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Radeburg will ein Testzentrum

Verkündet waren die kostenlosen Coronatests für alle schnell. Doch wer in der Zille-Stadt wohnt, hat vor Ort keine Möglichkeit. Das soll sich ändern.

Theoretisch hat jeder Bürger seit zweieinhalb Wochen das Recht, sich einmal wöchentlich kostenlos auf das Coronavirus testen zu lassen. Praktisch ist das schwierig.
Theoretisch hat jeder Bürger seit zweieinhalb Wochen das Recht, sich einmal wöchentlich kostenlos auf das Coronavirus testen zu lassen. Praktisch ist das schwierig. © Arvid Müller

Radeburg. Ein Ergebnis der Bund-Länder-Beratungen in der ersten März-Woche war, dass künftig jeder das Recht haben sollte, sich mindestens einmal pro Woche kostenlos mit einem Schnelltest auf das Coronavirus testen zu lassen. Die Tests, so wurde verkündet, sollten beispielsweise in Testzentren, Apotheken und Arztpraxen angeboten werden.

Was sich gut anhörte und manchen Hoffnung schöpfen ließ, dass nun vielleicht etwas mehr Normalität möglich wird, stellte sich in der Praxis wieder einmal als deutlich schwieriger heraus. Zum einen waren die Tests noch knapp. Vor allem aber fehlt es an Anbietern für die Testung. Während es in großen Städten wie Dresden inzwischen sogar mehrere Testzentren gibt, sind die Möglichkeiten im Landkreis wesentlich geringer. „Unseren beiden Apotheken fehlen die räumlichen Voraussetzungen dafür“, sagt Radeburgs Bürgermeisterin Michaela Ritter (parteilos). Seit der Bekanntgabe der kostenlosen Testungen wird sie immer wieder von Zille-Städtern gefragt, wann und wo diese denn endlich in Radeburg möglich sind.

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Bürgermeisterin hat möglichen Betreiber gefunden

„Mein Ziel ist es, in Radeburg ein Testzentrum einzurichten“, so die Verwaltungschefin. Den Plan für ein eigenes Testzentrum in der Stadt verfolgt auch ihr Großenhainer Amtskollege Sven Mißbach. Im Gegensatz zu anderen Städten des Landkreises sei es ihm aber bisher leider noch nicht gelungen, einen dafür notwendigen Betreiber und die Genehmigung der Kassenärztlichen Vereinigung zu erhalten. Allerdings: Während die Zustimmung des Gesundheitsamtes Meißen schon vorliege, schaue es auch sonst nicht so schlecht aus. Soldaten der Bundeswehr, die personell unterstützen könnten, wären ab kommenden Montag verfügbar. Nun bemühen sich die Großenhainer noch intensiv um medizinisches Personal. „Da das DRK, die Johanniter oder die Diakonie bereits mit anderen Aufgaben gebunden sind, werden wir das Testzentrum als Stadt selbst betreiben“, sagt Sven Mißbach.

Die Stadt Radeburg hatte zu Monatsbeginn mit dem DRK bereits eine Schulung für Mitarbeiter aus Kindergärten organisiert, damit diese die dort vorgeschriebenen Tests durchführen können.
Die Stadt Radeburg hatte zu Monatsbeginn mit dem DRK bereits eine Schulung für Mitarbeiter aus Kindergärten organisiert, damit diese die dort vorgeschriebenen Tests durchführen können. © Arvid Müller

Michaela Ritter hat indes einen Betreiber gefunden: den ASB Dresden/Kamenz. Es gebe auch ein Gebäude, dass die nötigen Anforderungen wie Warteräume, Parkplätze, Toiletten etc. bietet. „Unsere Vorstellung ist, zunächst zweimal wöchentlich Testmöglichkeiten anzubieten.“ Werde das gut angenommen, sei aus Sicht des ASB ein Ausbau auf drei Tage in der Woche möglich, ergänzt die Bürgermeisterin.

Klaudia Deuchert vom ASB Dresden/Kamenz sagte am Mittwoch auf SZ-Nachfrage, dass man noch dabei sei, die notwendigen Genehmigungen vom Landratsamt Meißen und von der Kassenärztlichen Vereinigung Sachsens einzuholen.

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Vom Amt für Brand-, Katastrophenschutz und Rettungswesen des Landkreises Meißen gab es am Gleichen Tag die Auskunft, dass das Testzentrum nächste Woche in Betrieb gehen soll. „Die Beauftragung durch das Landratsamt ist erfolgt. Alles Weitere liegt in der Planung vom ASB.“

Anmerkung: In einer vorherigen Version des Beitrages stand, dass Testzentrum solle im Ratssaal eingerichtet werden. Das ist nicht der Fall und wir haben es berichtigt.

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