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Spezialistin für den guten Ton

Jana Thierschmann hat einen der besten Abschlüsse als Hörakustikerin gemacht und arbeitet nun in Radebeul-Ost.

Jana Thierschmann hilft als Hörakustikerin Menschen, die an Schwerhörigekit leiden, das passende Hörgerät für ihr Ohr zu finden. Sie passt dieses, beispielsweise hinsichtlich Lautstärke und Frequenzbereich, den Bedürfnissen des Kunden an.
Jana Thierschmann hilft als Hörakustikerin Menschen, die an Schwerhörigekit leiden, das passende Hörgerät für ihr Ohr zu finden. Sie passt dieses, beispielsweise hinsichtlich Lautstärke und Frequenzbereich, den Bedürfnissen des Kunden an. © Norbert Millauer

Radebeul. Als Kunst des Versteckens bezeichnet Jana Thierschmann ihr Handwerk. Die 22-Jährige ist frischgebackene Gesellin der Hörakustik und hilft bei Hörgeräte Mißbach in Radebeul, dass Menschen Töne und Gespräche wieder gut wahrnehmen können. Wer unter Schwerhörigkeit leidet, dem vermittelt Thierschmann das passende Gerät. „Und das soll man nicht weiter sehen“, berichtet die junge Frau, die den zweitbesten Abschluss ihres Jahrgangs bundesweit vorweisen kann.

Seit Ende Januar dieses Jahres hat Thierschmann ihren Gesellenbrief in der Tasche und ist nun dreimal in der Woche im Geschäft von Hörakustik Mißbach an der Hauptstraße im Zentrum von Ost für Kunden da. An den beiden anderen Werktagen ist sie in der Geschäftszentrale in Großenhain anzutreffen, wo die begeisterte Einradfahrerin den praktischen Teil ihrer dreijährigen Ausbildung bei Hörakustikmeisterin Christiane Rode absolvierte. Unternehmensinhaber Mathias Mißbach zählt insgesamt 17 Mitarbeiter und ist an fünf Standorten mit Hörakustik und an drei mit Augenoptik vertreten.

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Lieblingsfächer Physik und Mathematik

„Zuerst wollte ich Optikerin werden“, sagt Thierschmann. Doch dann hat sie die Hörakustik für sich entdeckt. „Dort steckt mehr Technik drin“, führt sie weiter aus. Zu ihren Lieblingsfächern gehörten schon zu Schulzeiten Physik und Mathematik. Und wer das Handwerk des Hörakustikers ergreifen möchte, muss auf diesen Gebieten gut sein.

Zwei Beispiele für Hinter-Ohr-Hörsystem links und rechts sowie ein Im-Ohr-Hörsystem oben.
Zwei Beispiele für Hinter-Ohr-Hörsystem links und rechts sowie ein Im-Ohr-Hörsystem oben. © Norbert Millauer

„Ein Hörgerät besteht aus Mikrofon, Verstärker und Lautsprecher“, berichtet Thierschmann. Wer auf einem Rockkonzert war, hat diese drei Dinge schon gesehen. Das Mikro steht vor dem Sänger, der Verstärker meist zu seinen Füßen und die Lautsprecher neben der Bühne - oft in überdimensionierter Form. Bei Hörsystemen, was als Wort ein Hörgerät eigentlich besser bezeichnet, sind die technischen Bestandteile so komprimiert und digitalisiert, dass sie als Chip und mit Gehäuse ins oder hinter das Ohr passen, ohne weiter aufzufallen.

Stöpsel fürs Ohr

Für wen nun ein Im-Ohr-Hörsystem oder ein Hinter-Ohr-Hörsystem infrage kommt, klärt Thierschmann zunächst im Kundengespräch. Zu diesem zählt auch der Hörtest. Von der Größe des Gehörganges und dem Umstand, ob man zum Bilden von viel Cerumen, der medizinische Fachausdruck für Ohrenschmalz, neigt oder nicht, hängt ab, ob die Hörhilfe als Stöpsel in den äußeren Gehörgang gesteckt wird oder hinter dem Ohr liegt. Zudem spielt die Fingerfertigkeit eine wichtige Rolle. Das heißt, man muss die sensible und winzige Technik auch Greifen und sicher an der gewünschten Stelle platzieren können.

Fällt die Entscheidung für ein Im-Ohr-System, nimmt Thierschmann einen Abguss des Gehörganges mit einer speziellen Silikonmasse. Denn der Stöpsel wird für jeden Kunden individuell gefertigt, damit er auch passt. Das machen spezielle Labors. Ob nun Im- oder Hinter-Ohr-Hörsystem - Thierschmann passt dieses an die Bedürfnisse des Kunden an, sorgt durch das Einstellen der optimalen Frequenz dafür, dass der Schall vom Gehirn nicht als zu laut oder zu leise wahrgenommen wird.

Die Mischung, einerseits mit Menschen in Kontakt zu kommen und ihnen zu helfen, und andererseits handwerklich filigran zu arbeiten, reizt und fasziniert Thierschmann an ihrem Beruf. Mit ihrer Kollegin Maria Furkert bietet sie im Geschäft in Radebeul-Ost weitere Leistungen wie Hörschutz in Firmen, Schwimmschutz oder maßgefertigte Kopfhörer an sowie Schlafhörschutz, wenn der Lebenspartner nachts zu laut schnarcht.

Anspruchsvolle Ausbildung

„Wir sind sehr stolz auf unsere Hörakustikgesellin Jana Thierschmann und ihren sehr guten Abschluss“, sagt Anja Fiedler, Augenoptikerin beim Unternehmen Mißbach. Denn die Ausbildung sei anspruchsvoll und schwer. Neben physikalischen Kenntnissen in Sachen Schall und Frequenzen müssen sich die Auszubildenden anatomisches Wissen über den Aufbau des Ohres sowie ein Verständnis für die akustische Wahrnehmung und deren Verarbeitung durch das Gehirn aneignen.

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Der Optiker Mathias Mißbach feiert sein 50. Firmenjubiläum. In Radebeul gibt es mittlerweile zwei Geschäfte.

Den theoretischen Teil der Lehre absolvieren die Auszubildenden im holsteinischen Lübeck. „In der Stadt befindet sich die beste und größte Schule. Sie ist der Dreh- und Angelpunkt in der Akustik“, berichtet Fiedler. Thierschmanns Jahrgangsstufe zählte 245 Schüler. Von ihnen haben 196 die Abschlussprüfung bestanden. Nach dem Wechsel vom Lehrling zur Gesellin sucht das Fachgeschäft für Augenoptik und Hörsysteme Mißbach eine neue Auszubildende beziehungsweise einen neuen Auszubildenden.

www.optik-missbach.de

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