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Stiller Protest vor dem Goldenen Anker

Restaurant- und Hotelmitarbeiter machen mit einer Mahnwache in Radebeul auf ihre verzweifelte Lage aufmerksam. Sie wünschen sich eine Perspektive.

In schwarzer Trauerkleidung und mit Plakaten, Kerzen und Fackeln haben sich die Mitarbeiter des Hotels- und Restaurants Goldener Anker vor das Haus gestellt.
In schwarzer Trauerkleidung und mit Plakaten, Kerzen und Fackeln haben sich die Mitarbeiter des Hotels- und Restaurants Goldener Anker vor das Haus gestellt. © Arvid Müller

Radebeul. Mit Fackeln, Kerzen und Plakaten stehen 25 Menschen eine Stunde lang vor dem Hotel Goldener Anker in Radebeul. Es sind die Mitarbeiter des Traditionshauses am Dorfanger Altkötzschenbroda. Kein Wort fällt. Ihr Protest ist stumm. Doch was sie wollen und warum sie sich am Montagabend vor dem Hotel- und Gastronomiebetrieb aufgereiht haben, steht unmissverständlich auf den Schildern, die sie in den Händen halten.

"Sterben auf Raten", "Wut und Verzweiflung" , "Wir haben die Fehler der Politik satt", "Existenzen vor dem Aus", "Wir fordern Planungssicherheit", "Öffnungsstrategie mit vertretbaren Auflagen", "Wir wollen Gastgeber sein", "Unsere Familien leiden", "Recht auf Arbeit", "Wir sind die Lösung nicht das Problem", "Todesurteil Lockdown", "Als erste geschlossen und wie weiter?" und "Wir brauchen eine Perspektiv" sind auf den Plakaten zu lesen.

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Seit über vier Monaten im Lockdown

Mit dieser Aktion will Petra Paul, Betreiberin des Radebeuler Hotels Goldener Anker, mit ihren Mitarbeitern auf ihre verzweifelte Lage aufmerksam machen. Seit November vorigen Jahres ist das Restaurant geschlossen. Und bislang zeichnet sich kein Hoffnungsschimmer ab, wann Petra Paul den Betrieb wieder aufnehmen darf. Das zerrt an der Substanz, wenn Gäste und Einnahmen fehlen. Jobs und der Fortbestand des Hauses sind bedroht.

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Da die Lokale seit Monaten geschlossen haben, lösen auch Azubis ihre Verträge oder beginnen die Lehre gar nicht erst. Digitale Seminare sollen helfen.

Im Minimalbetrieb läuft das Hotel zwar weiter. Wenn es gut kommt sind acht von 60 Betten von Geschäftsreisenden belegt. Um ihnen eine Übernachtung zu ermöglichen, Frühstück und Abendessen auf die Zimmer zu bringen, sind Mitarbeiter im Einsatz. Doch der Aufwand steht in keinem wirtschaftlichen Verhältnis zu den Buchungen. Petra Paul zahlt jeden Monat aus ihrer Altersversorgung drauf, um den Betrieb am Laufen zu halten. Mit der vom Staat versprochenen finanziellen Überbrückungshilfe lassen sich nur ein Teil der Fixkosten wie Strom und Wasser decken.

Petra Paul und ihre Mitarbeiter wünschen sich eine Perspektive. Ihre Mahnwache in schwarzer Trauerkleidung soll keine einmalige Protestaktion bleiben.

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