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Schüler haben Luise-Anbau in Besitz genommen

Die Stadt Radebeul hat den Erweiterungsbau am Luisenstift offiziell eingeweiht. Der nächste Bauabschnitt kündigt sich bereits an.

An der Ostseite des altehrwürdigen Luisenhauses ist der Erweiterungsbau entstanden.
An der Ostseite des altehrwürdigen Luisenhauses ist der Erweiterungsbau entstanden. © Norbert Millauer

Radebeul. In neuen Gebäuden mit modernster Technik stecken anfangs noch kleine Tücken. So stellt die Lichttechnik im Erweiterungsbau des Radebeuler Gymnasiums Luisenstift Schulleiterin Heike Stolzenhain vor ein Rätsel. Sie hat noch nicht den Trick heraus, wo sich die Lampen in Zimmern und Fluren ausschalten lassen. Doch diese minimalen Startschwierigkeiten sind sicher bald behoben und können den wesentlichen Fakt nicht trüben. „Es ist ein tolles Haus geworden“, sagte die Direktorin, als sie am Mittwochvormittag von Baubürgermeister Jörg Müller (parteilos) einen großen Schlüssel überreicht bekam.

Mit der symbolischen Schlüsselübergabe durch den Bauherren, die Stadt Radebeul, haben Schüler und Lehrer den rund 5,7 Millionen Euro teuren Neubau offiziell in Besitz genommen. „Es ist der Schlüssel zum Glück“, meinte Stolzenhain. Für sie war es nicht die erste Inbetriebnahme am Schulstandort im Stadtteil Niederlößnitz. 

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Bereits vor mehr als zehn Jahren weihte Stolzenhain das generalsanierte und erweiterte Weinberghaus mit ein. Jetzt ist das Luisenhaus an der Reihe. Der Ergänzungsbau bildet den ersten Bauabschnitt. Als zweiter folgt ab kommendem Jahr die Sanierung des altehrwürdigen Altbaus direkt daneben.

Baubürgermeister Jörg Müller übergab an Schulleiterin Heike Stolzenhain den symbolischen Schlüssel.
Baubürgermeister Jörg Müller übergab an Schulleiterin Heike Stolzenhain den symbolischen Schlüssel. © Norbert Millauer

Im Sommer vor drei Jahren rückten die ersten Bauarbeiter an, um für die rechteckige Stahlbetonskelettkonstruktion in Massivbauweise Platz zu schaffen. Ein altes Haus der Gärtnerischen Produktionsgenossenschaft musste für den Anbau weichen. 

Im Frühjahr 2018 begann der Aushub der Baugrube für das neue Schulgebäude, im Sommer des selben Jahres die Grundsteinlegung und im März 2019 war Richtfest. „Alles hat reibungslos funktioniert. Die Baufirmen haben auf Prüfungs- und Klausurzeiten Rücksicht genommen“, lautet das Resümee von Stolzenhain. An dem Bau waren 31 Firmen und 14 Planungsbüros - Architekten, Ingenieure und Fachplaner - beteiligt.

Das neue Gebäude erscheint durch die Hanglage von Norden, der Straße der Jugend, aus wie ein Zweigeschosser und aus südlicher Richtung vom Schulhof aus wie ein Dreigeschosser. Im Keller beziehungsweise Erdgeschoss befinden sich ein Mehrzweckraum sowie eine Cafeteria.

 In den beiden Stockwerken darüber sind Fachkabinette für Biologie, Chemie und Physik samt Vorbereitungs- und Praktikaräume sowie zehn Klassenzimmer untergebracht. Rund 750 Jugendliche besuchen derzeit das Gymnasium Luisenstift. Das neue Gebäude nutzen vor allem die 11. und 12. Klassen, die sogenannte Sekundarstufe II, und bereiten sich dort auf das Abitur vor.

Wenn die Lößnitzstadt neu baut, hat sie nicht nur die künftige Funktion, sondern auch das städtebauliche Bild des Hauses im Blick. Daher lobte die Stadtverwaltung für die Sanierung und Erweiterung des Altbaus 2015 einen Architekturwettbewerb europaweit aus. 30 Büros reichten Entwürfe ein, rief Baubürgermeister Müller in Erinnerung.

 Zum Sieger kürte eine unabhängige Jury die Dresdner Architekten Dirk Pussert und Achim Kosch, von denen bereits der mehrfach preisgekrönte Neubau der Feuerwache Kötzschenbroda stammt. Sie haben nicht nur den Hut für den Anbau an der Ostseite, sondern auch für die Sanierung des Schulhauses aus dem Jahr 1870 auf. 

Vor allem im Hinblick auf den Brandschutz ist das Luisenhaus auf den Stand der heutigen Zeit zu bringen. Über einen Verbinder bilden Alt- und Neubau nach Abschluss aller Arbeiten eine Einheit.

Lichtdurchflutet ist das zentrale Treppenhaus, wo es neben den Stufen Sitzbänke für die Pausen gibt.
Lichtdurchflutet ist das zentrale Treppenhaus, wo es neben den Stufen Sitzbänke für die Pausen gibt. © Norbert Millauer

Während über die Sommerferien die Unterrichtsräume mit Tischen, Stühlen und Tafeln im Anbau ausgestattet wurden, lief im Rathaus die Vorbereitung für die umfassende Renovierung des historischen Schulgebäudes. So bestellte die Stadt für knapp 88.200 Euro zwölf Interimscontainer. 

Zwei Jahre werden sie auf dem Parkplatz neben der Turnhalle stehen. Darin kommen Räume für Musik und Kunst sowie Büros für die Schulleitung unter. Während der nächsten Winterferien erfolgt der Einzug. Damit werden die letzten derzeit noch genutzten Zimmer im Erdgeschoss des Altbaus geräumt und die Sanierungsarbeiten können danach beginnen.

Vorgesehen ist unter anderem das Instandsetzen der historischen Wände, Decken, Fußböden und Türen. Danach soll eine weit bessere Akustik in den Klassenräumen herrschen. Zudem müssen Brandschutzelemente in den Fluren eingebaut und die Sanitäranlagen erneuert werden. 

Des Weiteren lässt die Stadt die technischen Komponenten Elektro, Heizung und Lüftung austauschen. Abgerissen wird dagegen der Westflügel mit der ehemaligen Hausmeisterwohnung. Rund 4,8 Millionen Euro sind an Baukosten derzeit veranschlagt. Im Sommer 2023 sollen die Bauarbeiten abgeschlossen sein.

Nach den Winterferien 2021 soll die Sanierung des Altbaus beginnen.
Nach den Winterferien 2021 soll die Sanierung des Altbaus beginnen. © Norbert Millauer

Weise Voraussicht bescheinigt Oberbürgermeister Bert Wendsche (parteilos) den einstigen Erbauern des Luisenstifts. Sie haben das Schulhaus auf dem großen Areal des Fuchs'schen Weinberges errichtet. Das ermöglicht eine Campuslösung, die das Stadtoberhaupt für alle Schulstandorte anstrebt. Das Gegenteil war einst in Kötzschenbroda passiert. Dort ist die Stadtverwaltung erst noch dabei, Grundstücke für einen Schulcampus zu kaufen.

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