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Rabu: Open-Air-Saisonstart statt Prunksitzungen

Nachdem Karneval in Radeburg im Vorjahr weder im Saal noch im Freien gefeiert werden konnte, will der RCC nun trotz Einschänkungen Vollgas geben.

Von Sven Görner
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Im Saal vom Hirsch kann die Funkengarde des RCC wie hier zur 1. Prunksitzung 2019 auch in diesem Jahr nicht auftreten. Aber sie hat fleißig geprobt und wird so das Programm bei der geplanten Party auf dem Radeburger Markt mitgestalten.
Im Saal vom Hirsch kann die Funkengarde des RCC wie hier zur 1. Prunksitzung 2019 auch in diesem Jahr nicht auftreten. Aber sie hat fleißig geprobt und wird so das Programm bei der geplanten Party auf dem Radeburger Markt mitgestalten. © SZ/Sven Görner (Archiv)

Radeburg. Die Hoffnung stirbt bekanntlich zuletzt. Und so haben wohl viele Faschingsverrückte in der Karnevalshochburg Radeburg und ihrem Umfeld darauf gehofft, dass es doch noch eine Möglichkeit gibt, den Start in die 65. Saison des Radeburger Carnevals Clubs zünftig zu feiern.

Nun steht es fest: Rabu gibt am 13.11. für fast acht Stunden getreu seines diesjährigen Saisonmottos Vollgas. Und 999 Närrinen und Narren dürfen bei der Open-Air-Party auf dem Marktplatz der Zille-Stadt dabei sein. Die Karten für das Spektakel werden am Sonnabend von 10 bis 12 Uhr verkauft.

Nachdem sich die närrischen Aktivitäten in der Vorjahressaison coronabedingt auf eine kurzfristig improvisierte Schlüsselübergabe und eine aus der Not geborene virtuelle Prunksitzung auf dem Sofa beschränken mussten, hatten die Verantwortlichen des RCC für die neue Saison auf bessere Zeiten gehofft. Allerdings hatte Vereinschef Olaf Häßlich im Sommer auch gesagt: „Eigentlich kann sich keiner vorstellen, dass im November wieder alles ist wie vor Corona, doch genauso kann sich niemand vorstellen, dass erneut alles ausfällt.“

Freiluft-Option offen gehalten

Und so mussten die Verantwortlichen schließlich Ende September schweren Herzens mitteilen, dass es auch in diesem Jahr zum Start in die fünfte Jahreszeit keine Saalveranstaltung im Hirsch geben wird. Neben den traditionell drei Prunksitzungen war damit auch die Reloaded-Party gestrichen. Zwar wären diese nach der geltenden Verordnung möglich gewesen, aber unter 3G-Bedingungen und nur bei halber Auslastung des Saales. Außerdem hätte bei Nichteinhaltung des 1,50-Meter-Abstands Maske getragen werden müssen. Das, so hatte der RCC-Präsident deutlich gemacht, sei finanziell für den Verein nicht machbar und „das wären auch keine Prunksitzungen, wie wir sie lieben und leben“.

Ob es in der ersten Hälfte der 65. Saison des RCC dennoch Hoffnung auf eine Veranstaltung gibt, hatte Olaf Häßlich Anfang Oktober im Gespräch mit der SZ allerdings bewusst offengelassen. Mit Verweis auf das Vorjahr. Da war bei Absage des Saisonauftakts kommuniziert worden, als Ersatz vielleicht eine Open-Air-Veranstaltung durchzuführen, die sich am Ende aufgrund der Coronaregelungen aber auch nicht realisieren ließ.

Wie groß wird die Nachfrage sein?

„Wir werden versuchen, ob irgendetwas möglich ist“, hatte der Präsident ergänzt, „aber es muss sinnvoll sein, auch aus finanzieller Sicht.“ Einen Auftakt am 11.11. um 11.11 Uhr auf dem Markt werde es daher mit Sicherheit auch nicht geben. „Technik und Bühne kosten auch Geld, das wir durch eine Veranstaltung mit Eintritt erwirtschaften müssten.“

In der vergangenen Mitgliederversammlung habe es gegrummelt, sagt Olaf Häßlich, jetzt im SZ-Gespräch. Das erste Mal seit seiner Präsidentschaft. Und diese währt nun immerhin schon seit der Wende, seit der 32. Saison. Nun also steht fest, eine Party wird vorbereitet. Wenn auch mit aller Vorsicht. Denn nach wie vor gibt es Unwägbarkeiten. Was wird, wenn die Vorwarnstufe bei der Belegung der Krankenhausbetten erreicht ist? Aktuell bewegen sich die Zahlen schnell in diese Richtung und könnten in der nächsten Woche erreicht sein. Zudem ist die Veranstaltung ein Novum. Zwar werden die jeweils 3.000 Karten für die zwei Zeltpartys seit Jahren ohne Probleme unter das närrische Volk gebracht, „aber bei einer Freiluftveranstaltung, noch dazu im November, spielt das Wetter ja eine wichtige Rolle“.

Und dann sei da ja auch noch eine paradoxe Situation, die derzeit viele Veranstalter beobachten. Zum einen würden die Leute beklagen, dass sie so lange nicht weggehen konnten, die Veranstalter ihre Karten aber oft nur schwer abgesetzt bekommen.

Der Sonnabend ist ein entscheidender Tag

Für Olaf Häßlich ist der Sonnabend daher auch ein entscheidender Tag. „Abhängig vom Kartenverkauf können wir weiter planen.“ Zum Glück sei es derzeit kein Problem, auch kurzfristig Toiletten und Pagodenzelte anzumieten. Klappt alles wie geplant, dann soll die Party am 13. wie eine Zeltveranstaltung werden, nur ohne Zelt. Mit einem Wechsel aus Programmteilen des RCC, Livemusik und DJs.

Auch ein Prinzenpaar steht bereits seit der vergangenen Saison zur Krönung bereit. „Ich habe ihm aber bis zum Wochenende Bedenkzeit eingeräumt, ob sie das unter diesen Bedingungen sein wollen“, so der Vereinschef. Wenn nicht, bleibt nach der 64. auch die 65. Saison in Radeburg ohne Tollitäten.

Karten für die Open-Air-Party am 13.11. von 14.11 bis 22 Uhr gibt es am 30. Oktober von 10 bis 12 Uhr für 12,50 Euro im Ideenwerk Radeburg, August-Bebel-Straße 2. Restkarten, falls vorhanden, werden für 15 Euro an der Abendkasse verkauft.