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Mit dem Quartierbus quer durch Radebeul

Die VGM ist mit dem Zuspruch der Fahrgäste für die Linie 476 zufrieden. Es gibt Ideen, die Strecke nach Westen zu verlängern.

Der Sprinter fährt seit Dezember 2018 zwischen Kötzschenbroda und Dresden-Trachau. In Radebeul-Ost nimmt er in beide Richtungen die Kurve von Pestalozzistraße und Hauptstraße zur Brücke über die Eisenbahnstrecke.
Der Sprinter fährt seit Dezember 2018 zwischen Kötzschenbroda und Dresden-Trachau. In Radebeul-Ost nimmt er in beide Richtungen die Kurve von Pestalozzistraße und Hauptstraße zur Brücke über die Eisenbahnstrecke. © Arvid Müller

Radebeul. Seit fast zweieinhalb Jahren ist der Quartierbus zwischen den S-Bahnhöfen Kötzschenbroda in Radebeul-West und Dresden-Trachau täglich unterwegs. Die Linie 476 fährt durch den Stadtteil Niederlößnitz, der somit erstmals ans Busnetz angeschlossen ist. Auf ihrer Route liegen zudem die Landesbühnen, das Sport- und Freizeitzentrum Krokofit sowie das Rathaus in Ost. Der Sprinter mit 13 Sitzplätzen hält auch in der Nähe des Elblandklinikums. Entlang seiner Strecke befinden sich mehrere Arztpraxen sowie das Lößnitzgymnasium und die Schiller-Grundschule.

Nach einer zweieinhalbjährigen Testphase hat elbaufwärts die Stadt Pirna ihren Citybus wieder eingestellt. Dort war ebenfalls ein Kleinbus unterwegs, um erstmals Haltepunkte in der Altstadt zu bedienen. Jedoch kam dieser Innenstadt-Pendler oft sehr einsam daher. Die erhofften Passagierzahlen hat die Stadtbuslinie bei Weitem verfehlt.

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Linie 476 droht nicht das Schicksal von Pirnas Citybus

Der Kleinbuslinie in Radebeul droht dieses Schicksal nicht. Denn die Verkehrsgesellschaft Meißen (VGM), die den Stadtbus betreibt, zeigt sich mit der Resonanz zufrieden. „Die Fahrgastzahlen offenbaren, dass sich das Angebot der Linie 476 steigender Beliebtheit erfreut“, berichtet Konrad Albrecht, Teamleiter Verkehrsplanung. Aufgrund der guten Nachfrage plant die VGM, den Linienbetrieb auch nach dem Jahr 2021 fortzuführen.

Im ersten Betriebsjahr nutzten circa 41.800 Fahrgäste die neue Linie. „Im Folgejahr 2020 stieg die Fahrgastzahl um 40 Prozent auf circa 58.600 Fahrgäste“, informiert Albrecht. So gab es im ersten Quartal 2019 beispielsweise 9.096 Passagiere. Im ersten Quartal 2020 zählte die VGM 13.654 Mitfahrer. Vor allem an den Werktagen sei der Zuspruch gestiegen. Im ersten Quartal 2021 ist die Anzahl der Nutzer auf 10.427 gesunken. Der Rückgang ist laut Albrecht vermutlich pandemiebedingt, da die Fahrgastzahlen an den Wochenenden rückläufig waren und der Ausflugsverkehr allgemein zurückgegangen ist.

Die blaue Linie auf dem Stadtplan zeigt die Route des Quartierbusses durch Radebeul.
Die blaue Linie auf dem Stadtplan zeigt die Route des Quartierbusses durch Radebeul. © VGM

Über den Zeitraum der letzten zwei Jahre betrachtet, nutzen von Montag bis Freitag im Schnitt rund 173 Fahrgäste täglich und am Wochenende rund 40 Fahrgäste pro Tag den Quartierbus. „Die Auslastung schwankt wie auf allen Linien abhängig von den Haupt- und Nebenverkehrszeiten, bedingt durch Schüler- und Pendlerströme“, teilt Albrecht mit. Besonders stark nachgefragt werden die Fahrten 6.46 und 8.46 Uhr ab Dresden-Trachau sowie 7.17 und 11.17 Uhr ab Radebeul-Kötzschenbroda.

Quartierbus besonders bei Senioren geschätzt

Die Fahrgastzahlen hätten wahrscheinlich noch viel besser sein können. So gab es im ersten Betriebsjahr gleichzeitig bis zu vier Umleitungen aufgrund von Straßenbaumaßnahmen, Verspätungen waren die Folge. „Trotzdem konnte unser Angebot überzeugen“, berichtet Albrecht. Die Corona-Pandemie wirkt sich nicht nur auf die Nachfrage am Wochenende und in den Abendstunden aus, auch im Berufsverkehr ist erkennbar, dass der große Verwaltungssitz im Telekom-Gebäude, auch als Hammer-Haus bekannt, im Radebeuler Osten durch Homeoffice derzeit nicht aktiv genutzt wird. „Im Einkaufs- und Freizeitverkehr gab es jedoch eine gestiegene Nachfrage“, so Albrecht.

„Die Linie 476 wird besonders von Senioren geschätzt, da sie neben den Einkaufszonen im Radebeuler Osten und Westen auch das Krankenhaus und Altenheime näher als die Straßenbahn anbindet“, führt der Teamleiter Verkehrsplanung weiter aus. Zudem entfiel im Jahr 2018 der Lebensmittel-Nahversorger im Stadtteil Niederlößnitz. Unter dem Motto „Gut verbunden – mit der VGM-Buslinie 476 quer durch Radebeul“ habe sich das Angebot inzwischen etabliert, so Albrecht.

Verlängerung bis Löma-Center in Planung

Aufgrund des guten Zuspruchs gibt es Ideen, die Streckenführung des Quartierbusses auszudehnen. „Aktuelle Planungen sehen eine mögliche Verlängerung der Buslinie 476 von Kötzschenbroda in Richtung Löma-Center (aktuell kein direkter ÖPNV-Anschluss) mit einer verbesserten Erschließung der Wohngebiete am Lößnitzbad und in Altnaundorf vor“, informiert Albrecht. Die VGM hat ihre Vorschläge bei den zuständigen Stellen eingereicht. Eine Entscheidung wurde noch nicht getroffen.

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Im Dezember 2018 ist in Radebeul ein neues Busnetz, bestehend aus den Linien 400, 475 und 476 eingeführt worden. Gleichzeitig wurde das Fahrplanangebot zum Teil bis nach Mitternacht erweitert, um ganztägig einen S-Bahnanschluss zu bieten. Die neue Linie 476 bedient fünf Haltepunkte im Stadtteil Niederlößnitz. Vom Halt am Zillerplatz sind das Elblandklinikum sowie das angrenzende Ärztehaus direkt erreichbar. Der Quartierbus verkehrt Montag bis Freitag stündlich zwischen 5 und 22 Uhr (17 Fahrten je Richtung) sowie am Wochenende zweistündlich zwischen 7 und 22 Uhr (acht Fahrten je Richtung) und bietet optimale Anschlüsse zur S-Bahn an vier Haltepunkten. Neben den beiden Endstationen sind das der Bahnhof in Radebeul-Ost und die S-Bahnstation Radebeul-Weintraube.

Die VGM geht von bislang etwa 110.000 Fahrgästen aus. Die Zahl der Passagiere wird nur stichprobenartig erfasst. Auf der Quartierbuslinie gab es jedoch überdurchschnittlich viele Fahrgastzählungen.

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