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Langes Warten auf den dritten Sportplatz

Im Haushalt der Stadt Radebeul sind keine Mittel für Planung und Bau eingestellt. Ein Radebeuler wollte nun von der Verwaltung den Grund wissen.

Auf dieser heutigen Weide, östlich neben dem Lößnitzbad, soll der dritte Sportplatz entstehen. Seit Frühjahr 2018 ist die Stadt Radebeul Eigentümer der Fläche. Bis dort gebaut werden darf, ist jedoch noch eine wichtige Hürde zu nehmen.
Auf dieser heutigen Weide, östlich neben dem Lößnitzbad, soll der dritte Sportplatz entstehen. Seit Frühjahr 2018 ist die Stadt Radebeul Eigentümer der Fläche. Bis dort gebaut werden darf, ist jedoch noch eine wichtige Hürde zu nehmen. © Norbert Millauer

Radebeul. Seit zehn Jahren besteht in Radebeul die Idee zu einem dritten Sportplatz. Als der Stadtrat im Januar 2011 den Sportstättenentwicklungsplan verabschiedet hat, war klar, dass das Lößnitz- und das Weinbergstadion nicht ausreichen, um allen Fußballern, American-Football-Spielern, Leichtathleten und anderen Sportlern ausreichend Platz für Training und Wettkämpfe zu bieten.

Seit November 2017 steht fest, wo der dritte Sportplatz hinkommen soll. Damals beauftragte der Stadtrat die Verwaltung, die Wiese plus das ehemalige Gärtnerei-Areal zwischen Vierruthenweg und Fabrikstraße östlich neben dem Lößnitzbad zu kaufen. Im Frühling des Folgejahres war der Kaufvertrag unter Dach und Fach, und die Stadt ist seither Eigentümer der 50.000 Quadratmeter großen Fläche.

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Bis Ende 2024 kein Geld eingeplant

Dort sprießt jedoch weiterhin nur Gras. Von einem Spielfeld oder einer Laufstrecke ist bislang nichts zu sehen. Auch die Gebäude der ehemaligen Gärtnerei stehen noch. Von Abrissarbeiten und Beräumen des Grundstücks keine Spur. Und auch im Haushalt lassen sich weder für dieses Jahr noch in der mittelfristigen Finanzplanung bis Ende 2024 Geld für Planung oder gar Bau finden.

In der derzeitigen Haushaltsdebatte bohrte nun Matthias Klut nach. Der Radebeuler wandte sich an Oberbürgermeister Bert Wendsche (parteilos) und den Stadtrat mit einem schriftlichen Einwand: "In einer öffentlichen Stellungnahme 2017 ging Herr Oberbürgermeister Wendsche realistischerweise von fünf Jahren Realisierungszeit aus, was Ende 2022 sein würde. Um das näherungsweise zu schaffen, ist unverzügliches Handeln dringend geboten."

Forderung an Stadtverwaltung

Klut wohnt am Weinbergstadion und war einst Sprecher der Anwohner, die mit der Stadt wegen Lärms bei Trainingsbetrieb und Fußballspielen im Clinch lagen. In seinem Schreiben nimmt er in Anspruch, für die Anrainer zu sprechen, die sich nach einer Entlastung des Weinbergstadions sehnen und deshalb Einspruch gegen den Haushaltsentwurf 2021 einlegen. "Wir fordern die Stadtverwaltung und den Stadtrat zur unverzüglichen Umsetzung der Beschlüsse des Stadtrates zum Sportplatz am Lößnitzbad auf, hier konkret zur Aufnahme in die Bereitstellung der finanziellen Mittel im Haushalt 2021 und folgende", heißt es in dem Schreiben.

Die Fläche liegt zwischen Lößnitzbad (l.) und dem Werksgelände von Umformtechnik Radebeul. Screenshot
Die Fläche liegt zwischen Lößnitzbad (l.) und dem Werksgelände von Umformtechnik Radebeul. Screenshot © Google Maps

Bereits bei der Grundsatzentscheidung zum Kauf der Fläche wies OB Wendsche daraufhin, dass noch eine große Hürde zu nehmen ist, bis auf dem Areal etwas gebaut werden kann. Das Land ist Überschwemmungsgebiet. Zwar hat sich die Situation durch den Bau einer Flutschutzmauer entlang des Vierruthenweges vor Ort verändert, in den Unterlagen aber noch nicht. Die Lößnitzstadt strebt eine Umwidmung vom Überschwemmungsgebiet in ein überschwemmungsgefährdetes Gebiet an. Letzteres ist ein weniger gefährlicher Status und dort darf unter bestimmten Auflagen gebaut werden. Für die Statusänderung ist das Landratsamt in Meißen zuständig.

Fläche liegt im Überschwemmungsgebiet der Elbe

Die Hürde ist jedoch noch nicht genommen. Das Areal ist immer noch als Überschwemmungsgebiet festgesetzt. Daher konnten bislang keine Planungen aufgenommen werden. Es gibt jedoch Grund zur Hoffnung. "Erst in diesem Jahr wurden seitens der Landestalsperrenverwaltung aktualisierte Hochwasserdaten an das Landratsamt übergeben, die nunmehr auch den Bau der Hochwasserschutzanlage Naundorf berücksichtigen", berichtet die Verwaltung. Auf dieser Grundlage sei nunmehr das Landratsamt in der Lage, die Überschwemmungsgebiete neu auszuweisen. "Erst nach Abschluss dieses Prozesses und der Neuausweisung des in Rede stehenden Areals, voraussichtlich als sogenanntes überschwemmungsgefährdeter Bereich, ist die Stadt in der Lage, planerisch tätig zu werden", heißt es in der Stellungnahme weiter.

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