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Schülertest fällt in Radebeul unterschiedlich aus

Ins Radebeuler Testzentrum Lößnitzsporthalle zogen am Montag viele Schüler der Prüfungsklassen - wie die Resonanz letztlich ausfiel.

Jeweils zwei Teams standen in der Halle in voller Schutzmontur für die Schnelltests bereit, nahmen Abstriche aus Nasen- und Rachenraum. Nach 15 Minuten lag das Ergebnis vor.
Jeweils zwei Teams standen in der Halle in voller Schutzmontur für die Schnelltests bereit, nahmen Abstriche aus Nasen- und Rachenraum. Nach 15 Minuten lag das Ergebnis vor. © Symbolfoto/Steffen Unger

Radebeul. Es ist 8 Uhr am Montagmorgen, als sich die Türen zur Lößnitzsporthalle in Radebeul für die ersten Schüler öffnen. Nicht zum Sporttreiben sind sie gekommen - das ist mitten im Lockdown weiterhin untersagt. Sondern für einen Corona-Schnelltest haben sie die Turnhalle aufgesucht. Dort konnten sich die Abschlussjahrgänge der Oberschulen sowie die Abiturjahrgänge 2021 und 2022 der Gymnasien und des Beruflichen Schulzentrums (BSZ) auf das Coronavirus freiwillig testen lassen.

Rund zehn Mitarbeiter vom Deutschen Roten Kreuz (DRK) erwarteten die Schüler in der Sporthalle. Der DRK-Kreisverband Dresden-Land war mit den Schnelltests in der Lößnitzstadt beauftragt. „Wir haben zwei Testteams gebildet“, sagte Innocent Töpper, Leiter Rotkreuz-Dienste. Ein weiteres stand als Reserve bereit, wenn einer der Tester Pause machen wollte. Denn die Rotkreuzler waren komplett in Schutzanzüge gehüllt, mit Visieren vor dem Gesicht. Als zentrales Testzentrum hatte das sächsische Kultusministerium das BSZ erkoren. Aus Platzgründen baute das DRK die Teststation in der Turnhalle auf.

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„Einige Schüler kamen gelaufen, andere wurden von den Eltern mit dem Pkw gebracht. Manche nutzten öffentliche Verkehrsmittel oder fuhren im Sonderbus vor“, berichtete Töpper. Die Jugendlichen mussten zunächst einen unterschriebenen Aufklärungsbogen vorlegen. Dann ging es zum Schnelltest. Bei diesem nahmen die DRK-Mitarbeiter Abstriche aus Nasen- und Rachenraum. Die Tupfer kamen in eine Lösung. Nach 15 Minuten stand bereits ein Ergebnis fest. Jedes der beiden Teams hat sich vorgenommen, jeweils 20 Jugendliche in der Stunde zu testen. „Wenn es mehr sind, umso besser“, meinte Töpper.

Lößnitzgymnasium: Viele sind testbereit, Unterricht ab Dienstag

Sie haben den kürzesten Weg von ihrer Schule zum Radebeuler Testzentrum - die Schüler der elften und zwölften Klassen des Gymnasiums Luisenstift. In der vorigen Woche sollten sie erklären, wer sich auf Coronaviren testen lässt. Schulleiterin Angela Hartmann: „Von den 120 Schülern haben etwa 80 geantwortet, dass sie zum Test gehen würden.“ Ob es dann wirklich so viele sind, könne sie freilich nicht sagen.

Dank zweier Schulgebäude - das Hauptgebäude an der Steinbachstraße 21 in Radebeul-Mitte und die Nebenstelle in der Pestalozzistraße gegenüber vom Rathaus - sei genügend Platz, um die Schüler der zwei Klassenjahrgänge aufzuteilen. Die Elfer sind im Osten Radebeuls, die Zwölfer im Lößnitzgymnasium, so die Schulleiterin.

Ab Dienstag soll der sogenannte Präsenzunterricht wieder beginnen. Halbe Klassen mit Klassenzimmern nicht weit voneinander entfernt, die Lehrer bewegen sich immer zwischen zwei Räumen. So soll es bis zu den Winterferien im Lößnitzgymnasium funktionieren.

Gymnasium Luisenstift: Nur geringe Bereitschaft zum Testen

Auch am Gymnasium Luisenstift haben die Schüler rechtzeitig die Mitteilung bekommen, in der sie ihre Bereitschaft zum freiwilligen Test erklären können. Wie Schulleiterin Heike Stolzenhain sagt, hätten sich lediglich 30 von etwa 150 Schülern dazu bereiterklärt. Für nicht volljährige Schüler sei dazu die Einwilligung oder Ablehnung von den Eltern gekommen.

Bereits ab Montag sind die Schüler wieder in der Schule. Die Schüler der zwölften Klassen kommen in Kursen zusammen. Wenn dies die halbe Klassengröße von maximal 14 überschreite, so Stolzenhain, dann werde der Unterricht im größeren Mehrzweckraum stattfinden.

In der Lößnitzsporthalle an der Steinbachstraße hat der DRK-Kreisverband die Teststation für Schüler aufgebaut, wovon die Fahrzeuge vor dem Sportgebäude zeugten
In der Lößnitzsporthalle an der Steinbachstraße hat der DRK-Kreisverband die Teststation für Schüler aufgebaut, wovon die Fahrzeuge vor dem Sportgebäude zeugten © Norbert Millauer

Oberschule Kötzschenbroda: Knapp die Hälfte wollte zum Test gehen

An die Oberschule Kötzschenbroda kehren in dieser Woche 59 Schüler der Abschlussklassen wieder zum Unterricht zurück. Wie Schulleiterin Anngret Petschlies sagt, haben sich davon 26 bereiterklärt, einen Test durchführen zu lassen.

Für all jene, die nicht zum Test gehen, haben die Gespräche mit den Lehrern bereits am Vormittag begonnen, die anderen Schüler stoßen dann nach dem Besuch im Schultestzentrum in Mitte zum Unterricht dazu, so die Schulleiterin.

Auch an dieser Schule werden das Prinzip der halben Klassen zum Hygieneschutz und Abstandhalten praktiziert. Auf der Homepage der Schule und in Mails sei den Schülern rechtzeitig vorher mitgeteilt worden, wer mit wem in einer halben Klasse Unterricht hat.

Oberschule Radebeul-Mitte: Beginn des Unterrichts am Dienstag

Erst ab dem Montagmittag haben die Schüler der drei zehnten Klassen der Oberschule Radebeul-Mitte den Testtermin im Zentrum in der Lößnitzsporthalle bekommen. Demzufolge werde der Unterricht mit Anwesenheit für die Abschlussklassen am Dienstag beginnen, sagt Schulleiter Roland Bösel.

An der Wasastraße sind etwa 70 Schüler wieder zum Unterricht gerufen. Wie viele davon sich bereiterklärt haben, zum Test zu gehen, wollte Schulleiter Bösel nicht sagen. Lediglich: „Wir liegen im Sachsendurchschnitt.“ Auch hier werde mit halben Klassen auf Abstand geachtet.

Kurfürst-Moritz-Oberschule: Schüler im Bus zum Testzentrum gebracht

Außerhalb der Stadtgrenzen von Radebeul war die Kurfürst-Moritz-Oberschule in Boxdorf die einzige Bildungseinrichtung, die den Corona-Test in der Lößnitzstadt vornehmen sollte. Am Montagmorgen haben 82 Zehntklässler den Heimunterricht verlassen und sind in den Präsenzunterricht im Schulhaus zurückgekehrt. Für sie standen zunächst Prüfungsvorbereitungsstunden auf dem Programm. Einzeln konnten sie bei Fragen Lehrer konsultieren.

Gegen 11 Uhr fuhr ein Sonderbus vor. In diesen stiegen alle Testwilligen ein. „Rund ein Viertel fuhr mit“, berichtete Schulleiter Heiko Vogel. In den Tagen zuvor mussten die Jugendlichen schriftlich ihre Bereitschaft zum Testen erklären. Hätten sich mehr angemeldet, wären auch mehr Busse gefahren, ist sich Vogel sicher. Am Dienstag soll der reguläre Unterricht beginnen. Die drei zehnten Klassen werden jeweils in zwei Gruppen geteilt.

Berufsschule Radebeul: Rund ein Viertel lässt sich testen

Am BSZ Meißen-Radebeul hatten circa 120 Schüler die Möglichkeit zum Schnelltest, davon 49 Mädchen und Jungen des Standortes Radebeul. „Wie viele meiner Schüler sich nun tatsächlich haben testen lassen, kann ich zum momentanen Zeitpunkt nicht genau benennen“, teilte BSZ-Schulleiter Michael Salomon gestern Nachmittag mit. Er vermutet, dass rund 25 Prozent der Schüler - plus/minus drei Prozent - je nach Schularten das Testangebot nutzen.

Als Testzentrum war das BSZ mit der Organisation des Testablaufs und der Vergabe der Testtermine in Radebeul beauftragt. „Die Testung ist heute Morgen sehr gut, geordnet und professionell angelaufen“, resümierte Salomon. Sein ausgesprochener Dank galt unter anderem dem DRK. Der Transport mit zusätzlichen Bussen hielt sich nach seinen Informationen sehr in Grenzen, da die meisten Schulen in unmittelbarer Nähe zur Lößnitzsporthalle liegen und diese fußläufig erreichbar ist.

Das sind die Ergebnisse aus dem Testzentrum

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