merken
PLUS Radebeul

Steht der Abiball am Luisenstift auf der Kippe?

Radebeuler Zwölftklässler wollen in der Turnhalle ihren Schulabschluss feiern. Bei ihrem Wunsch fühlen sie sich zu wenig unterstützt. Ist ihre Kritik berechtigt?

Der grüne Gitterzaun hält den Abschlussjahrgang des Gymnasiums Luisenstift nicht davon ab, in der Turnhalle einen Abiball zu feiern. Es sind die derzeitigen Coronaregeln. Ab 1. Juli gelten neue. Das lässt hoffen.
Der grüne Gitterzaun hält den Abschlussjahrgang des Gymnasiums Luisenstift nicht davon ab, in der Turnhalle einen Abiball zu feiern. Es sind die derzeitigen Coronaregeln. Ab 1. Juli gelten neue. Das lässt hoffen. © Arvid Müller

Radebeul. Heimunterricht und Unterrichtsausfall - dem Abijahrgang 2021 wurde dieses und voriges Jahr durch die Coronapandemie viel abverlangt. Nun steht der Schulabschluss an und dieser kann nicht in gewohnter Weise begangen werden. „Aufgrund der aktuellen Coronakrise war es leider nicht möglich, einige für die Oberstufe sonst typische Aktivitäten durchzuführen, wie beispielsweise eine Abifahrt oder einen Abistreich“, schreiben Schüler der Jahrgangsstufe zwölf des Luisenstifts an den Elternrat. Sie bitten um Hilfe, damit nicht auch noch der Abiball ausfällt. Hier fühlen sie sich von der Schulleitung wenig unterstützt.

Anzeige
Der kaufmännische Blick
Der kaufmännische Blick

Elektrotechnikermeister Marco Schober absolviert in njumii berufsbegleitend die Weiterbildung zum Betriebswirt.

Die Schulabschlussfete war ursprünglich im Radisson-Hotel geplant. Jedoch kam bereits vor einiger Zeit aufgrund der damals noch steigenden Infektionszahlen die Absage. Dies war für die Zwölftklässler einerseits sehr enttäuschend, andererseits aber auch nachvollziehbar. „Aktuell jedoch scheint sich die Lage aufgrund der fallenden Zahlen zu bessern. Auch von anderen Schulen aus der Umgebung wissen wir, dass diese einen Ball durchführen werden“, berichten die Schüler in ihrem Brief, der der SZ vorliegt. Wegen der niedrigen Inzidenzwerte hat sich bei ihnen der Wunsch verstärkt, doch noch einen Abiball zu feiern.

Im vorigen Jahr wurde der neue Erweiterungsbau in Betrieb genommen.
Im vorigen Jahr wurde der neue Erweiterungsbau in Betrieb genommen. © Norbert Millauer

„Da es nun jedoch nur noch wenige Wochen bis zum Schuljahresende sind, wird es nicht ganz einfach werden, so kurzfristig noch eine Räumlichkeit zu mieten und das Event zu planen“, ist den Schülern bewusst. Daher haben sie die Idee, selbst einen Ball in der Turnhalle des Luisenstifts zu organisieren. „Wir müssten dazu lediglich die Räumlichkeit gestellt bekommen, den Rest würden wir selbst planen und organisieren“, so der Abschlussjahrgang. Den Jugendlichen ist bewusst, dass die Feier wahrscheinlich nur mit besonderen Maßnahmen, wie beispielsweise dem Tragen eines Mund-Nasen-Schutzes, realisiert werden kann. Außerdem wollen sie den Ball lediglich mit den Schülern ohne Eltern planen, so dass eine kleinere Gruppe zusammenkommt.

Schüler bitten Elternrat um Hilfe

Das Anliegen haben sie der Schulleitung vorgetragen. „Leider wurde unsere Idee sofort abgelehnt. Die Begründung, welche sich für uns nicht erschließt und daher nicht nachvollziehbar ist, war, dass die Schule für solch eine Veranstaltung keine Genehmigung bekommen würde“, klagen die Abiturienten. Sie finden es besonders schade, dass nicht einmal versucht worden sei, eine Genehmigung zu bekommen beziehungsweise eine andere Lösung zu finden. „Uns bleibt nun letztendlich nur noch die Möglichkeit, auf eigene Faust Locations zu suchen und anzuschreiben, denn auch hierfür erhalten wir keinerlei Unterstützung von der Schule“, monieren die Schüler gegenüber dem Elternrat. Sie bitten die Elternvertreter, ihr Anliegen nochmals an die Schulleitung heranzutragen.

Die Kritik der mangelnden Unterstützung weist Schulleiterin Heike Stolzenhain zurück. Vonseiten der Schule werde eine feierliche Zeugnisübergabe organisiert. Beim Abiball dagegen handle es sich um eine privatrechtliche Veranstaltung. „Die Schüler können selbst einen Ball organisieren“, sagt die Direktorin und verweist auf die derzeitigen Regeln der sächsischen Coronaschutzverordnung. Danach ist die Anzahl der Personen auf 50 limitiert. Es sind allerdings rund 300 Schüler, die feiern wollen. Für diese Größenzahl gibt es aber keine Genehmigung. „Aus diesem Grund hat auch das Hotel abgesagt“, so Stolzenhain.

Hygienekonzept muss sein

Die jetzigen Corona-Regeln gelten noch bis Ende dieses Monats. Am 1. Juli tritt eine neue Coronaschutzverordnung in Sachsen in Kraft. Danach sind Abschlussfeiern wie Freizeitveranstaltungen nach Paragraf 22 Absatz 1 Nummer 5 dieser Verordnung zu behandeln. „Damit gilt für Abibälle, dass diese ab einer Sieben-Tage-Inzidenz von unter 35 zulässig sind. Bedingungen hierfür sind ein genehmigtes Hygienekonzept, die Kontakterfassung und die tagesaktuelle Testung der Besucher“, teilte das sächsische Sozialministerium mit. Unterschreitet die Sieben-Tage-Inzidenz an fünf aufeinanderfolgenden Tagen den Schwellenwert von zehn entfalle hier die Kontakterfassung. Die Testpflicht gelte nur noch, sofern die Veranstaltung in geschlossenen Räumen stattfindet. „Es muss auch weiterhin ein genehmigtes Hygienekonzept erstellt werden“, informierte das Ministerium.

Weiterführende Artikel

Luisenstift wird wieder schön gemacht

Luisenstift wird wieder schön gemacht

Die älteste Schule Radebeuls bekommt eine Sanierungskur. Vieles Historische soll dabei erhalten bleiben.

Schüler haben Luise-Anbau in Besitz genommen

Schüler haben Luise-Anbau in Besitz genommen

Die Stadt Radebeul hat den Erweiterungsbau am Luisenstift offiziell eingeweiht. Der nächste Bauabschnitt kündigt sich bereits an.

Für das Nutzen der Turnhalle ist Schulleiterin Stolzenhain der falsche Ansprechpartner. „Die Schüler müssen sich an den Schulträger, die Stadt Radebeul, wenden“, sagt sie. Im Rathaus nachgefragt heißt es: „Die Stadt ist für Gespräche offen.“ Aber dafür müssen die Schüler auf die Verwaltung zukommen. Bislang hat sich noch keiner bei der Stadt gemeldet.

Mehr zum Thema Radebeul