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Was bedeuten die Eulen im Waldpark?

Die Stadt Radebeul will nicht, dass Fußgänger auf wilden Pfaden durch den Stadtpark trampeln. Zudem informiert eine neue Broschüre übers Stadtgrün.

Im Waldpark hat die Stadt Skulpturen von Käuzen aufstellen lassen.
Im Waldpark hat die Stadt Skulpturen von Käuzen aufstellen lassen. © Stadt Radebeul

Radebeul. Überraschung im Waldpark in Radebeul-West. Bei einem Spaziergang wollte eine Leserin ihren Augen kaum trauen. Den Hauptweg durch die Parkanlage säumen plötzlich Vogelskulpturen. Die Plastiken stehen auf einem hellen Holzpfahl. Welcher Künstler hat sie aufgestellt? Und zu welchem Zweck? Dies fragte nicht nur sie.

Die Stadtverwaltung klärte am Montag auf. „Am 1. Juni wurden im Waldpark zehn Robinienstämme mit aufsitzenden Käuzen aufgestellt“, teilte Daniela Bollmann, Leiterin Zentrale Leitstelle im Rathaus, mit. Die Figuren markieren einen Rundweg durch den Waldpark. Entlang des Weges werden zudem rustikale Bänke aus halben Baumstämmen platziert

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Stadt wertet den Waldpark auf

.Den Waldpark für Spaziergänger und Erholungssuchende attraktiver zu gestalten, ist ein Ziel der Stadt. Zudem möchte sie für mehr Grün sorgen. Hierfür sollen die vielen Trampelpfade reduziert werden, damit sich die Hänge wieder erholen und selbst begrünen können. Damit Fußgänger nicht vom Wege abkommen, ließ die Lößnitzstadt durch die Firma Nehlsen die Käuze als Wegweiser aufstellen. Die Figuren hat Ulrich Eißner, Professor an der Hochschule für Bildende Künste in Dresden, geschaffen. 10.000 Euro haben sie gekostet.

Um den Waldpark als Naherholungsgebiet aufzuwerten, plant die Stadt schrittweise Wege instand zu setzen und einen Haupt-Rundweg gestalterisch von Nebenwegen abzusetzen. An den Parkzugängen sollen wie bei Schwarzes Teich Rhododendren blühen. Zudem müssen Hänge vor Erosion geschützt und steile Wege mit Stufen versehen werden. Außerdem will die Stadt durch Auslichten Aussichtspunkte wieder erlebbar machen.

Nicht nur Parks und Grünanlagen

Darüber informiert die Verwaltung in einer neuen Broschüre. Nachdem in diesem Jahr bereits eine Bilanz über 30 Jahre kommunales Bauen erschienen war, hat sich Baubürgermeister Jörg Müller (parteilos) mit seinem Geschäftsbereich nun auf rund 65 Seiten dem Stadtgrün gewidmet. In dem Heft findet nicht nur der Stadtpark am Nordhang des Steinrücken Erwähnung.

„Neben den natürlich im Fokus stehenden innerstädtischen Parkanlagen und Stadtplätzen liegt der Reiz des heutigen Radebeul auch in der bewahrten Ursprünglichkeit der historischen Dorfanger bzw. -plätze, der Grünzüge an der Elbe oder entlang des Lößnitzhanges mit den (Wein-)Wanderwegen, unseren Gründen und Tälern, wie z. B. dem Lößnitzgrund mit seinen Teichen, aber auch den in den letzten Jahren angelegten landschaftsprägenden Ausgleichsflächen“, so Müller im Vorwort.

Großer Zuwachs an öffentlichem Grün

30 Grünanlagen besaß die Lößnitzstadt Anfang der 1990er-Jahre. Seither hat sich der Anteil der öffentlichen Grünflächen im Stadtgebiet gemehrt. Vor allem in den zurückliegenden 25 Jahren gab es einen besonders starken Zuwachs. So hat sich gegenüber 1995 die Gesamtfläche des städtischen Grüns verzehnfacht. 40 Hektar sind es insgesamt beziehungsweise 1,5 Prozent des Stadtgebiets.

Der Silbersee bildet den Mittelpunkt im Karl-May-Hain (großes Bild), ein zentral in Ost gelegener Stadtpark.
Der Silbersee bildet den Mittelpunkt im Karl-May-Hain (großes Bild), ein zentral in Ost gelegener Stadtpark. © Norbert Millauer

Dazu zählen 65 Grün- und Parkanlagen, 23 Spielplätze, drei Kriegsgräber, zehn Hektar Ausgleichsflächen sowie 60 sonstige Pflanzungen, wie Grünzüge aus Sträuchern oder Stauden am Straßenrand. Darüber hinaus kommen sechs Hektar Weinbergflächen, 50 Hektar Wald, zehn Hauptwanderwege, sieben Gewässer hinzu. Rund 10.000 Bäume stehen auf städtischem Grund und Boden, fast 4.000 säumen als Straßenbäume Fahrbahnränder.

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Früher waren Parkanlagen und Spielplätze streng getrennt, heute gehen sie zunehmend ineinander über. So wurde beispielsweise der Karl-May-Hain in Radebeul-Ost im Jahr 2018 nicht nur saniert, sondern auch um einen Spielbereich zur Schildenstraße erweitert. Als Leiterin des Sachgebiets Stadtgrün führte damals Heike Funke Regie auf der Baustelle. Nach 30 Jahren hat sie die Sachgebietsleitung jetzt an Matthias Kürzel übergeben.

Die Broschüre „Stadtgrün in Radebeul“ liegt in Heftform im Technischen Rathaus, Pestalozzistraße 8, aus. Sie kann aber auch als PDF-Datei unter Aktuelles auf der Internetseite www.radebeul.de heruntergeladen werden.

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