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Moderne Arbeitsräume für Radebeuls Sanitäter

Neben dem Elblandklinikum hat der Rettungsdienst eine neue Wache bezogen. Jetzt war offizielle Eröffnung.

Vor dem neuen Gebäude der Rettungswache feierte die Johanniter-Unfall-Hilfe des Regionalverbands Meißen/Mittelsachsen mit Gästen die offizielle Eröffnung.
Vor dem neuen Gebäude der Rettungswache feierte die Johanniter-Unfall-Hilfe des Regionalverbands Meißen/Mittelsachsen mit Gästen die offizielle Eröffnung. © Norbert Millauer

Radebeul. Schön und zweckmäßig bezeichnet Dirk Roscher die neue Rettungswache neben dem Elblandklinikum in Radebeul. Der hauptamtliche Vorstand des Regionalverbands Meißen/Mittelsachsen der Johanniter-Unfall-Hilfe ist sichtbar glücklich, seinen 35 Rettungskräften nun moderne Arbeitsplätze bieten zu können. Mitten im letzten Lockdown bezogen sie bereits die neuen Räume in dem zweigeschossigen kompakten Gebäude. „Jetzt können wir erst offiziell Eröffnung feiern“, sagte Roscher am Freitagnachmittag.

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Die alte Wache war zu klein und in die Jahre gekommen. Zudem war sie zweigeteilt. Die Aufenthaltsräume und Umkleiden waren in einem denkmalgeschützten Gebäude an der Nordwestecke des Krankenhausareals an der Heinrich-Zille-Straße untergebracht, die Rettungswagen des 24 Stunden besetzten Stützpunktes auf drei separate Garagen verteilt. Dies alles widersprach den heutigen gesetzlichen Vorgaben für eine moderne Rettungswache.

Investition von 1,8 Millionen Euro

Das Grundstück mit der alten Wache hat der Landkreis Meißen an das Elblandklinikum verkauft. Dieses baute für rund 1,8 Millionen Euro die Wache an der Stelle, wo einst die Garagen standen. „Das neue Gebäude trägt dazu bei, die Rettungsversorgung im Kreis weiter zu verbessern“, sagte Landrat Ralf Hänsel (parteilos). Die in Radebeul stationierten Rettungskräfte der Johanniter leisten schnelle medizinische Hilfe nicht nur in der Lößnitzstadt, sondern auch in Coswig und an der Stadtgrenze Dresdens. Das primäre Versorgungsgebiet umfasst 26,15 Quadratkilometer. Zum Rettungswachenbereich gehört auch die Außenstelle Moritzburg.

Die Rettungswache hat eine Gesamtfläche von 650 Quadratmetern. Neben dem Umbau des denkmalgeschützten Hauses kam in der Bauzeit von März 2019 bis November 2020 ein kubischer Neubau mit Flachdach hinzu. In diesem dominiert eine große Fahrzeughalle das Erdgeschoss. Ein Rettungstransportwagen, ein Notarzteinsatzfahrzeug und ein Krankentransportwagen stehen dort ständig für den Einsatz bereit. Von jedem Fahrzeugtyp wird jeweils ein Weiteres am Standort vorgehalten. Sie bilden die Ersatzflotte.

Ruheräume für den Nachtdienst

Neben der Fahrzeughalle gibt es eine zweite große Garageneinfahrt. Sie führt zur Waschhalle mit einer Desinfektions- und Dekontaminationsstrecke. „Nach jedem Einsatz werden die Fahrzeuge gereinigt“, informierte Roscher bei einem Rundgang. Lagerräume, beispielsweise für Medikamente, komplettieren das Erdgeschoss.

Darüber sind Umkleide- und Sanitärräume entstanden. Nicht nur Schilder informieren, wo männliche und weibliche Mitarbeiter ihre Alltagssachen aus- und die Dienstkleidung anziehen können. Spätestens an der Farbe der Spindtüren erkennt man, ob sich einer verirrt hat. In der Herrenumkleide sind sie blau, in der Damenumkleide rot. In einem großen Aufenthaltsraum mit Stühlen, Tischen und einer Couch mit angrenzender kleiner Küche warten die Rettungskräfte auf einen Notruf. Sie schieben Zwölf-Stunden-Schichten. Für Nachtdienste sind zudem Ruheräume vorhanden.

Moderne Technik

Die neue Rettungswache bietet nicht nur optimale Arbeitsbedingungen. Sie ist auch mit modernster Technik ausgestattet. So gibt es beispielsweise einen großen Monitor im Treppenhaus, das den Aufenthaltsbereich mit der Fahrzeughalle verbindet. Darauf ist eine Landkarte der Region abgebildet. In Echtzeit können die Johanniter-Rettungskräfte sehen, auf welcher Straße sich derzeit ein Rettungsfahrzeug befindet. Auf dem Flachbildschirm blinkt zudem auf, wohin der nächste Einsatz geht, beziehungsweise woher der Notruf kam.

Hochwasser und die Pandemie haben laut sächsischem Landtagspräsidenten und CDU-Wahlkreisabgeordneten Matthias Rößler einmal mehr gezeigt, wie wichtig Rettungskräfte sind. Es sei eine gute Entscheidung für den Standort in enger Nähe zum Krankenhaus gewesen, lobte er. Der neue Anbau an das Elblandklinikum mit der Notaufnahme, der im März 2019 eingeweiht wurde, liegt nur wenige Meter von der Rettungswache entfernt.

Playstation zum Trost

Während der anderthalb Jahre Bauzeit wurden die Johanniter auf die Geduldsprobe gestellt. Als Interim waren sie teilweise in mehreren Containern untergebracht. Und wäre die Baustelle noch nicht genug gewesen, platzte an einem Freitagnachmittag ein Heizungsrohr im Bestandsgebäude und sorgte dort für Nässe. Als Trost für die widrigen Umstände besorgte Roscher für seine Johanniter in der Radebeuler Wache eine Playstation.

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Im Februar 2017 übernahmen die Johanniter die Rettungswache in der Lößnitzstadt mit der Außenstelle Moritzburg. Bis Ende 2024 bleiben sie für das Gebiet zuständig. Dann steht die nächste Neuvergabe der Rettungswachenbereiche durch den Landkreis Meißen an, bei der sich die Johanniter wieder bewerben können. Insgesamt hält der Landkreis 14 Standorte des Rettungsdienstes in sechs Rettungswachenbereichen vor.

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