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Ein neuer Brunnen für den Zille-Hain

Radeburg will, dass der Park sein Schmuckstück wiederbekommt. Dafür wurden jetzt weitere Beschlüsse gefasst. Der Brunnen ist aber nur der Anfang.

Von Sven Görner
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Der jetzige Zustand des Brunnens im Radeburger Zille-Hain bietet einen trostlosen Anblick. Doch das soll nicht so bleiben.
Der jetzige Zustand des Brunnens im Radeburger Zille-Hain bietet einen trostlosen Anblick. Doch das soll nicht so bleiben. © Norbert Millauer

Radeburg. Der Verfall ist sichtbar. Und er schreitet immer schneller voran. Die Fontäne im Brunnen neben dem Spielplatz im Zille-Hain sprudelt schon lange nicht mehr. Die einst kleine Schadstelle am Rand der Schale ist inzwischen zu einer tiefen und großen Kerbe geworden.

Doch das soll nicht so bleiben. Die Stadt will, dass der Brunnen wieder sprudelt. Noch in diesem Jahr, so der Plan, sollen die Arbeiten, für einen mit der Denkmalpflege abgestimmten Neubau, vergeben werden. Ursprünglich sollte das jetzige Bauwerk saniert werden. Doch dafür ist es mittlerweile zu marode.

Die historische Aufnahme zeigt den Brunnen und wie es um diesen herum einmal ausgesehen hat. Einen Zaun soll es künftig nicht wieder geben.
Die historische Aufnahme zeigt den Brunnen und wie es um diesen herum einmal ausgesehen hat. Einen Zaun soll es künftig nicht wieder geben. © Stadtarchiv Radeburg

In der vergangenen Sitzung wurden nun zwei wichtige Entscheidungen gefasst, damit das Vorhaben weiter zügig vorangetrieben werden kann. Dabei ging es um die Ausformung der Brunnenschale und des Wasserbildes der Düsen. Vom Planungsbüro aus Dresden waren drei Varianten für die Schale erarbeitet worden. Dabei musste die Forderung der Denkmalpflege beachtet werden, dass diese aus Kunststein gefertigt sein muss.

Allen Varianten gleich ist, dass sie aus acht gegossenen Betonsegmenten bestehen sollen. Der Unterschied besteht in der Art der Abdichtung. Bei der Variante eins soll die offen und fugenlos erfolgen. Der Übergang zwischen dieser und dem Betonring ist damit sichtbar. Bei der zweiten Variante, die vom Planungsbüro als bevorzugte Ausführung genannt wurde, wäre die Abdichtung integriert und damit nicht sichtbar. Die letzte Variante würde mit einer verdeckten Abdichtung realisiert werden. Die Konstruktion wäre einfach, allerdings müsste der Beckenrand anders als jetzt geneigt werden und auch der Wasserspiegel im Brunnen wäre niedriger als bei den beiden anderen.

Bei diesen würde das Wasser etwa 30 Zentimeter tief sein. Mehr Wasser soll es angesichts des benachbarten Spielplatzes nicht sein, viel weniger sei allerdings auch nicht möglich, da die Fontäne ein Mindestwasservolumen benötigt.

Kostenberechnung liegt bei 263.000 Euro

Die Stadträte entschieden sich schließlich bei einer Enthaltung für die Variante eins. Die, gegenüber der von den Planern empfohlenen Ausführung, wohl die kostengünstigere ist. Denn wie hoch der konstruktive Mehraufwand für die Variante zwei ist, war in den Unterlagen nicht genau ausgeführt worden.

Bei den Wasserdüsen standen zwei zur Auswahl. Das von ihnen erzeugte Wasserbild soll sich möglichst an den auf historischen Abbildungen überlieferten anlehnen. Eine genaue Kopie sei allerdings nicht möglich, zumindest nicht mit den am Markt befindlichen Düsen.

Bei ihrer Entscheidung in dieser Frage folgten die Räte dem Vorschlag der Planer. Auch wenn die von dieser Düse erzeugte Fontäne offenbar nicht ganz so hoch ist wie die der anderen. Zumindest nach den vorliegenden Fotos zu urteilen. Bei Wind ist das angesichts des Spielplatzes aber vermutlich die bessere Wahl, wie selbst die Befürworter des höheren Wasserstrahls einräumten.

Die Planer haben für den Brunnenneubau Kosten von 263.900 Euro errechnet. Einschließlich der Wiederherstellung der den Brunnen umgebenden Grünanlagen. Zwei Drittel der Kosten könnte die Stadt aber gefördert bekommen.