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Weniger Kreuzungen an der Elbtalstraße

Es gibt zwei Jahre Zeitverlust durch einen Wechsel der Zuständigkeiten, dafür eine bessere Planung.

An der Kreuzung Elbgaustraße/Dresdner Straße soll eine neue Ampelkreuzung für die S 84, die Elbtalstraße, entstehen. Die Elbgaustraße selbst will die Stadt Coswig sanieren, wenn klar ist, wie die Planungen für die S 84 aussehen.
An der Kreuzung Elbgaustraße/Dresdner Straße soll eine neue Ampelkreuzung für die S 84, die Elbtalstraße, entstehen. Die Elbgaustraße selbst will die Stadt Coswig sanieren, wenn klar ist, wie die Planungen für die S 84 aussehen. © Arvid Müller

Coswigs Oberbürgermeister Thomas Schubert (parteilos) bedauert, dass es bei der Planung der neuen Elbtalstraße S 84 zwischen Coswig und Meißen zu einem Zeitverlust von zwei Jahren gekommen ist. Der Grund: Ursprünglich hatte das Landesamt für Straßenbau und Verkehr (Lasuv) die Planungen in seiner Regie. Doch dann kam es zu einem Wechsel der Zuständigkeiten. Dem Lasuv wurde das Projekt entzogen und die Deutsche Einheit Fernstraßenplanungs- und -bau GmbH (DEGES), die im Auftrag von Bund und Ländern Straßenprojekte umsetzt, übernahm.

Der Vorteil des Ganzen: Nach der Umplanung durch die DEGES wird es an der 6,2 Kilometer langen Trasse der S 84 zwischen Coswig und Neusörnewitz statt mindestens sechs nur noch vier Kreuzungen geben. „Geändert haben wir unter anderem das Knotenpunktekonzept, verschiedene Betroffenheiten und die Planungen für die Straßenentwässerung. Auch alle Gutachten - etwa zu Verkehr, Lärm, Umwelt und Wasser - sind neu“, hatte der für die Elbtalstraße bei der DEGES zuständige Projektleiter Werner Breinig kürzlich in der SZ erklärt. „Wir haben andere Knotenpunkte - umgangssprachlich Ampelkreuzungen - gewählt, wodurch es weniger geworden sind, was die S 84 leistungsfähiger machen wird.“ Dadurch hat sich auch manches für die betroffenen Grundstücksbesitzer geändert: „Wo man vorher ein Haus abreißen musste, muss man es jetzt nicht mehr, dafür muss vielleicht jetzt eine Stützmauer auf ein Grundstück gebaut werden“, so Werner Breinig.

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Im SZ-Artikel zum neuen Anlauf für die Elbtalstraße hatte es geheißen, dass sowohl die Industriestraße als künftiger Zubringer für die S 84 ausgebaut worden sei als auch die Elbgaustraße. Dazu schrieb SZ-Leser Sven Lehmann aus Sörnewitz: „Die Elbgaustraße ist in ihrer ganzen Länge in einem erbärmlichen Zustand. Die einzigen halbwegs brauchbaren Stücke sind die Bereiche, wo wegen des Baus der Gasleitungen neuer Belag aufgetragen wurde und beim neuen Parkplatz am südlichen Ende. Selbst die Gasleitungskreuzung hat von Anfang an Löcher.“

Coswigs Oberbürgermeister Thomas Schubert erklärt dazu, dass beide Seiten recht hätten. Die Elbgaustraße sein vom Gasthof bis zum Schulweg ausgebaut worden. Richtig sei aber auch, dass sie bis zur Kreuzung mit der künftigen Elbtalstraße, der S 84, noch ausgebaut werden muss.

„Dazu müssen uns als Stadtverwaltung Coswig die Planungen der DEGES bekannt sein, damit die Elbgaustraße auch richtig an die S 84 Elbtalstraße angebunden werden kann. Weil uns das nicht bekannt war, haben wir uns da bislang zurückgehalten.“ Wenn jetzt das Planfeststellungsverfahren begonnen habe, könne man im Anschluss daran planen, wie die Elbgaustraße ausgebaut werden müsse. „Die Frage ist ja, ob man die Elbgaustraße ausbauen will, bevor die Elbtalstraße ausgebaut wird, oder im Anschluss daran.“

Was die Neuplanung der Knotenpunkte an der S 84 betrifft, so erklärt der Oberbürgermeister, dass das Verkehrskonzept des Lasuv darauf beruhte, mit möglichst vielen Knotenpunkten eine leichtere Erreichbarkeit der Elbtalstraße zu schaffen. Manche der Knoten, die das Lasuv geplant habe, seien geblieben, manche weggefallen und manche verschoben worden.

„So war beispielsweise ein Knoten an der Industriestraßenkreuzung angedacht, also in der Nähe der Dresdner Straße. Dieser Knoten ist durch die DEGES verschoben worden zur Kreuzung Ziegelweg. Und da ist klar belegt, dass die Kreuzung am Ziegelweg von der Wirkung für die S 84 und für die Entlastung des umliegenden Verkehrs besser ist als eine Kreuzung an der Industriestraße. Natürlich ist es auch so, dass man mit weniger Knotenpunkten eine Straße preisgünstiger bauen kann.“

Was das nun bei der Landesdirektion Sachsen eingereichte Planstellungsverfahren für die Elbtalstraße anbelangt, will sich DEGES-Planer Werner Breinig nicht zur Dauer festlegen. „Unsere Erfahrungen sind, dass ein Planfeststellungsverfahren in dieser Größenordnung nicht unter anderthalb Jahren durchgeführt werden kann - das war noch vor Corona. Es können tausend Betroffene dafür sein, aber es reicht einer, der klagt, um es zu verzögern.“

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