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Radebeul: Der Künstler Enrico Scotta gibt einen seltenen Einblick in sein Schaffen

Nur noch am dritten Juni-Wochenende öffnet sich die Tür zur Art Gallery „La Fenice“ in Radebeul.

Von Silvio Kuhnert
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Enrico Scotta lebt und arbeitet seit 1998 in Radebeul. In der Art Gallery „La Fenice“ gibt er einen Überblick über sein Werk.
Enrico Scotta lebt und arbeitet seit 1998 in Radebeul. In der Art Gallery „La Fenice“ gibt er einen Überblick über sein Werk. © Norbert Millauer

Radebeul. Eine besondere und seltene Gelegenheit, die Arbeiten des Künstlers Enrico Scotta kennenzulernen, bietet sich an diesem und nächsten Wochenende in der Art Gallery „La Fenice“ in Radebeul. Im Erdgeschoss und Souterrain der Villa, Heinrich-Zille-Straße 57, sind Werke aus unterschiedlichen Schaffensphasen zu sehen. Unter dem Titel „Kulturelle Brücken“ zeigt der Künstler mit italienischen Wurzeln Ölgemälde, Skulpturen und Zeichnungen.

Ein Thema und Motiv ist dabei unübersehbar, was er selbst in dem Credo „Die Weiblichkeit ist der göttliche Ausdruck der gesamten Schöpfung“ zusammenfasst. „Seien es seine Wasserwesen, Symbole der mütterlichen Fruchtbarkeit der Ozeane, seien es die Mondphasen - im lateinischsprachigen Raum ist ‚la luna‘ weiblich -, seien es seine schöpferischen Reflexionen über die Geschichte Lateinamerikas vor und nach der spanischen Eroberung - stets verdichtet sich die Harmonie der Linie zur vollendeten Form des Weiblichen. Mutter Erde, die große Gebärende, die Hervorbringerin allen Lebens ist allgegenwärtig“, sagte Thomas Gerlach in seiner Laudatio zur Eröffnung und brachte einen zentralen Aspekts von Scottas Schaffen zum Ausdruck.

In der Schau sind unterschiedliche Schaffensphasen in Deutschland und Brasilien vereint. So werden unter anderem Auszüge aus zwei Kunstprojekten seines vierjährigen Studienaufenthaltes (1987-1991) in Lateinamerika präsentiert: Das Projekt „Pedra e Ferro“ (Stein und Eisen) handelt über die beiden grundlegenden natürlichen Elemente menschlicher kultureller Entwicklung. In „O Povo do Sol e o Povo da Escuridão“ (Das Volk der Sonne und das Volk der Dunkelheit) geht es um die Zerstörung der aztekischen Hochkultur.

Der italienische Künstler Enrico Scotta ist 1949 in Perugia, Umbrien, geboren worden und absolvierte das Studium der Zeichnung, Malerei und Keramik an der Accademia di Belle Arti in seiner Heimatstadt und qualifizierte sich später als Gemälderestaurator. Seit 1998 lebt und arbeitet er in Radebeul, hat unter anderem Werke von Sascha Schneider im Karl-May-Museum restauriert.

In der Ausstellung sind Ausschnitte aus vier Kunstprojekten seiner Schaffenszeit in Deutschland und Sachsen seit 1994 zu sehen. Unter dem Titel „Sandstein – Stein – Kirche“ verfolgte er den Wiederaufbau der Frauenkirche in Dresden. Sie ist auch einer der Hauptgründe, warum er ins Elbtal kam und auch hierblieb. In „Expulsio – Wohin?“ setzte er sich mit „La Commedia Divina“, „Die Göttliche Komödie“, zum 700. Todestag des italienischen Dichters Dante Alighieri auseinander. Des Weiteren befasst sich Scotta mit dem Urmaterial Stein als Zeuge sinnlicher Botschaften im ewigen Kreislauf von Natur und Kultur. „Das Universum ist rund“ ist ein weiteres Credo von ihm, was er in mythologischen weiblichen Figuren zum Ausdruck bringt.

Kunstausstellung Enrico Scotta, Art Gallery „La Fenice“, Heinrich-Zille-Straße 57, Öffnungszeiten 14. bis 16. Juni, freitags bis sonntags von 15.30-18 Uhr