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Wird Lindenauer Kreuzung entschärft?

Die Radebeuler CDU möchte die schwer einsehbare Ecke Moritzburger Straße, Kreyernweg umgestalten. Ein Prüfauftrag fand im Stadtrat nur knapp eine Mehrheit.

Der Blick in Kreyernweg (l.) und Moritzburger Straße zeigt, dass die Mauer des Eckgrundstücks sehr dicht an der Fahrbahn steht.
Der Blick in Kreyernweg (l.) und Moritzburger Straße zeigt, dass die Mauer des Eckgrundstücks sehr dicht an der Fahrbahn steht. © Arvid Müller

Radebeul. Sie ist wohl Radebeuls unübersichtlichste Kreuzung – der Knoten Moritzburger Straße, Kreyernweg und Neuländer Straße im Stadtteil Lindenau. Kraftfahrer, die aus Richtung Friedewald kommen, müssen sich vorsichtig herantasten. Denn sie haben keine Vorfahrt. Die Hauptstraße macht vor ihnen nicht nur einen Knick, sondern für Fahrzeuge, die vom Kreyernweg kommen, gilt die Rechts-vor-links-Regel. Jedoch sind Autos erst zu sehen, wenn man bereits auf die Kreuzung gefahren ist. Eine Grundstücksmauer versperrt die Sicht. Zudem stoßen Kreyernweg und Moritzburger Straße in einem sehr spitzen Winkel aufeinander.

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Nun bietet sich aus Sicht der CDU-Stadtratsfraktion die einmalige Chance, den Knoten zu entschärfen und die Einsicht in den Kreyernweg zu verbessern. Denn auf dem Eckgrundstück mit der Mauer stand bis vor kurzem noch ein Haus. Das Gebäude wurde abgerissen und der Bau eines neuen ist an dessen Stelle geplant. Bevor dieses aber errichtet wird, sollte aus Sicht der CDU, die Verwaltung mit dem Grundstückseigentümer über den Abkauf einer Teilfläche verhandeln. Konkret geht es um einen Streifen entlang des Kreyernweges, um die Mauer von der Fahrbahn weiter wegzusetzen. Damit wird der Bereich nicht nur übersichtlicher, sondern es gibt auch Platz für den Bau eines Gehweges, der bislang fehlt. Der nördliche Fußweg des Kreyernweges bricht vor dem Grundstück ab, weil dessen Einfriedung bis zur Fahrbahn heranreicht und somit im Wege steht.

Hitzige Diskussion

Mit einer denkbar knappen Mehrheit von einer Stimme folgte der Stadtrat einem entsprechenden Antrag der CDU-Stadtratsfraktion. Die Verwaltung wird beauftragt, diese Möglichkeit zum Verbessern der Verkehrssituation zu prüfen.

Der Entscheidung ging eine hitzige Diskussion voraus, bei der sich das Stadtratslager derer, die keine bauliche Veränderung an der Stelle wollen, sich dem Vorwurf einer „latenten Fremdenfeindlichkeit“ ausgesetzt sahen. „Sie wollen verhindern, dass dort andere entlangfahren“, sagte CDU-Stadtrat Wolfgang Jacobi, „Wir wollen unseren Mitbürgern dagegen freie Fahrt ermöglichen.“

„Ich bin für eine offene und faire Diskussion“, erwiderte FDP-Stadtrat Johannes Domasch und wies diese Unterstellung zurück. Aus seiner Sicht sei die Verkehrssituation jetzt gut geregelt. Jeder muss mit Bedacht und Vorsicht fahren. „Ich will die Kreuzung nicht anfassen, es kommen enorme Kosten auf uns zu“, gab Domasch des Weiteren zu bedenken.

Sorge um hohe Investitionssumme

Aus seiner Sicht ist es mit einem bloßen Versetzen der Mauer und dem Bau eines Fußweges nicht getan. Es kommen Ausgaben für Stützmauern und Geländeanpassungen auf die Stadt zu. Auch einen grundhaften Ausbau der Moritzburger Straße an der Stelle wird erforderlich, um etwa die Hauptstraßenregelung zu verändern. „Das hat enorme Eingriffe in die Grundstücke vor Ort zur Folge“, so Domasch.

Der FDP-Stadtrat brachte noch ein weiteres Gegenargument an: „Wenn wir die Verkehrssituation verbessern, ziehen wir noch mehr Verkehr aus Friedewald an.“ Diese Äußerung hat wohl CDU-Stadtrat Jacobi zu seiner Polemik verleitet.

Zustimmung gab es für die Argumente Domaschs unter anderem von Stadtratskollege Daniel Borowitzki (Die Linke): „Ich sehe das genauso wie die FDP“. Dieser Meinung ist auch Angela Zscheischler (Bürgerforum/Grüne): „Ein Fußweg bringt keine Lösung für die Verkehrssituation. Jetzt fahren alle vorsichtig.“

Erweiterungsantrag gestellt

Zu einer Protestnote sah sich gar SPD-Stadtrat Thomas Gey veranlasst. Denn im vorberatenden Ausschuss fand der CDU-Antrag keine Mehrheit. Daraufhin stellte Jacobi in der Stadtratssitzung einen Erweiterungsantrag. Die Verwaltung sollte über einen Bebauungsplan die Entwicklung des gesamten Areals mit der früheren Bäckerei und dem einstigen Konsum in den Blick nehmen. „Sie umgehen die Vorberatung“, kritisierte Gey.

„Der Antragsteller kann bis zum Beschluss Änderungen vornehmen“, entgegnete Oberbürgermeister Bert Wendsche (parteilos). Auch andere Stadträte könnten Änderungsanträge stellen. Zudem sei die Anmerkung mit einem Bebauungsplan für das Gebiet in der Stellungnahme enthalten. „Sie wird nur nach oben in den Beschlusstext genommen“, so Wendsche.

Allein dem Bau eines 50 Meter langen Fußweges hätten auch die Freien Wähler nicht zugestimmt. „Aber diesen Platz als Eingangstor nach Lindenau zu entwickeln, begrüßen wir mehrheitlich“, sagte deren Fraktionschefin Eva-Maria Schindler.

Externer Sachverstand

„Würde nicht ein Verkehrsspiegel helfen?“, fragte Detlev Spangenberg für die AfD in die Stadtratsrunde. Am Ende gab es 13 Befürworter des CDU-Antrags, zwölf Gegenstimmen und drei Enthaltungen.

Die Stadtverwaltung hat nun den Auftrag, Möglichkeiten zu prüfen, wie die Verkehrssicherheit an dem Knoten verbessert werden kann. Sie will dafür ein externes Planungsbüro zurate ziehen.

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„Die Verkehrsprobleme für Fußgänger, Radfahrer und Kfz im Bereich Altlindenau sind ein seit Jahren beklagter Missstand, an dessen Beseitigung allen Beteiligten gelegen sein müsste“, macht die CDU-Stadtratsfraktion in ihrem Antrag deutlich.

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