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Schilder weisen auf Radebeuls Subventionen hin

Wofür die Stadt Geld ausgibt, darauf möchte der Oberbürgermeister mit einer neuen Aktion hinweisen. Der Auftakt war an der Sternwarte.

Von Silvio Kuhnert
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Oberbürgermeister Bert Wendsche (l.) und Sternwarten-Leiter Ulf Peschel bringen das Hinweisschild am Eingang an.
Oberbürgermeister Bert Wendsche (l.) und Sternwarten-Leiter Ulf Peschel bringen das Hinweisschild am Eingang an. © Arvid Müller

Radebeul. Motive von Schulen, Rathaus und Kirche zierten um 1900 zahlreiche Postkarten, auch von Radebeul und Kötzschenbroda. Bürger schickten sie um die ganze Welt. "Sie brachten damit ihren Stolz auf ihren Heimatort zum Ausdruck", sagt Oberbürgermeister Bert Wendsche (parteilos). Diese Tradition möchte das Stadtoberhaupt in einer zeitgemäßen Form wiederbeleben. Denn "Bürgerstolz tut der Stadt gut", so Wendsche.

Die Stadtverwaltung sei keine Staatsbehörde. Sie reicht nicht nur Personalausweis oder Reisepass aus, bearbeitet Bauanträge oder verteilt Knöllchen. Neben der eigentlichen Verwaltungsleistung betreibt sie viele Einrichtungen, die den Kern der Kultur-, Freizeit- und Bildungsangebote im Stadtgebiet ausmachen. Jedoch werden viele dieser Angebote nicht als städtisch wahrgenommen und den Einwohnern ist nicht bewusst oder bekannt, dass dort auch Finanzmittel aus dem Stadtsäckel hineinfließen. Mit einer neuen Aktion möchte der Rathauschef in charmanter Form mit einem Augenzwinkern aufmerksam machen, wofür die Verwaltung Steuergeld einsetzt.

Frau Radebeul ziert das Schild

Der Auftakt wurde nun an der Sternwarte gemacht. Am Eingang befindet sich ein Hinweisschild, das Grafiker Lutz Richter gestaltet hat. Aus seiner Feder stammen die regelmäßigen Karikaturen im Amtsblatt. Und im ähnlichen Stil ist auf dem Schild eine Dame zu sehen. Sie symbolisiert die Stadt. "Frau Radebeul" trägt das Gebäude der Sternwarte auf einem Tablett und weist darauf hin, dass der gezahlte Eintritt nur ein Drittel der Betriebskosten der Einrichtung trägt. Zwei Drittel trägt die Stadt.

Das Hinweisschild hat der Grafiker Lutz Richter gestaltet. Die abgebildete Frau symbolisiert die Stadt Radebeul, zu erkennen unter anderem am Stadtwappen auf ihrem Kleid.
Das Hinweisschild hat der Grafiker Lutz Richter gestaltet. Die abgebildete Frau symbolisiert die Stadt Radebeul, zu erkennen unter anderem am Stadtwappen auf ihrem Kleid. © Arvid Müller

„Uns ist es wichtig zu zeigen: die Radebeuler Bürgerschaft ist Treugeber", so Wendsche. Die Bürger vertrauen der Verwaltung ihre Steuergelder an. "Und wir als Stadtverwaltung sind Treuhänder. Wir haben die Aufgabe, die Steuergelder effizient und sinnvoll einzusetzen, ob im Straßenbau, im Kita- und Schulbau oder eben durch kulturelle Angebote wie die Sternwarte“, erklärt der OB.

Es ist geplant, nach und nach alle öffentlichen Einrichtungen der Stadt mit einem solchen Schild auszustatten und auf diese Weise die städtischen Leistungen zu verdeutlichen.