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Parkplatzplan am Spitzhaus liegt auf Eis

Auf der Wiese gegenüber der Ausflugsgaststätte sollten in diesem Jahr Autos parken können. Jedoch sind noch einige Probleme bis zum Bau zu lösen.

Die einstige Gärtnerei in Wahnsdorf ist absolut kein Schmuckstück. Ob man vom Spitzhaus aus oder von der anderen Seite in Richtung Ausfluggaststätte schaut, wie im Foto, - es ist und bleibt eine Ruine, die Reptilien erobern.
Die einstige Gärtnerei in Wahnsdorf ist absolut kein Schmuckstück. Ob man vom Spitzhaus aus oder von der anderen Seite in Richtung Ausfluggaststätte schaut, wie im Foto, - es ist und bleibt eine Ruine, die Reptilien erobern. © Arvid Müller

Radebeul. Vorne hui, hinten pfui - so lässt sich die Situation am Spitzhaus beschreiben. Von der Ausflugsgaststätte bietet sich ein atemberaubender Ausblick auf das Elbtal. Lässt man dagegen die Augen in die andere Richtung schweifen, breitet sich auf der gegenüberliegenden Straßenseite zunächst eine Wiese aus, auf der mittendrin verfallende Gewächshäuser und weitere ruinöse Gebäude einer alten Gärtnerei stehen. Die Spitzhaustraße ist an der Stelle sehr beengt und zum Bismarckturm hin wird ihr Zustand immer schlimmer.

Um für Besucher von Radebeuls Balkon mit Aussichtsturm und Gaststätte in unmittelbarer Nähe Park- sowie Wendemöglichkeiten für Busse und andere große Fahrzeuge zu schaffen, hat die Lößnitzstadt einen Plan für die brach liegende Gärtnerei erarbeitet. Der sah wie folgt aus: Gegenüber vom Spitzhaus soll ein Parkplatz für 63 Autos entstehen. Außerdem sind überdachte Abstellplätze für Fahrräder und eine öffentliche Toilette an der Ostseite vorgesehen.

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Wegen der Aussicht sind das Spitzhaus und der benachbarte Bismarckturm ein beliebtes Ausflugsziel, wie der Blick von der Turmspitze auf das Gasthaus zeigt.
Wegen der Aussicht sind das Spitzhaus und der benachbarte Bismarckturm ein beliebtes Ausflugsziel, wie der Blick von der Turmspitze auf das Gasthaus zeigt. © Arvid Müller

Der Verkehr wird künftig vor dem Spitzhaus auf den Parkplatz abbiegen und dann in einem Bogen als Einbahnstraße über das Gärtnereigelände führen. Die Spitzhausstraße wird so an ihrem Südende zu einer großen Wendeschleife beziehungsweise Ringstraße. Diesen Weg sollen auch Reisebusse nehmen, aus denen Besucher vor dem Restaurant an neuen Haltestellen aussteigen können. Am Nord- und Ostrand des ehemaligen Gärtnereiareals finden außerdem noch fünf Eigenheime einen Platz.

Entwurf musste geändert werden

Als die Stadtverwaltung im Herbst 2018 die Pläne in Wahnsdorf vorstellte, hoffte sie, den Parkplatz in diesem Jahr eröffnen zu können. Dieser Zeitplan bestand auch noch, als im Folgejahr der hierfür erforderliche Bebauungsplan Nummer 87 mit dem Namen „Spitzhausstraße“ öffentlich auslag. Doch im kürzlich beschlossenen Haushalt sind keine Mittel für den Bau des Stellplatzes und der Ringstraße eingestellt. Und seit der Bürgerbeteiligung 2019 ist es auch sehr still um das Vorhaben geworden. Auf einer Ortschaftsratssitzung war damals am Jahresende zu hören, dass die Eingaben schwerwiegend waren, ihre Prüfung und Abwägung einige Zeit in Anspruch nimmt und eventuell Veränderungen an dem Plan erforderlich machen.

Kritik äußerten beispielsweise Natur- und Umweltschützer. Sie befürchten, dass mit dem Bau des Parkplatzes und der Straße auf der jetzigen Wiese der Lebensraum vieler Tier- und Insektenarten verloren gehe. Bei der Öffentlichkeitsbeteiligung hat unter anderem die Untere Naturschutzbehörde des Landratsamtes Meißen darauf hingewiesen, dass im Plangebiet die streng geschützte Zauneidechse lebt. Die Kreisbehörde stimmt aber einer Umsiedlung der Eidechse zu. „Die Belange des Naturschutzes führen nicht zu einer Umplanung“, teilt die Stadtverwaltung mit.

Stadt ist noch nicht Eigentümer der Ex-Gärtnerei

Dem B-Plan in der Fassung von 2019 stehen allerdings Belange der Raumordnung entgegen. „Aus diesem Grund wurde der Entwurf überarbeitet“, informiert das Stadtplanungsamt. So wurden die Wohnbaufläche und die Fläche für den Parkplatz reduziert sowie der Standort des Toilettenhäuschens verändert. Um weniger Fläche zu versiegeln, ist jetzt nur noch ein Baufeld für ein Einfamilienhaus vorgesehen. Die Anzahl der Parkplätze verkleinert sich auf rund 50.

In einem Bebauungsplanverfahren wäre bis zum Satzungsbeschluss, mit dem der Plan Baureife erhält, nun eine weitere Bürgerbeteiligung erforderlich. Doch wann diese kommt, steht noch in den Sternen. Denn der B-Plan liegt erst einmal auf Eis. Die Lößnitzstadt ist bislang noch nicht Eigentümer der Ex-Gärtnerei. Der Besitz ist jedoch eine weitere Voraussetzung, um den Parkplatz bauen zu können. „Wenn die Grundstücksverhandlungen zum Plangebiet abgeschlossen sind, erfolgt die weitere Bearbeitung des B-Planes“, heißt es aus dem Rathaus.

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