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Tafel-Start in Moritzburg verschoben

Die mobile Ausgabestelle sollte am Donnerstag erstmals in den Ort kommen. Doch die Gemeinde hat in Abstimmung mit dem Betreiber den Termin abgesagt.

Dirk Roscher von der Johanniter Unfall-Hilfe (re.) zeigt Coswigs Oberbürgermeister Thomas Schubert das neue Fahrzeug der Tafel Coswig, mit dem nun auch erstmals Bedürftige in Moritzburg und Weinböhla mit versorgt werden.
Dirk Roscher von der Johanniter Unfall-Hilfe (re.) zeigt Coswigs Oberbürgermeister Thomas Schubert das neue Fahrzeug der Tafel Coswig, mit dem nun auch erstmals Bedürftige in Moritzburg und Weinböhla mit versorgt werden. © Arvid Müller

Deutschlandweit haben es sich die Tafeln zur Aufgabe gemacht, überschüssige Lebensmittel vor der Vernichtung zu bewahren und stattdessen an bedürftige Menschen zu verteilen. In der Region gibt es ehrenamtlich betriebene Tafeln unter anderem in Radebeul, Coswig und Großenhain. Letztere hat auch eine Ausgabestelle in Radeburg.

Weiße Flecken mit Tafel-Angeboten waren bisher die Gemeinden Moritzburg und Weinböhla. Doch das soll sich nun dank des neuen Betreibers der Coswiger Tafel ändern. Seit 1998 leistete diese in Regie des Meißner Kinder- und Familienhilfe e.V. - unterstützt von ehrenamtlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern aus Coswig - in der Stadt eine gute Arbeit.

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Im vergangenen Sommer hatte der Vorstand des Vereins dem Rathaus dann mitgeteilt, dass ein Weiterbetreiben aus Altersgründen nicht mehr möglich ist. Die Stadt Coswig suchte daraufhin nicht nur nach einem neuen Betreiber, sondern auch nach einem neuen Standort.

Neuer Partner ist nun seit diesem Jahr der Regionalverband Meißen/Mittelsachsen des Johanniter-Unfall-Hilfe e.V. Seinen Coswiger Stützpunkt hat der Verein auf der Industriestraße 24 bis 26. Mittlerweile über ein Dutzend Ehrenamtliche sorgen dafür, dass die Tafel funktioniert. Das geht von der morgendlichen Einsammeltour für die Lebensmittel, über deren Aufbereitung und die Auslieferung mit einem zweiten neu angeschafften Fahrzeug, das eingerichtet ist wie Fleischer- oder Bäckerwagen, die auf Wochenmärkten zu sehen sind. Insgesamt umfassen die angemieteten Räume in der ehemaligen Tapetenfabrik eine Fläche von 140 Quadratmetern. Die Stadt Coswig unterstützt die Johanniter, indem sie die Mietkosten übernimmt, sodass diese nur noch die Betriebskosten aufbringen müssen.

Das neue am Konzept des neuen Betreibers ist, dass neben der stationären Ausgabestelle auf der Industriestraße dank des Fahrzeugs nun auch weitere mobile Standorte angeboten werden können. Nicht nur in Coswig, sondern in Absprachen mit den Gemeinden auch in Moritzburg und Weinböhla. Dort erfolgte der Start am Faschingsdienstag. „Unser Tafelmobil war von 10 bis 12 Uhr auf dem Parkplatz am Zentralgasthof vor Ort, leider ist niemand gekommen“, sagt Katja Böhme von den Johannitern.

Anspruchsberechtigt, sich Waren bei der Tafel zu holen, sind Menschen, die eine kleine Rente haben, Arbeitslosengeld I oder II, Sozialhilfe oder Grundsicherung beziehungsweise Wohngeld beziehen. „Alle, die weniger als 1.200 Euro im Monat haben“, ergänzt Katja Böhm. Um sich Waren bei der Tafel zu holen, ist eine Kundenkarte des Johanniter-Unfall-Hilfe e.V. erforderlich. Die Lebensmittel können dann vor Ort am Tafelmobil ausgesucht werden, die Kosten belaufen sich auf fünf Euro pro Tüte je Erwachsenen. Für Kinder ist nichts zu bezahlen.

Die Kundenkarten werden in Moritzburg und Weinböhla nach Absprache der Johanniter mit den Gemeindeverwaltungen von diesen seit der vergangenen Woche ausgegeben. In Moritzburg immer dienstags und donnerstags jeweils von 10 bis 12 Uhr im Rathaus. Während in Weinböhla bisher eine vorläufige Kundenkarte ausgegeben wurde - diese werden laut Tafelbetreiber später durch Plastikkarten mit Barcode ersetzt - haben im Moritzburger Rathaus nach Auskunft von Bürgermeister Jörg Hänisch bisher noch keine Bedürftigen vorgesprochen. „Darum haben wir auch gemeinsam mit den Johannitern kurzfristig entschieden, den für heute geplanten ersten mobilen Einsatz der Tafel in unserer Gemeinde zu verschieben“, ergänzt der Rathauschef.

Wann die Tafel-Premiere nun stattdessen erfolgt, ist derzeit noch offen. Standort des Fahrzeuges soll an der Produktionsschule sein. Immer donnerstags von 10 bis 12 Uhr. Damit potenzielle Nutzer der Tafel von dem neuen Angebot in Moritzburg erfahren, soll es in der Märzausgabe des Gemeindeblatts einen entsprechenden Hinweis geben. „Diese werden ja an alle Haushalte verteilt.“

Zudem soll noch versucht werden, die mobile Tafel über die Ortschaftsräte bekannt zu machen. Durch die Corona-Beschränkungen fallen derzeit ja Verbreitungsmöglichkeiten wie Seniorentreffs oder auch Vereine weg. Ob später noch ein mobiler Standort in Boxdorf hinzukommt, hängt auch davon ab, wie der in Moritzburg angenommen wird.

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