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Neuer Anlauf für die Elbtalstraße

Für den Neubau der S 84 zwischen Coswig und Meißen soll nun Baurecht geschaffen werden.

Der Coswiger Bauamtsleiter Wolfgang Weimann am Ende der S 84 in Coswig. Von hier aus soll die Straße bis Neusörnewitz bzw. Meißen weiter gebaut werden. Die Stadt Coswig wird ihren Teil zum Gelingen des Projektes beitragen, so Weimann.
Der Coswiger Bauamtsleiter Wolfgang Weimann am Ende der S 84 in Coswig. Von hier aus soll die Straße bis Neusörnewitz bzw. Meißen weiter gebaut werden. Die Stadt Coswig wird ihren Teil zum Gelingen des Projektes beitragen, so Weimann. © Arvid Müller

Der Neubau der Staatsstraße S 84 zwischen Dresden und Meißen scheint ein Projekt, das kein Ende findet. Nach langen Vorplanungen wurde vor zehn Jahren, 2011, der erste, 2,1 Kilometer lange Bauabschnitt mit der Niederwarthaer Brücke fertiggestellt. Die 1,3 Kilometer lange Trasse bis zur Naundorfer Straße wurde 2015 freigegeben. Seitdem ruht der Bau - bis Meißen fehlen jetzt noch 6,2 Kilometer.

Neue Hoffnung, dass es nun endlich weiter geht, macht eine Pressemitteilung der DEGES, der Deutsche Einheit Fernstraßenplanungs- und -bau GmbH, die im Auftrag von Bund und Ländern Straßenprojekte umsetzt. Am Montag teilte Sprecher Lutz Günther mit: „Heute hat die DEGES bei der Landesdirektion Sachsen den Antrag auf Planfeststellung für das rund 6,2 Kilometer lange Teilprojekt im Bereich der Stadt Coswig gestellt.“ Das heißt für die Trasse bis nach Neusörnewitz.

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Im Planfeststellungsverfahren muss die Landesdirektion die Entscheidung treffen, ob der Bau der Straße in der vorgeschlagenen Form genehmigt wird. „Im Rahmen des Verfahrens werden die Unterlagen in den betroffenen Gemeinden öffentlich ausgelegt, sodass alle Bürger, deren Belange durch die Maßnahme berührt werden, sich selbst ein Bild machen und gegebenenfalls Einwendungen gegen die Pläne einreichen können“, teilt Günther weiter mit.

© SZ Grafik

Für einen Teil der neuen Elbtalstraße war bereits 2010 die Planfeststellung eingeleitet worden. Aber, nachdem die DEGES das Projekt 2014 vom damals noch zuständigen Landesamt für Straßenbau und Verkehr übernommen hatte, sind die Planungen vollständig aktualisiert und an die neuesten rechtlichen und fachlichen Anforderungen angepasst worden, teilte Günther weiter mit.

„Geändert haben sich unter anderem das Knotenpunktkonzept, verschiedene Betroffenheiten und die Planungen für die Straßenentwässerung. Auch alle Gutachten – etwa zu Verkehr, Lärm, Umwelt und Wasser – sind neu“, erklärte der für die Elbtalstraße bei der DEGES zuständige Projektleiter Werner Breinig. Zugleich wurde bei der Landesdirektion Sachsen die endgültige Einstellung des 2010 eingeleiteten Planfeststellungsverfahrens beantragt. „Mit dem neuen Antrag werden nunmehr beide Bauabschnitte in einem Planfeststellungsverfahren gemeinsam betrachtet.“

Was heißt das nun alles für den Baubeginn der neuen Elbtalstraße? Auf eine entsprechende SZ-Anfrage bei der Landesdirektion Sachsen erklärte Sprecherin Linda Simon: „Die Dauer eines Planfeststellungsverfahrens ist von zu vielen verschiedenen Faktoren abhängig. Einen Durchschnittswert oder eine verlässliche Prognose, wie lange ein solches Verfahren dauert, können wir Ihnen deshalb nicht geben.“ Mit dem Bau der Elbtalstraße S 84 zwischen Coswig und Meißen könne frühestens dann begonnen werden, wenn ein bestandskräftiger Planfeststellungsbeschluss vorliegt, erklärte sie dazu weiter.

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