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Saxonia-Express rast ohne Stopp durch Radebeul

Die Züge des Regional-Expresses nach Leipzig halten bis auf eine Ausnahme nicht mehr am Bahnhof in Ost. Gilt dies nun für immer?

Auf dem Fernverkehrsgleis rollt der Saxonia-Express (RE 50) am Bahnsteig von Radebeul-Ost vorbei.
Auf dem Fernverkehrsgleis rollt der Saxonia-Express (RE 50) am Bahnsteig von Radebeul-Ost vorbei. © Norbert Millauer

Radebeul. Die größte Stadt des Landkreises Meißen ist vom überregionalen Zugverkehr abgehängt. In Radebeul hält seit Mitte September nicht mehr der Regional-Express 50 (RE 50) von Dresden über Riesa nach Leipzig, auch als Saxonia-Express bekannt. Das sorgt für Unmut bei Fahrgästen.

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„Es geht um die Direktverbindung zwischen den beiden größten Städten im Landkreis und die Direktverbindung nach Leipzig von Radebeul aus. Es gibt so viele Berufspendler und Studenten, die in Radebeul ein- beziehungsweise aussteigen“, schreibt eine SZ-Leserin. Auch sie fuhr bislang regelmäßig dienstlich nach Riesa und privat nach Leipzig. „Ich habe mir extra eine Bahnkarte dafür gekauft, und wollte das Auto stehenlassen“, berichtet die Radebeulerin. Das gehe jetzt nicht mehr oder sei zu umständlich und zeitintensiv.

Nur noch ein Halt in den Morgenstunden

Beim Blick in den aktuellen Fahrplan stoppt der Saxonia-Express von Montag bis Sonnabend nur noch einmal in Radebeul-Ost und zwar um 4.22 Uhr in den frühen Morgenstunden. Ansonsten halten die Züge von Dresden kommend auf dem Neustädter Bahnhof und dann erst wieder in Coswig. Bis auf den einen erwähnten Halt bleibt der Bahnhof in Ost außen vor. In der Gegenrichtung wird Radebeul-Ost im Fahrplan gar nicht mehr erwähnt.

„Der Halt ist aufgrund der Baumaßnahmen der DB Netz AG in Richtung Riesa entfallen“, informiert Christian Schlemper, Sprecher des Verkehrsverbunds Oberelbe (VVO). Der VVO habe den Stopp in Radebeul-Ost zwar bei der Bahn bestellt, dieser kann aber wegen der Ausbauarbeiten rund um der Stahlstadt elbabwärts nicht bedient werden.

Gleisbau bei Riesa

Im September hat die Deutsche Bahn mit dem Erneuern der Gleise zwischen Zeithain und Leckwitz begonnen. Der Abschnitt soll für Geschwindigkeiten bis 200 Kilometer je Stunde fit gemacht werden, um die Fahrzeit zwischen Dresden und Leipzig zu verkürzen sowie mehr Kapazitäten auf der Strecke zu schaffen. Zudem rüstet die Bahn die Strecke mit moderner Leit- und Sicherungstechnik aus. Seit 21. September wird das erste Gleis abgerissen und die Bahn lässt danach neue Schwellen und Schienen verlegen. „Diese Bauphase wird bis April 2023 andauern. Ab 2024 wird dann auch das zweite Gleis neu gebaut“, teilt die Bahn mit. Während der Bauzeit steht nur ein Gleis für den Zugverkehr zwischen Zeithain und Leckwitz zur Verfügung.

Ein Bagger auf Schienen reißt ein Teil des Gleises bei Glaubitz heraus.
Ein Bagger auf Schienen reißt ein Teil des Gleises bei Glaubitz heraus. © Sebastian Schultz

Die Bauarbeiten wirken sich bis Radebeul aus. Wegen des eingleisigen Betriebes müssen die Züge des Saxonia-Expresses früher in Dresden abfahren und kommen daher auch eher durch Radebeul. „Das geht nur auf den Fernverkehrsgleisen, da genau zu der Zeit auf den Nahverkehrsgleisen die S-Bahn fährt“, informiert Christian Schlemper vom VVO.

Auf die Frage, warum der RE 50 jedoch in den frühen Morgenstunden einmal in Radebeul-Ost haltmacht, antwortet Schlemper: „Zu der Zeit fährt die S-Bahn noch nicht, so dass der erste RE 50 noch freie Bahn auf der Strecke hat.“

Drei Ein- und drei Aussteiger je Zug

Der VVO-Sprecher versichert, dass Radebeul-Ost nicht dauerhaft aus dem Fahrplan des Saxonia-Express gestrichen wird. „Dies ist vorübergehend – allerdings enden die aktuellen Baumaßnahmen erst im Frühling 2023 und im Zeitraum 2024/2025 steht die nächste Bauphase an, zu der der Halt erneut entfallen muss“, so Schlemper.

In Radebeul-Ost steigen durchschnittlich in jeden Zug des RE 50 drei Personen ein und drei Fahrgäste aus. „Durch die automatischen Zählsysteme werden die Fahrgastzahlen regelmäßig erfasst“, berichtet Schlemper. Vor der Corona-Pandemie gab es ein leichtes Wachstum, die Zahlen lagen 2019 noch bei jeweils sechs Ein- und sechs Aussteigern.

Mehrmals umsteigen

Wer während der Bauphasen zwischen Zeithain und Leckwitz von Radebeul aus nach Riesa oder Leipzig mit der Eisenbahn fahren möchte, muss nun häufiger den Zug wechseln. „Je nach Tageszeit können die Fahrgäste mit der S-Bahn S 1 bis Coswig oder nach Dresden-Neustadt fahren und dort innerhalb weniger Minuten in den RE 50 umsteigen“, teilt Schlemper mit.

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Und was sagt die Stadtverwaltung dazu, dass der Saxonia-Express nun ohne Stopp durch Radebeul rast? Wie der VVO informiert habe, sei dies eine zeitweise durch die Bauarbeiten nötige Einschränkung. „Wir legen weiterhin großen Wert auf den Regionalhalt des RE 50 in Radebeul-Ost“, heißt es aus dem Rathaus. Man baut und vertraut dort auf die Zusage seitens des VVO.

www.vvo-online.de

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