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Verwirrung um Anschrift von Stadtrat Lehmann

In einem Bericht wird er als Radeberger tituliert. Damit müsste er sein Mandat in Radebeul niederlegen. Eine Personalrochade bleibt aber aus.

Von Silvio Kuhnert
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Rettungssanitäter Karl Lehmann ist im Hauptberuf Rettungssanitäter und im Ehrenamt Stadtrat in Radebeul.
Rettungssanitäter Karl Lehmann ist im Hauptberuf Rettungssanitäter und im Ehrenamt Stadtrat in Radebeul. © Marion Doering

Radebeul. Karl Lehmann ist Stadtrat in Radebeul für die Linkspartei und arbeitet als Notfallsanitäter beim Deutschen Roten Kreuz (DRK) Radeberg-Pulsnitz. Sächsische.de sowie die SZ-Ausgaben Rödertal und Dresden berichteten am Silvestertag über seine beruflichen Einsätze an den zurückliegenden Feiertagen. „Ich mag lieber Weihnachten arbeiten“, wird Lehmann zitiert. Und hinter dem Zitat steht: „so der Radeberger“.

Dies wirft Fragen auf. Hat Stadtrat Lehmann den Wohnort gewechselt? Im vorigen Jahr fehlte er oft, besonders in den Herbstmonaten. Bei einem Wegzug kann er jedoch nicht mehr Stadtrat in Radebeul sein. Denn nur in dem Ort, wo man seinen Hauptwohnsitz hat, kann man ein Kommunalmandat wahrnehmen.

Darauf weist Stadtsprecherin Ute Leder hin: „Wenn ein Stadtrat umzieht, ist er verpflichtet, dies dem Stadtratsbüro mitzuteilen.“ Bei einem Wechsel der Gemeinde müsste das Mandat entsprechend nachbesetzt werden. Nachrücker wäre entsprechend der Ergebnisliste der Linkspartei bei der Kommunalwahl 2019 Christian Fischer.

Dienste in der Bierstadt

Bei der Stadtratswahl vor zweieinhalb Jahren hatte Die Linke drei Sitze errungen. Jedoch im Sommer 2020 wechselte Ilka Petzold zu den Freien Wählern. Die Linke-Stadtratsfraktion ist auf zwei Mandate geschrumpft. Als kleinste Gruppierung flog sie zudem aus den Ausschüssen. Wobei der frühere Linke-Stadtrat Christian Fischer jetzt noch als sachkundiger Einwohner im Bauausschuss mitwirkt. Würde er ins Stadtparlament nachrücken, müsste er dieses Ehrenamt aufgeben und die Linkspartei wäre in keinem Ausschuss mehr vertreten.

Dem Stadtratsbüro wurde kein Adresswechsel mitgeteilt. „Ich bin gebürtiger Radebeuler und weiterhin hier wohnhaft“, versichert Lehmann. Er sei nicht weggezogen. Die Bemerkung „der Radeberger“ in dem Artikel beziehe sich wohl auf seinen Arbeitsplatz. Der ist auf der Rettungswache in der Bierstadt. Dorthin pendelt Lehmann von der Lößnitzstadt zu seinen Diensten, derzeit mit dem Auto. Im Sommer fährt der 25-Jährige auch gern mal mit dem Rad durch die Dresdner Heide bis zur Rettungswache in Radeberg. Aufgrund seiner Einsatzdienste kann Lehmann nicht an jeder Ratssitzung teilnehmen.