Radebeul-Ost zu erleben. Im zehnminütigen Rhythmus wird sie in dem Zeitraum wiederholt. Der Eintritt ist frei. Es wird aber um eine Spende gebeten. Deren Erlös sowie der aus den CD-Verkäufen geht vollständig an die befreundete Kirchgemeinde in Klausenburg (Rumänien). Diese hat zwei Pflegebadewannen für ihr Altenheim gekauft. Damit die Wannen auch von bettlägerigen Menschen genutzt werden können, fehlt noch Zubehör wie ein Lift.