merken
PLUS Radebeul

Schaufenster-Aktion geht in die nächste Runde

Im Juni hatten Radeburger Händler und Künstler Läden zur Galerie gemacht. Jetzt startet der zweite Teil und es gibt eine weitere Idee.

Kerstin Puhane hat in ihrem Geschäft bereits ein Fenster mit einem großen Urlaubsfoto und dazu passenden Pflanzen dekoriert.
Kerstin Puhane hat in ihrem Geschäft bereits ein Fenster mit einem großen Urlaubsfoto und dazu passenden Pflanzen dekoriert. © Norbert Millauer

Radeburg. Im Schaufenster des Blumengeschäfts von Kerstin Puhane am Radeburger Markt hängt das großformatige Foto einer traumhaften Landschaft. Schroff aufragende Berge, in der Sonne glitzerndes Wasser und am unteren Bildrand viel pflanzliches Grün. Das scheint regelrecht aus dem Foto herauszuwachsen. Denn Kerstin Puhane hat darunter einen passenden Mix aus Gräsern, dem trockenen Teil einer Kokospalme und Pistazienpflanzen kreiert. „Die wachsen dort frei“, sagt die Geschäftsinhaberin. Dort, das ist Milford Sound in Neuseeland, wo die Radeburgerin das Foto vor einigen Jahren, während einer Urlaubsreise aufgenommen hat. „In die anderen Fenster kommen noch weitere Fotos, aber deutlich kleiner“, ergänzt sie.

Diese werden nicht die einzigen Urlaubsbilder bleiben, die in den nächsten Wochen in Schaufenstern von Geschäften der Radeburger Innenstadt zu sehen sind. Denn vom 1. bis zum 15. August findet die zweite Runde einer Aktion statt, zu der Kerstin Puhane in der WhatsApp-Gruppe der Händler der Zille-Stadt im Frühjahr aufgerufen hatte. Ihre Idee war, Schaufenster für eine bestimmte Zeit zu einer kleinen Radeburger Stadtgalerie umzufunktionieren. „Es ging darum, die Leute neugierig zu machen und etwas für den Kopf zu tun.“

Anzeige
Finde den Weg zu deinem Traumberuf!
Finde den Weg zu deinem Traumberuf!

Ausbilder und Azubis stellen dir auf dem „Aktionstag Bildung“ am 25.09.2021 verschiedenste Berufe vor. Jetzt schnell Plätze sichern!

Sehr viel positive Resonanz

Die Resonanz war gewaltig: Bei den Händlern, den Künstlern, den Radeburgern und auch den Touristen, die dank der inzwischen wieder möglichen Reisen nach Radeburg gekommen sind. „Vor allem von diesen gab es sehr viele positive Reaktionen“, freut sich die Initiatorin.

Die Angebote waren vielfältig: von professioneller Malerei, über Keramikarbeiten bis hin zu Kinderzeichnungen. Eine Absolventin der Dresdner Kunstakademie stieß noch etwas später hinzu - auch für sie gab es im Salon Georg noch ein freies Fenster. „Wir haben für jeden etwas gefunden“, sagt Kerstin Puhane.“

Bei der ersten Aktion gab es bei Lederwaren Weser Zeichnungen und Keramik zu entdecken.
Bei der ersten Aktion gab es bei Lederwaren Weser Zeichnungen und Keramik zu entdecken. © privat
In der Genussquelle zeigte Familie Klotsche lustige selbst gemalte Tierbilder.
In der Genussquelle zeigte Familie Klotsche lustige selbst gemalte Tierbilder. © privat

Soweit es möglich war, wurden Exponate gezeigt, die zum Laden passten und so möglichst in die Schaufensterdekoration integriert werden konnten. „Wir hatten nicht viel Zeit, kein Budget und auch keine externe Unterstützung“, ergänzt die Radeburgerin. Damit unterscheidet sich die Aktion deutlich von ähnlichen, die in dieser Zeit in anderen Städten stattfinden. „Wir haben auch ganz bewusst das Thema Corona aus der Sache rausgehalten.“

Diese erste Runde fand von Anfang bis Mitte Juni statt. Manche Fenster blieben aber auch etwas länger gestaltet. „Die Aktion bringt Leben in die Stadt“, sagt Fleischermeister Dirk Klotsche. „Die Leute bleiben stehen, schauen, reden und freuen sich.“ Es sei wichtig, nicht zu warten, bis jemand etwas bringt, sondern selbst etwas zu tun. In Klotsches Genussquelle hingen übrigens lustige Tierbilder. „Die haben wir alle zusammen gemalt. Meine Frau, die Kinder und ich selbst musste auch mit ran.“

Keine Marketing-Aktion

Die Reaktion auf die jetzt startende Urlaubsfotoschau sei bisher noch nicht ganz so groß gewesen, was sicher auch daran liegt, dass manch einer jetzt gerade im Urlaub ist. Im Oktober soll es dann zum Abschluss noch eine dritte Aktion geben: mit Objekten aus der Umgebung.

Und hat die „Radeburger Stadtgalerie“ den Händlern der Zille-Stadt auch etwas mehr Kundschaft beschert? „Das kann ich nicht sagen“, so Kerstin Puhane. Aber es soll auch keine Marketing-Aktion sein. Das Anliegen ist einfach, mal wieder auf Radeburg aufmerksam zu machen und nicht immer nur zu sagen, dass nichts geht“, ergänzt die Gewerbetreibende.

Mehr zum Thema Radebeul