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Schüler nehmen modernen Lernort in Besitz

Der Anbau an das Evangelische Schulzentrum in Radebeul ist fertig. Er bietet viel Platz für digitalen und flexiblen Unterricht.

Ein Verbindungsbau verknüpft das denkmalgeschützte Gebäude mit Grundschule und Hort mit dem Neubau für die Oberschüler.
Ein Verbindungsbau verknüpft das denkmalgeschützte Gebäude mit Grundschule und Hort mit dem Neubau für die Oberschüler. © Norbert Millauer

Radebeul. Ein traumhafter Blick auf Radebeuls Weinberge mit Jakobstein, Mätressenschlösschen und Friedensburg bietet sich aus den großen Fenstern im zweiten Obergeschoss des Anbaus an das Evangelische Schulzentrum (ESZ). „Das ist unsere Beletage“, sagt Falk Wenzel, Geschäftsführer des Evangelischen Schulvereins, sichtlich glücklich. Er hat die Erweiterung des denkmalgeschützten Gebäudes an der Wilhelm-Eichler-Straße geleitet. Und der Anbau ist nun fertig und in Betrieb gegangen.

Dass die Oberschüler verträumt aus den Fenstern auf die Weinbaulandschaft schauen, statt den Lehrern im Unterricht zu folgen, ist wohl nicht zu befürchten. Denn ein großer Flachbildschirm hängt mittig an einer Wand und wird die Aufmerksamkeit an sich ziehen. Daneben befinden sich jeweils ganz klassische Tafeln, die sich aufklappen sowie hoch- und runterfahren lassen.

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Mittels Tablets können sich Lehrer und Schüler mit dem Bildschirm verbinden und so für alle sichtbar beispielsweise Mathematikaufgaben lösen. Dies geht aber auch mit Kreide auf der grünen Platte. Durch diese Kombination ist analoger und digitaler Unterricht gleichzeitig möglich und kann je nach Bedarf eingesetzt werden. Die Idee zu dieser Tafelwand ist dem Schulverein nach Gesprächen mit Lehrern und Schülern gekommen.

Im Verbindungsbau befindet sich das Treppenhaus
Im Verbindungsbau befindet sich das Treppenhaus © Norbert Millauer
Durch die Fenster im zweiten Obergeschoss bietet sich ein toller blick auf die Weinberge.
Durch die Fenster im zweiten Obergeschoss bietet sich ein toller blick auf die Weinberge. © Norbert Millauer
Mit grünem Teppich sind Bereiche im Flur ausgelegt...
Mit grünem Teppich sind Bereiche im Flur ausgelegt... © Norbert Millauer
...Sie dienen als Orte für selbsttätiges Lernen.
...Sie dienen als Orte für selbsttätiges Lernen. © Norbert Millauer
Blick in ein Klassenzimmer: Stühle und Tische lassen sich per Rollen bewegen. Die Tafelwand verfügt über einen großen Flachbildschirm.
Blick in ein Klassenzimmer: Stühle und Tische lassen sich per Rollen bewegen. Die Tafelwand verfügt über einen großen Flachbildschirm. © Norbert Millauer
Im Erdgeschoss befindet sich die Cafeteria.
Im Erdgeschoss befindet sich die Cafeteria. © Norbert Millauer
Auf dem Schulgelände wird ein neuer Spielplatz zum Austoben in den Pausen gebaut.
Auf dem Schulgelände wird ein neuer Spielplatz zum Austoben in den Pausen gebaut. © Norbert Millauer

Letztgenannte konnten immer wieder Wünsche äußern. Und der Schulverein hat versucht, diesen gerecht zu werden. So gibt es im ersten Obergeschoss, der Kunstetage eine Magnetwand, die sich so ganz schnell und ohne großes Friemeln in eine Galerie verwandeln lässt. Bilder bleiben mithilfe von Magnetsteinen hängen. Oder im obersten und mittleren Flur, die sehr großzügig angelegt sind, finden Schüler große und mit grünem Teppichbelag versehene Flächen vor. Auch sie dienen dem Lernen.

Denn das ESZ unterrichtet nach den Prinzipien der Reformpädagogin Maria Montessori. Hierzu zählt die Erziehung zum selbsttätigen Lernen in einem christlichen Miteinander. Und die Flure dienen als gemeinschaftliche Lernorte.

Ein Ort der Bewegung und Begegnung

„Flexibilität“ ist ein Wort, das Wenzel beim Rundgang durch den Anbau wiederholt verwendet. „Schule ist ständig in Bewegung und im Fluss“, sagt er. Und dies wurde bei der Architektur beachtet. Massiv aus Stahlbeton sind die Außenwände. Innen gibt es Trockenwände, die auf drei Etagen verteilt acht Unterrichtsräume voneinander trennen. Ändert sich der Raumbedarf und Zuschnitt der Klassenräume, lassen sich die Wände neu anordnen.

Das Fachkabinett neben der Cafeteria im Erdgeschoss dient sowohl dem Physik- als auch dem Chemieunterricht. Die Anschlüsse für Elektrik oder Gas befinden sich an der Decke. Steht ein Experiment mit einem Stromkreis oder einem Bunsenbrenner auf dem Lehrplan, lassen sich die entsprechenden Gerätschaften herunterfahren. Tische und Stühle haben Rollen und können so in Reihe, als Rund oder auf andere Weise hingestellt oder an den Rand geschoben werden.

Verzögerung um ein Vierteljahr

Im September 2019 begannen die Bauarbeiten für den kompakten Bau. Farblich soll er sich von der doch recht markanten Fassade des einstigen Amtsgerichtsgebäudes von Kötzschenbroda absetzen. Bei der Farbgebung des Putzes orientierten sich die Architekten an der Farbe der Gesimse des Altbaus. Ein Verbindungsbau liegt zwischen dem Quader mit Flachdach und dem denkmalgeschützten Altbau. Dort befindet sich neben einem Treppenhaus ein Lift für die barrierefreie Erschließung beider Gebäudeteile. Auf dem Dach des Neubaus ließ der Schulverein eine Neun-KW-Solaranlage installieren.

Eigentlich sollten die Bauarbeiten bereits im Februar dieses Jahres abgeschlossen sein. Sie wurden aber erst knapp ein Vierteljahr später fertig. Neben der Coronakrise führte vor allem die gute Auftragslage im Baugewerbe zur Verzögerung. Es sei schwer, an Handwerker heranzukommen. „Wir sind froh, dass wir durch sind. Die Situation wird nicht besser“, meint Wenzel. Allein im Stadtgebiet gibt es zahlreiche Baustellen.

Mit der Rückkehr zum Regelunterricht konnten die Oberschüler den Anbau in Besitz nehmen. In sein Errichten und Ausstatten investierte der Evangelische Schulverein rund 3,4 Millionen Euro.178 Schüler besuchen die erste bis siebte Klasse im ESZ. Die Oberschule befindet sich noch im Aufbau. Ein Teil der Jugendlichen wird im benachbarten ehemaligen Arbeitsamt unterrichtet.

Nächste Projekte schon in Bau oder Planung

Als nächstes Großprojekt steht ein Turnhallenbau auf dem Plan. Hierfür ist zunächst eine Machbarkeitsstudie erforderlich, für deren Erarbeiten Wenzel den Auftrag hat. Der Anbau ist so konzipiert, dass sich an dessen Südseite ein Sportgebäude andocken lässt.

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