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Kraftakt auf der Spitzhaustreppe

Beim 24-Stunden-Marathon war Ausdauer im Weinberg Goldener Wagen gefragt. Die meisten Auf- und Abstiege leistete ein Altbekannter.

Beim Spitzhaustreppenlauf geht es die Stufen hinab und wieder hinauf - und das jeweils mindestens 100 Mal.
Beim Spitzhaustreppenlauf geht es die Stufen hinab und wieder hinauf - und das jeweils mindestens 100 Mal. © Arvid Müller

Radebeul. Die Radebeuler Spitzhaustreppe muss eine besondere Strahlkraft haben. Denn wenn Ulf Kühne und Peter Heilsberg zum Treppenlauf rufen, kommen Extremsportler von nah und fern, um die 397 Stufen im Weinberg nicht nur einmal, sondern mindestens 100 Mal hintereinander zu besteigen. Zusammenaddiert legen die Läufer dabei 8.848 Meter bis zum höchsten Berg der Erde zurück.

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Am Wochenende war es wieder soweit. Pünktlich 16 Uhr fiel am Sonnabend der Startschuss zum 17. Sächsischen Mount Everest Treppenmarathon, so der offizielle Name des Spitzhaustreppenlaufs, den Kühne und Heilsberg organisieren. 35 Männer aus Deutschland, Tschechien, Dänemark und der Schweiz sowie acht Frauen gingen an den Start.

Spannender Zweikampf

Darunter waren auch einige „Wiederholungstäter“, die sich der extremen Herausforderung dieses besonderen Marathons stellten. Zu ihnen gehörten beispielsweise Lokalmatador Torsten Köhler aus Radebeul sowie Frank Götze aus Münstertal im Schwarzwald. Letzterer lief 2018 die Spitzhaustreppe 127 Mal auf und ab und bestieg so als Sieger das Podest.

Bei den ersten Runden war Torsten Köhler (hinten) Frank Götze (vorn, links) dicht auf den Fersen, später überholte er diesen sogar, musste sich aber dann doch geschlagen geben. Mikkel Birch Gormsen (r.) war einer von zwei Läufern aus Dänemark.
Bei den ersten Runden war Torsten Köhler (hinten) Frank Götze (vorn, links) dicht auf den Fersen, später überholte er diesen sogar, musste sich aber dann doch geschlagen geben. Mikkel Birch Gormsen (r.) war einer von zwei Läufern aus Dänemark. © Arvid Müller

Bei den Alleingängern gibt es zwei Wertungen. Einmal gilt es, die 100 Runden in der schnellsten Zeit zurückzulegen. Hier musste der Lößnitzstädter Torsten Köhler in 17:06:09 Stunden als Zweitplatzierter nur Ferdinand Neidel vom Triathlonverein Dresden den Vortritt lassen, der 21 Minuten und 15 Sekunden schneller war. Den dritten Rang belegte Jens Krause.

Der Start- und Zielbereich liegt auf dem Weinberg zwischen Muschelpavillon und Bismarckturm.
Der Start- und Zielbereich liegt auf dem Weinberg zwischen Muschelpavillon und Bismarckturm. © Arvid Müller

Nach 100 Auf- und Abstiegen muss noch nicht Schluss sein. Denn der Treppenmarathon dauert 24 Stunden und bei der zweiten Wertung gewinnt, wer in dieser Zeit die meisten Runden schafft. Hier lieferten sich Torsten Köhler und Frank Götze ein spannendes Rennen. Gegen Sonntagmittag hatte der Radebeuler zwei Runden Vorsprung. Doch dann verließen ihn gegen 14 Uhr die Kräfte. Mit der 120. Runde war für Torsten Köhler Schluss, was den dritten Platz bedeutete. Frank Götze lief dagegen weiter und wie vor drei Jahren zum Sieg. Er hatte mit 125 die meisten Auf- und Abstiege in den Beinen, gefolgt von Jens Krause mit 121.

Angebot für Einsteiger

Bei den Frauen hat Carmen Henker aus Dresden in einer Zeit von 18:28:23 Stunden im übertragenen Sinne die Spitze des Mount Everest als Erste vor Tanja Höschele und Maike Eberhardt erreicht. Sie kam auf insgesamt 110 Runden, was den Sieg somit in beiden Wertungen bedeutete, vor Tanja Höschele (102) und Karina Boppre (101).

Neben den Alleingängern gehen jedes Jahr auch Staffelläufer an den Start. 2020 fiel der Treppenlauf komplett aus, dieses Jahr waren wegen Corona nur Dreierseilschaften in limitierter Zahl mit dabei - zwei reine Herrenmannschaften und drei gemischte Dreierteams. „Im nächsten Jahr laufen wieder die Touristenstaffeln und Elf-Freunde-Staffeln mit, wenn es die Situation erlaubt“, hofft Heilsberg, der die Veranstaltung moderierte.

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Als Neuerung gab es dieses Mal den Wettkampf Sherpa 25. Er ist für Einsteiger gedacht, die sich 100 Runden noch nicht zutrauen. 23 männliche und 13 weibliche Starter mussten 25 Mal die Treppe runter und wieder hinauf. Bei den Männern siegte Abiturient Franz Taubert aus Radebeul.

www.treppenmarathon.de

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