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Radebeuls Tagesmütter bekommen mehr Geld

Für die bisherige Entlohnung der Tagespflege hagelte es für die Stadt Radebeul Klagen. Nun gibt es eine Einigung.

Tagesmutti Anja Eckelt spielt mit ihren Schützlingen im Garten. Sie bekommt für ihre Arbeit ab 2021 eine bessere Vergütung.
Tagesmutti Anja Eckelt spielt mit ihren Schützlingen im Garten. Sie bekommt für ihre Arbeit ab 2021 eine bessere Vergütung. © Arvid Müller

Radebeul. Die Auseinandersetzung um eine bessere Bezahlung der Kindertagespflege in Radebeul ist beigelegt. Tagesmütter und Stadt haben sich nach langen Verhandlungen geeinigt. Ab 1. Januar 2021 bekommen die 19 Tagesmuttis mehr Geld für das Betreuen von Kindern im Alter bis zu drei Jahren.

So beträgt die laufende Geldleistung bei Berufseinstieg 682,95 Euro pro Kind je Monat, wenn die Betreuung in der eigenen Wohnung erfolgt. Mietet die Tagesmutti dafür eine Wohnung extra an, liegt der monatliche Satz bei 702,48 Euro. Mit Berufserhöhung erhöht sich der Betrag in zwei weiteren Stufen. Zudem enthält die Entlohnung einen Sachkostenzuschlag von 133,83 beziehungsweise 153,35 Euro sowie einen Sonderzuschuss von 35 Euro. Bis zu fünf Kinder darf eine Tagesmutti betreuen.

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Den Bärenanteil der Vergütung macht die sogenannte Förderleistung, quasi das Grundgehalt der Tagespflege, aus. Mit diesem wird die Betreuungsleistung entlohnt. Ab 2021 bekommt eine Berufseinsteigerin 514,13 Euro pro Kind im Monat. Nach fünf Jahren erhöht sich der Betrag auf 557,33 Euro. Und nach zehn Jahren Berufserfahrung liegt er bei 598,05 Euro. Eine Tagesmutti in Radebeul hat Anspruch auf 26 bezahlte Urlaubstage. Die Vergütung orientiert sich künftig am Tarifvertrag für den öffentlichen Dienst für eine ungelernte Kita-Erzieherin. Das war eine Forderung der Tagesmütter, die sich zum Großteil im Verein Kindertagespflege Landkreis Meißen zusammengeschlossen haben.

Mehrere Klagen anhängig

Bei der bisherigen Entlohnung war die Auslegung des Begriffs "leistungsgerechte Ausgestaltung der Förderleistung", wie es im Kinder- und Jugendhilfegesetz heißt, sowie die Höhe der Sachkosten strittig. So bekam eine Tagesmutti bislang 512,19 Euro je Kind und Monat für eine Neun-Stunden-Betreuung an Förderleistung. Der Sachkostenzuschlag betrug 90,94 Euro monatlich pro Kind, wenn die Betreuung in den eigenen vier Wänden zu Hause erfolgt, beim Mieten einer extra Wohnung lag der Pauschalbetrag bei 108,13 Euro.

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Die nun erzielte Einigung kostet die Lößnitzstadt insgesamt 747.604,66 Euro im Jahr. Sie hofft, damit ab 2021 nicht mehr verklagt zu werden. Denn gegen die bisherige Vergütung laufen elf Klagen im Berufungsverfahren beim Oberverwaltungsgericht in Bautzen für die Jahre 2014 bis 2017. Für das Jahr 2018 können Klagen noch bis Ende 2021 eingereicht werden.

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