merken
PLUS Radebeul

Petition zum Schutz der Villengebiete

Bürger in Radebeul fordern Bebauungspläne für die Lößnitzortschaften. Sie wollen so unliebsame Neubauten verhindern.

An die Stelle des Hauses Fritz-Schulze-Straße 11 soll ein größeres Gebäude gesetzt werden.
An die Stelle des Hauses Fritz-Schulze-Straße 11 soll ein größeres Gebäude gesetzt werden. © Arvid Müller

Radebeul. Gegen den geplanten Bau eines Mehrfamilienhauses an der Fritz-Schulze-Straße regt sich in Radebeul Widerstand. Für das Grundstück mit der Hausnummer 11 im Stadtteil Oberlößnitz liegt eine Bauvoranfrage vor. Sie hat den Abriss des bestehenden Gebäudes und den Neubau eines größeren Hauses mit sechs Vier-Zimmerwohnungen zum Inhalt. Die Bauvoranfrage wurde positiv von der Stadtverwaltung beschieden.

Während der Einwohnerfragestunde zu Beginn der jüngsten Stadtratssitzung hat der emeritierte Professor Piotr R. Scheller im Namen von 70 Anwohnern des Straßenzugs eine Petition an Oberbürgermeister Bert Wendsche (parteilos) übergeben. Die Unterzeichner protestieren gegen das Errichten überdimensionierter und an die Umgebungsbebauung nicht angepasster Neubauten in Radebeul.

Anzeige
Ferientipps für Sachsen und Umgebung
Ferientipps für Sachsen und Umgebung

Da ist sie endlich wieder, die schönste Zeit des Jahres - die Sommerferien! Wir haben tolle Freizeittipps für Familienausflüge in Sachsen, Thüringen und darüber hinaus.

„Die rücksichtslose Verdichtung zerstört den Charakter der historischen Garten- und Villenstadt und schädigt das Gemeinwohl“, schreiben die Petenten. Der neueste Akt in diesem Trauerspiel sei das geplante Bauvorhaben auf dem Grundstück Fritz-Schulze-Straße 11. In der unmittelbar angrenzenden Nachbarschaft stünden ausschließlich Einfamilienhäuser, auf der gegenüberliegenden Straßenseite Zweifamilienvillen. „Bei der geringen Größe des betreffenden Grundstücks würden kaum Grünflächen übrig bleiben, was den Charakter des Villenviertels zerstört“, kritisieren die Petenten.

Widerspruch gegen Bauvoranfrage eingelegt

Weiterführende Artikel

Baustreit: Zwei Fraktionen greifen Bürgerprotest auf

Baustreit: Zwei Fraktionen greifen Bürgerprotest auf

CDU und AfD beantragen einen B-Plan zum Schutz eines Villengebiets im Stadtteil Oberlößnitz.

Wieder droht ein Hausabriss im Villenviertel

Wieder droht ein Hausabriss im Villenviertel

Die Diskussion, welche Gebäude nach Radebeul passen, reißt nicht ab. Warum lässt sich ein Abriss mitten im Verfahren für eine Erhaltungssatzung nicht verhindern?

Der Baustreit von Radebeul

Der Baustreit von Radebeul

Der Protest über Neubauten nimmt zu. Der Kultur-Bahnhof ist bei der Podiumsdiskussion brechend voll.

Sie fordern für die Lößnitzortschaften das schnellstmögliche Erstellen von Bebauungsplänen. Im Planverfahren soll mit den Bürgern darüber diskutiert werden, wie ihre Umgebung aussehen soll. Ganz konkret fordern die Anwohner für das Gebiet in dem Viereck mit Emil-Högg-Straße im Westen und August-Bebel-Straße im Osten sowie Maxim-Gorki-Straße im Süden und Augustusweg im Norden dringendst das Fassen eines Aufstellungsbeschlusses. Bis zum Aufstellen des B-Plans müssten jegliche Baugenehmigungsverfahren und jegliche Bautätigkeit zurückgestellt werden.

Bislang sei noch kein Bauantrag gestellt worden, informierte Baubürgermeister Jörg Müller (parteilos). Gegen den Bauvorbescheid haben Nachbarn Widerspruch eingelegt, die derzeit geprüft werden.

Mehr zum Thema Radebeul