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Kümmerer für Händler in Ost und West

Die Stadt Radebeul will einen Stadtteilmanager für ihre beiden Zentren beschäftigen. Zudem bekommt dieser ein Budget für Feste und andere Aktivitäten.

Den Frischemarkt auf der Bahnhofstraße in Radebeul-West hat Stadtteilmanagerin Astrid Hadan etabliert.
Den Frischemarkt auf der Bahnhofstraße in Radebeul-West hat Stadtteilmanagerin Astrid Hadan etabliert. © Norbert Millauer

Radebeul. Einmal im Monat gibt es einen Frischemarkt auf der Bahnhofstraße in Radebeul-West. Ins Leben gerufen hat diesen die jetzige Stadtteilmanagerin Astrid Hadan. Im vergangenen Dezember organisierte sie zudem federführend die Adventskalenderaktion der Händler im Zentrum von Radebeul-West. Ihre Vorgängerin Nadine Wollrad stellte unter anderem Stadteilfeste wie am Kindertag auf die Beine. All die Aktionen dienen dazu, mehr Leben auf die Straßen zu bringen und Geschäfte und Gaststätten zu beleben.

In Radebeul-Ost fehlt bisher so ein Kümmerer. Das will die Stadt nun ändern. Sie baut ein Stadtteilmanagement für beide Zentren auf und stattet dieses mit einem jährlichen Budget von 50.000 Euro aus. Von dem Geld ist knapp die Hälfte als Honorar für den Stadtteilmanager gedacht. Die Stelle wird neu ausgeschrieben. Mit den verbleibenden 26.000 Euro soll dieser Händleraktionen, Feste und verkaufsfördernde Veranstaltungen organisieren. Je Zentrum stehen hierfür somit 13.000 Euro im Jahr zur Verfügung.

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Lebendige Stadtzentren

„Städte brauchen lebendige Zentren. Sie sind Identifikationsort, sozialer und kultureller Mittelpunkt, Schaufenster der Geschichte, Wirtschaftszentrum, Begegnungsort und Marktplatz“, heißt es in der entsprechenden Beschlussvorlage. Der Einzelhandel ist einer der wichtigsten Ziele, warum Menschen Stadtzentren aufsuchen. Jedoch macht der Online-Handel den Geschäften vor Ort immer mehr Konkurrenz. Dieser Trend wurde durch die Coronakrise und den Geschäftsschließungen während der Lockdowns verstärkt.

„Ein Sterben des Handels in den städtischen Zentren würde zu einer Verödung führen, die nur schwer durch andere Funktionen kompensiert werden kann“, schreibt die Verwaltung in der Vorlage. Der Stadtteilkümmerer soll dem entgegenwirken, Formate und Veranstaltungen mit den Gewerbetreibenden entwickeln, diese bewerben und so Menschen zum Einkaufen in die Stadtteilzentren locken. Zudem fungiert er als Ansprechpartner und Vermittler zwischen Stadtverwaltung und Händlerschaft. Das Zentrenbudget wird vorerst für die Dauer von drei Jahren eingeführt.

Aufbauarbeit ist zu leisten

„Die Händler werden schwer zu kämpfen haben, dass die Kunden ihr Bestellverhalten vom Sofa aus wieder abstellen“, sagte CDU-Stadträtin Bianca Erdmann-Reusch. Ein Budget von 13.000 Euro pro Stadteilzentrum im Jahr könne ein Anstoß sein. „Bäume wird man damit aber nicht ausreißen können“, meint Erdmann-Reusch.

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Zahlreiche Fragen sind nach Ansicht von Stadtrat Uwe Wittig (Freie Wähler) noch offen: Welche Befugnisse wird der Stadtteilmanager haben? Wird er eigentlich einen Arbeitsplatz haben und wenn ja, wo? „Ja, er muss Aufbauarbeit leisten. Wichtig ist auch die Frage, bei wem laufen die Fäden letztendlich zusammen? Wenn es dort ist wo, ich zitiere, ‚vieles kaputt reguliert wird‘, ‚die lange Leine ausgenutzt wird‘, ‚vieles an sich gezogen wird‘ und wortwörtlich ‚Händler diskreditiert werden‘, ist auch der neuerliche Versuch zur Heilung der Situation bereits jetzt zum Scheitern verurteilt“, sagte Wittig. Behördliche Muskelspiele seien auf der Straße unnötiger Ballast.

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