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Radeburg: Ein bisschen Normalität trotz Corona

Auf dem Platz der TSV gibt es am Wochenende Sport, Spaß, Musik und mehr. Neben der Sportzentrum-Olympiade findet dort der Tag der Vereine statt.

Roland Mehnert, der Platzwart der TSV 1862 Radeburg, baut das Trennnetzes zwischen den beiden neuen Beachvolleyball-Feldern auf.
Roland Mehnert, der Platzwart der TSV 1862 Radeburg, baut das Trennnetzes zwischen den beiden neuen Beachvolleyball-Feldern auf. © Norbert Millauer

Radeburg. Uwe Peuker, der Vorsitzende der TSV 1862 Radeburg e.V., fremdelt etwas mit dem Olympiade-Begriff für die Veranstaltung, die am Freitag und Sonnabend nun bereits zum fünften Mal auf dem Vereinsgelände stattfindet. Und tatsächlich geht es dabei trotz der angekündigten sportlichen Wettbewerbe weniger um „höher, schneller, weiter“, sondern eher um den Spaß an der Sache.

Und noch etwas ist dem Großdittmannsdorfer, der vor gut drei Jahren den Vereinsvorsitz von René Eilke übernommen hat und im vergangenen Jahr von den Mitgliedern der TSV wiedergewählt wurde, wichtig: „Ich möchte die Leute zusammenbringen. Im Verein, aber auch die TSV mit den Radeburgern und anderen Vereinen.“

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Das kommende Wochenende ist dafür eine gute Gelegenheit. Denn zum ersten Mal in der Geschichte der Sportzentrum-Olympiade und des Tages der Radeburger Vereine finden diese an einem Wochenende statt. Und zwar in Regie des größten Vereins der Zille-Stadt. Immerhin zählt die TSV 1862 Radeburg e.V. rund 650 Mitglieder in sechs Abteilungen. Von den Fußballern bis zu den Turnern. Besonders stolz ist der Vorsitzende darauf, dass wegen der Coronazwangspause keine Abgänge zu verzeichnen waren. „Im Gegenteil, bei den Kindern haben wir sogar einige neu angemeldete.“

Pause zum Bauen genutzt

Und bei allen Problemen, die wie andere Vereine auch die Turn- und Spielvereinigung durch die Pandemie hatte - wie finanzielle Ausfälle -, sieht Uwe Peuker sogar noch einen weiteren positiven Effekt der coronabedingten Einschränkungen: „Der Idee des Zusammenführens der einzelnen Abteilungen haben diese sogar geholfen.“ So kamen die Handballer - die sonst eigentlich immer auf dem Meißner Berg sind - auch auf das Vereinsgelände an der Jahn-Allee, weil dort im Freien das Trainieren eher wieder möglich war als in der Halle. „An manchen Tagen waren dort in der Zeit von 14 bis 21 Uhr bis zu 200 Sportler aller Abteilungen aktiv.“

Seit dem vergangenen Jahr gibt es auf dem Sportplatz übrigens auch einen Beachvolleyball-Platz. „Den haben wir in diesem Jahr sogar noch um einen zweiten erweitert.“ Der Wunsch nach einer solchen Spielmöglichkeit war von Mitgliedern der Volleyball-Abteilung des Vereins geäußert worden. Genutzt wurde 2020 aber auch, um eine Unterflurbewässerung auf dem Rasenplatz einzubauen. Eine Investition, die Zeit, Energie und Wasser sparen soll.

Und Uwe Peuker nennt noch eine weitere Investition. In der modernen Kegelanlage, die vor sechs Jahren als Teil des neuen Vereinsgebäudes entstanden ist, wurde jetzt noch für 12.000 Euro ein Schallschutz eingebaut.

Das alles kann am Wochenende nicht nur begutachtet, sondern auch genutzt werden. Denn auf dem Programm der Veranstaltung stehen unter anderem auch ein Kegelwettbewerb für jedermann, ein Fußball-Spaßturnier und Volleyball. Wer will, kann auch die neue Dartanlage ausprobieren, die aus diesem Anlass eingeweiht wird. Für Handballfreunde wird es übrigens bereits am Freitagabend ein besonderes Angebot geben - ein Großfeld-Turnier. Diese Art des Handballs war in den 1960er-Jahren sehr populär.

Die Kreise an der Decke und die Waben an den Wänden wurden in diesem Jahr als Schallschutz angebracht.
Die Kreise an der Decke und die Waben an den Wänden wurden in diesem Jahr als Schallschutz angebracht. © Norbert Millauer

Während die Radeburger Olympiade - die vor sechs Jahren zur Fertigstellung des neuen Sportzentrums in Leben gerufen worden war - im Vorjahr ausfallen musste, wurde der Tag der Vereine 2020 kurzfristig vom Kirchplatz auf den Sportplatz verlegt. Dort konnte er coronakonform durchgeführt werden. Der Tag blieb dann auch die einzige größere Veranstaltung in der Zille-Stadt.

Der Bitte der Stadtverwaltung, sich in diesem Jahr erneut um den Vereinstag zu kümmern, sei man gern nachgekommen. „Allerdings haben wir auch klar gesagt, dass wir niemanden etwas wegnehmen wollen“, ergänzt der TSV-Vorsitzende. „Aus organisatorischen Gründen war es aber sinnvoll, beide Veranstaltungen auf einen Tag zu legen.“ Uwe Peuker freut sich, dass 14 Vereine zugesagt haben, sich in die Ausgestaltung des Tages einzubringen. Das geht von den Kaninchenzüchtern über Jugendclubs bis hin zur Feuerwehr, den Ornithologen und dem Kultur- und Heimatverein.

Dieser bietet beispielsweise am Sonntag um 14 und 16 Uhr eine Führung zur einst geplanten, aber nie gebauten Nordbahn an. „Diese sollte einen Bahnhof an der Stelle bekommen, wo heute der Sportplatz ist“, sagt der Vereinsvorsitzende Jens Böhme. Im Kultur- und Heimatverein gibt es jetzt auch einige Modelleisenbahner, die sich sehr intensiv mit dem Thema befassen. „In den Archiven gibt es sehr viel Material dazu“, ergänzt Jens Böhme. Sollte sein Verein mal über entsprechende Räume verfügen, könnte es sein, dass die Nordbahn doch noch gebaut wird - als Modellanlage.

Radeburger Boxer wollen wieder antreten

Die Großdittmannsdorfer Ornithologen werden an ihrem Stand zum Vereinstag unter anderem Nisthilfen für verschiedene Vögel vorstellen. Auch die Kinder- und Jugend-AG des Vereins ist mit dabei.

Der Boxclub Radeburg, der nicht zur TSV gehört, soll am Samstagabend wieder einen Teil der Sportzentrum-Olympiade mitgestalten. „Vor zwei Jahren, bei der vierten Auflage der Veranstaltung, war er schon einmal mit einem Hochring im Freien dabei, was sehr großen Zulauf fand“, erzählt Uwe Peuker. Diese tolle Sache soll nun wiederholt werden. Antreten werden dabei nicht nur Boxer des Radeburger Vereins. „Ich hoffe sehr, dass das Wetter uns keinen Strich durch die Rechnung macht.“ Im Anschluss an das Boxen wird es in Regie der Radeburger Kellercrew eine Open-Air-Disco auf dem Sportplatzgelände geben. Musik im Zelt ist dagegen für den Freitagabend geplant. Und auch am Sonntag klingt der Tag musikalisch aus.

Uwe Peuker sieht den Vereinstag als eine Veranstaltung, die allen nützt. „Es geht nicht um Konkurrenz, sondern um gegenseitiges Helfen.“ Die Turnerinnen der TSV hätten beispielsweise dank einer gezeigten Choreografie bei dieser Veranstaltung neue Mitglieder gewonnen. Und bei den Keglern gibt es eine Mädchen-Jugendgruppe.

Coronatests sind nicht erforderlich

Geplant war das Wochenende mit einem Coronatest-Angebot. „Der ASB hatte uns sofort zugesichert, die Veranstaltung zu retten, wenn die Tests erforderlich sind.“ Der TSV hatte seine Räume in den vergangenen Monaten für das Radeburger Testzentrum kostenfrei zur Verfügung gestellt. „Auch als Dank an die Stadt und die Radeburger“, so der Vereinschef. Tests sind für den Veranstaltungsbesuch nun übrigens nicht erforderlich.

Unterstützt wird das Wochenende nicht nur von Radeburger Firmen, sondern auch durch Fördermittel aus dem Bundesprogramm „Demokratie leben“.

Das komplette Programm des Wochenendes in Radeburg gibt es unter www.tsv-radeburg.de.

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