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„Man braucht das Gefühl im Hintern“

Rennfahrer Jonas Greif aus Coswig war im letzten Jahr besonders erfolgreich. Auch dieses Jahr steht einiges für den 19-Jährigen im Rennkalender.

Jonas Greif hat mit seinem Porsche GT 4 als Debütant in der Porsche Sprint Challenge Central Europe 2020 den dritten Platz erkämpft. ds
Jonas Greif hat mit seinem Porsche GT 4 als Debütant in der Porsche Sprint Challenge Central Europe 2020 den dritten Platz erkämpft. ds © Martin Trenkler

Von Julian Wolf

Das Jahr 2020 war für den Coswiger Motorsportler Jonas Greif vielleicht das bislang emotionalste seiner jungen Rennfahrerkarriere. An sein letztes Rennwochenende auf dem Autodrom in Most erinnert sich der 19-Jährige noch sehr gut. Der Coswiger fuhr in seinem Porsche Cayman GT 4 Sportwagen auf Platz zwei im Einzelrennen und gewann das 100-Meilen-Rennen der Porsche Sprint Challenge Central Europe für seinen österreichischen Rennstall Lechner Racing. In der Gesamtwertung konnte er seinen Namen dann an dritter Stelle in der Tabelle lesen. Eine herausragende Leistung für einen Debütanten im Tourenwagen.

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Den Erfolg zu genießen war einfach, die Arbeit, diesen auch zu erringen, eine schwere. Technisch anspruchsvoll und körperlich sehr anstrengend waren die drei Europa-Wettkämpfe im vergangenen Jahr. Für 2021 stehen jetzt fünf Rennen im Porsche-Wagen in dem Kalender. Eine große Herausforderung für das in Dresden geborene Nachwuchstalent.

Bis zum Dezember 2020 war die Zukunft noch ungewiss. Die weiterhin anhaltende Corona-Pandemie machte auch dem Rennsport zu schaffen. Es war nicht selbstverständlich, dass es wieder auf die Strecke geht und ob die Sponsoren dem Coswiger treu bleiben würden. Eigentlich sollte am 1. Mai der Kampf um den Meistertitel beginnen. Doch die Infektionslage lässt das geplante Rennen auf dem Slovakiaring in der Nähe der slowakischen Hauptstadt Bratislava nicht zu.

Ein paar weitere Wochen muss Jonas Greif nun warten. Der Saisonauftakt beginnt Ende Mai auf dem Red-Bull-Ring im österreichischen Spielberg. Voller Vorfreude blickt er auf die neue Saison. „Dort kommt sofort ein Formel-1-Gefühl auf“, sagt Jonas Greif. „Auf der Strecke fahren zu dürfen, auf der schon mein Vorbild, Nico Rosberg, auf- und abgefahren ist, wird ein großes, persönliches Highlight werden.“

Nach etwa zehn Vorbereitungsrunden rechnet der Porsche-Pilot damit, wieder auf Hochtouren fahren und sein normales Programm auf der Rennstrecke abliefern zu können. Dann wieder im GT 4 Cayman Clubsport mit 280 Kilometern pro Stunde Spitzengeschwindigkeit und hoffentlich dann auch vor Publikum. Die kommenden Rennen werden entscheidend sein. Neben Spielberg und Bratislava stehen 2021 auch Rennen in Posen, Most und auf der Formel-1-Strecke in Budapest auf dem Plan. Sein Ziel ist es, später einen GT 3-Tourenwagen steuern zu dürfen.

Die Corona-Zeit nutzt Jonas Greif jetzt voll aus. Neben seinem Studium der Wirtschaftswissenschaften trainiert er seit knapp einem halben Jahr im hauseigenen Simulator. Den baute er während des ersten Lockdowns im Frühjahr 2020 selbst. Kurven, Geraden, Sektoren und Bremspunkte der Strecken studiert und fährt der Motorsportler jetzt virtuell. Endlich mal wieder im Auto sitzen zu können, wünscht er sich schnell zurück. „Man braucht einfach das Gefühl im Hintern“, erklärt Jonas Greif, der auch sein Fitnessprogramm für die kommende Saison intensiviert hat.

Der Dresdner Physiotherapeut Frank Friedl, der erst vor Kurzem Dynamos Publikumsliebling Niklas Kreuzer wieder fit gemacht hat, arbeitet nun mit dem Rennfahrer zusammen. „Es gibt noch viel Luft nach oben“, meint Jonas Greif. „Verbessern kann man sich immer wieder.“

Zeit nimmt sich der 19-Jährige auch für seine Fans und für Interessierte des Motorsports. Bislang drehte er sieben Heimvideos, in denen er Eindrücke in die Motorsportwelt sowie in das Rennfahrerleben gibt. Informationen über die Rennstreckenarbeit, die Theorie und Stereotype erfahren die Zuschauer und Zuhörer in den Clips von Jonas Greif. Auch Zuschauerfragen beantwortet der Rennfahrer in den Videos oder in den sozialen Netzwerken. Als Fahrercoach ist Jonas Greif weiterhin aktiv. Wer schon immer mal die Grenzen seines eigenen Autos kennenlernen wollte, kann das mehrmals im Jahr auf dem Lausitzring machen und sich auch beraten lassen.

Mittlerweile ist das für Jonas Greif schon zur Tradition geworden. „Intensiv arbeite ich gemeinsam mit Maik Richter von Event-Fahrtraining zusammen, um den Leuten nicht nur den Motorsport, aber auch das Leistungspotenzial eines normalen Wagens zu erklären“, berichtet der Pilot, der sich jetzt erst mal auf die Rennen im Sommer freut.

Weitere Informationen zu Jonas Greif sind online auf www.jonas-greif.de zu finden.

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