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Wie der Bau der Meißner voranschreitet

Auf der Baustelle im Radebeuler Westen steht der Abschluss eines wichtigen Meilensteins bevor.

Die Baugrube für den neuen Mischwassersammler ist zwischen Gerhart-Hauptmann-Straße und der Zufahrt zum Löma-Center bereits wieder geschlossen. Nun erfolgt der Anschluss der Häuser an die neuen Kanal.
Die Baugrube für den neuen Mischwassersammler ist zwischen Gerhart-Hauptmann-Straße und der Zufahrt zum Löma-Center bereits wieder geschlossen. Nun erfolgt der Anschluss der Häuser an die neuen Kanal. © Arvid Müller

Radebeul. Komplex ist ein Wort, das Ronald Ramisch beim Rundgang über die Baustelle auf der Meißner Straße in Radebeul-Zitzschewig wiederholt in den Mund nimmt. Denn mit Rausreißen des maroden Asphalts und dem Auftragen einer neuen Schwarzdecke ist es zwischen Gerhart-Hauptmann-Straße und Spitzgrundweg nicht getan. Die Baustelle ist vielfältiger und die Arbeitsschritte sehr verflochten. „Wir müssen zuvor die unterirdische Wirtschaft in Ordnung bringen“, sagt Ramisch, der im Stadtbauamt für den grundhaften Ausbau der Hauptverkehrsader in Höhe Löma-Center verantwortlich ist.

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Mit wir sind Partner wie die Wasser Abwasser Betriebsgesellschaft Radebeul+Coswig mbH (WAB R+C), die Stadtwerke Elbtal und die Telekom gemeint, mit unterirdischer Wirtschaft das zu erneuernde Leitungsnetz. So lässt allein die WAB R+C auf 360 Meter Länge einen neuen Mischwasserkanal verlegen. Er besteht aus Betonrohren von einem Meter Innendurchmesser. „Der neue Mischwasser-Sammler ist doppelt so groß wie der alte“, berichtet Ramisch. Vier Meter tief haben Bauleute der Gruppe Meißen der Strabag AG für das dicke Rohr das Erdreich unter der Meißner Straße ausgehoben. Zuvor brachen sie rund 2.500 Quadratmeter alten Asphalt sowie 500 Quadratmeter Pflasterfläche ab.

Mitte August beginnt der eigentliche Straßenbau

Ronald Ramisch vom Sachgebiet Straßenbau erklärt anhand des Bauplans die anstehenden Arbeiten.
Ronald Ramisch vom Sachgebiet Straßenbau erklärt anhand des Bauplans die anstehenden Arbeiten. © Arvid Müller

Ab der Kreuzung Gerhart-Hauptmann-Straße bis zum Schacht 5 in Höhe des Werbeturms des Löma-Centers ist der neue Mischwasserkanal nun verlegt - ein wichtiger Meilenstein auf der seit Anfang Mai dieses Jahres bestehenden Baustelle. Auch eine neue Gasleitung liegt in dem Abschnitt drin. Zudem werden rund 200 Meter Trinkwasserleitung erneuert, die Stadtwerke verlegen neue Stromkabel sowie die Telekom Telefon- und Breitbandkabel. Immer wieder gehen quer über die Straße Hausanschlüsse ab.

Diese konnten für die neuen Rohre und Leitungen nicht einfach gekappt werden, indem die Bauleute einmal längs die Meißner Straße aufbuddeln. Abschnittweise arbeiteten sie sich vorwärts, mussten zuvor provisorische Trinkwasseranschlüsse, Stromkabel und Telefonleitungen sowie eine Notgasleitung bauen, um die Versorgung der Anlieger zu gewährleisten. Derzeit schließen die Bauarbeiter die Anrainergrundstücke an die neuen Medien an. Bis Mitte August wollen sie damit fertig sein. „Dann beginnt der eigentliche Straßenbau“, informiert Ramisch.

Immer wieder verlaufen Leitungen quer über dem neuen Gasrohr. Während des Verlegens mussten Provisorien zur Versorgung der Anlieger geschaffen werden.
Immer wieder verlaufen Leitungen quer über dem neuen Gasrohr. Während des Verlegens mussten Provisorien zur Versorgung der Anlieger geschaffen werden. © Arvid Müller

Leiser Asphalt

Rund 4.000 Kubikmeter Boden wird für den neuen Straßenkörper bewegt und eine Fläche von insgesamt 5.800 Quadratmeter Größe planiert. Darauf werden 3.000 Kubikmeter Frostschutz und eine Schottertragschicht aufgetragen. Darüber kommt eine Splittmastixdecke mit Binder- und Tragschicht. „Das wird eine sehr glatte Fahrbahn, mit der wir auch die Schallimmission runterbringen. Für Anwohner wird es hier künftig viel leiser sein“, verspricht Ramisch.

Nicht nur Autos sollen in Zukunft an der Stadtgrenze zu Coswig besser rollen können. Die Meißner Straße bekommt im Ausbauabschnitt auf beiden Seiten durchgängige Gehwege. „Damit wird die Verkehrssicherheit für Fußgänger deutlich erhöht“, informiert Ramisch.Auch das Löma-Center bekommt eine neue Zufahrt. Die bisherige S-Kurve ist schon weggerissen. Ein paar Meter weiter westlich wird die neue Einfahrt senkrecht an die Meißner Straße angedockt.

Auch der Bau einer Behelfsstraße, damit das Löma-Center aus Richtung Coswig erreichbar bleibt, war erforderlich.
Auch der Bau einer Behelfsstraße, damit das Löma-Center aus Richtung Coswig erreichbar bleibt, war erforderlich. © Arvid Müller

Bislang läuft auf der Baustelle alles nach Plan. „Unser Ziel ist es, bis Ende dieses Jahres mit der Fahrbahn fertig zu werden“, berichtet Ramisch. Bereits im Vorweihnachtsgeschäft soll der Abschnitt ab Gerhart-Hauptmann-Straße bis zum Löma-Center für den Kundenverkehr geöffnet werden. Denn derzeit sind Rewe-Supermarkt, Drogeriemarkt und Kress-Modehaus nur von Coswig aus über eine Behelfsstraße zu erreichen. Diese wurde wegen der Baustelle auf der Meißner Straße extra errichtet und wird nach Abschluss der Bauarbeiten wieder zurückgebaut.

Appell: Radfahrer bitte absteigen!

Fußgänger können den Baustellenbereich aus und in Richtung Radebeul passieren. Den Weg nutzen trotz eindeutiger Warnzeichen allerdings auch viele Radfahrer, ohne von ihrem Drahtesel abzusteigen. Ramisch appelliert daher an die Radler aus Sicherheitsgründen eindringlich, vom Sattel zu steigen und ihr Zweirad zu schieben. Denn der Weg ist sehr beengt, und es besteht Sturzgefahr, zum Beispiel an den in den Fußweg hineinreichenden breiten Füßen der Sperrbaken, die den Baustellenbereich abgrenzen.

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