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So reagiert das Kulturamt auf die Kritik am Weinfest

Am zweiten Tag nach dem Festwochenende zieht der Organisator ein Resümee. Zuvor gab es unzufriedene Stimmen.

An den Zugängen zu den Weindörfern und Veranstaltungsarealen bildeten sich lange Schlangen.
An den Zugängen zu den Weindörfern und Veranstaltungsarealen bildeten sich lange Schlangen. © Norbert Millauer

Radebeul. An der Organisation des diesjährigen Weinfestes hagelte es Kritik. Denn vor den Veranstaltungsinseln sowie an den Wein- und Imbissständen darin bildeten sich an allen drei Tagen lange Schlangen.

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Auf SZ-Anfrage, wie das Fazit des Kulturamtes als Festorganisator in diesem Jahr lautet, teilte dieses mit: „Das dezentrale, kleinteilige Veranstaltungsformat, das sich über Altkötzschenbroda und die Weingüter erstreckte, konnte trotz einiger Abstriche erfolgreich umgesetzt werden.“ Auch das Hygiene- und Sicherheitskonzept der Veranstalter habe sich bewährt. „Die Besucher wurden durch ein spezielles Erfassungssystem an den Ein- und Ausgängen der Veranstaltungsinseln gezählt, sodass es zu keiner Überschreitung der zulässigen Besucheranzahl auf den einzelnen Veranstaltungsinseln kam.“ Rund 38.000 Besucher zählte das Kulturamt.

Danke an die Besucher

Doch dann kommt doch noch ein Eingeständnis, dass nicht alles optimal lief. So „bedauert die Stadtverwaltung die längeren Wartezeiten zu Stoßzeiten und bedankt sich für das verantwortungs- und rücksichtsvolle Verhalten der Besucher auf dem Festgelände“, heißt es in der Antwort auf die SZ-Anfrage.

In den Vorjahren hat das Kulturamt bereits am Sonntagabend ein Resümee zum Weinfest gezogen. Dieses Jahr ließ dieses zwei Tage auf sich warten. „Um die Eindrücke und Erfahrungen, die sich coronabedingt in diesem Jahr ergeben haben, intern austauschen und externe Reaktionen auswerten zu können, haben wir uns auf eine Abschluss-Pressemeldung am Dienstag geeinigt“, informiert das Kulturamt.

Kein Publikumspreis in diesem Jahr

Wegen des kleineren Formats – so wurde nicht der gesamte Dorfanger Altkötzschenbroda bespielt – tauften die Veranstalter das Herbst- und Weinfest mit Internationalen Wandertheaterfestival wie im Vorjahr in Weinherbst mit Wandertheater und Musik um. Sieben Künstler und Künstlergruppen sorgten für das Theaterprogramm, acht Bands und Solisten für das Musikprogramm. Bei den Vor-Corona-Festen konnten die Festbesucher immer ihren Liebling küren. „Aufgrund des reduzierten Programmes und des Wegfalls des Wandertheaterfestivals wurde dieses Jahr kein Publikumspreis ausgelobt“, teilte das Kulturamt mit.

Und welche am vergangenen Wochenende gemachten Erfahrungen nehmen die Veranstalter für nächstes Jahr mit? „Wir haben überwiegend positive Erfahrungen gesammelt. Vor allem das dezentrale, aufgelockerte Konzept kam gut an, ebenso wie die Einbeziehung der Weingüter“, lautet die Antwort aus dem Kulturamt. Die kommenden Monate sollen für eine intensive Auswertung und zukunftsfähige Weichenstellung genutzt werden.

Skulpturen landeten im Feuer

Neben den vier städtischen Veranstaltungsinseln auf dem Anger und der Streuobstwiese hat Künstler und Lügenmuseumsdirektor, Reinhard Zabka an der Elbe wieder sein Holzlabyrinth aufgebaut. Dieses sei ein großer Publikumserfolg gewesen. „Wir haben dafür eine neue Form erprobt. Aus dem Fundus haben wir Skulpturen, Objekte und Installationen zu einem großen begehbaren Skulpturengarten entwickelt“, so Zabka. Zudem stellte er ein eigenes Programm auf die Beine und baute eine Kunstausstellung auf. „Das kam bei den Besuchern sehr gut an“, teilte Zabka mit.

Der Künstler ist seit 22 Jahren mit seinem Labyrinth ein fester Bestandteil des Weinfestes. In diesem Jahr galt der Skulpturengarten als eine eigenständige Veranstaltung, die parallel zum Weinherbst stattfand.

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In den Vor-Corona-Jahren ging das Labyrinth zum Abschluss des Weinfestes in Flammen auf. So war die Erwartung auf ein feuriges Finale auch in diesem Jahr sehr groß. Das Telefon habe im Kulturamt ununterbrochen geklingelt, mit der Frage, ob es wieder ein Abschluss ein Feuer gebe. „Es ist für die Stadtgesellschaft ein wichtiges Ereignis geworden, ein symbolisches Verbrennen all des angesammelten Frustes, all der Wut und Enttäuschungen, wie bei einem Gewitter“, so Zabka. Die Vorfreude auf dieses Event war derart gewaltig, dass am Ende einige Besucher Kunstwerke in ein Feuer warfen. „Wir standen da, vollkommen überfordert, ohne Security und mussten dann noch selbst die nächtliche Feuerwache übernehmen, um am nächsten Tag alles wieder im Lügenmuseum einzuräumen“, berichtete Zabka.

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