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Mohrenstraße: Keine Entscheidung geplant

Der Stadtrat in Radebeul will zu dem Thema derzeit keine Beschlüsse fassen. Er sieht noch Gesprächsbedarf.

Eine Umbenennung von Mohrenstraße und Mohrenhaus ist in der Stadtgesellschaft umstritten.
Eine Umbenennung von Mohrenstraße und Mohrenhaus ist in der Stadtgesellschaft umstritten. © Norbert Millauer

Radebeul. Ob Mohrenhaus und Mohrenstraße ihre Namen behalten oder es zu einer Umbenennung kommt, dazu steht in den Radebeuler Stadtratsgremien in absehbarer Zeit kein Beschluss an. Der Bildungs-, Kultur- und Sozialausschuss (BKSA) ist zu dem Ergebnis gekommen, dass das Stadtparlament „derzeit nicht der richtige Platz für diese Thematik“ sei. Darüber informierte die Stadtverwaltung.

Mit dem Ansinnen den Straßenzug sowie das schlossartige Gebäude mit Kita umzubenennen, weil der Begriff „Mohr“ rassistisch und nicht mehr zeitgemäß sei, hat sich die Schülergruppe „Rassismus ist keine Alternative“ (Rika) Anfang dieses Jahres mit einem Schreiben an den Stadtrat gewandt. Die Stadtratsfraktion Bürgerforum/Grüne/SPD griff die Initiative der Jugendlichen auf und beantragte, über den Vorschlag einer Umbenennung zu diskutieren.

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Der Stadtrat verwies auf seiner Januarsitzung dieses Anliegen einmütig in die Zuständigkeit des BKSA. Dieser befasste sich mit dem Schreiben der Gruppe, die aus rund einem Dutzend Jugendlicher besteht, erstmals am 23. Februar dieses Jahres sowie ein zweites Mal einen Monat später. Die Beratungen und deren Ergebnisse, wie mit dem Ansinnen der jungen Leute verfahren wird, waren bislang nichtöffentlich.

Geheimnis um weiteres Verfahren gelüftet

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Nun hat die Verwaltung das Geheimnis mit Erlaubnis der Ausschussmitglieder gelüftet. Danach stellt das Thema einer Namensänderung von Mohrenstraße und Mohrenhaus laut Sitzungsprotokoll derzeit keinen Beschlussgegenstand dar. „Ein Dialog mit der Jugendgruppe sollte daher auf zivilgesellschaftlicher Basis geführt werden, zum Beispiel im Rahmen einer Veranstaltung im Kulturbahnhof, sobald dies coronabedingt wieder möglich ist“, teilt die Stadtverwaltung mit. Für die Organisation dieses Gespräches haben sich Thomas Bürger und Anka Singer bereiterklärt. Beide wirken als sachverständige Bürger im BKSA mit. Die Rika-Gruppe wurde über das Beratungsergebnis sowie das Gesprächsangebot bereits informiert.

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