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Moritzburg-Camping bereitet die Saison vor

Die Gemeinde Moritzburg hat über 70.000 touristische Übernachtungen gezählt. Davon geht ein gehöriger Teil auf den Ferienpark Bad Sonnenland. Die Ergebnisse 2020, die Ziele 2021.

Ob das diesen Sommer wieder funktionieren wird? Familien zieht es vor allem in den Ferienpark Bad Sonnenland. Die Rezeption stellt gerade auf Online-Buchen um.
Ob das diesen Sommer wieder funktionieren wird? Familien zieht es vor allem in den Ferienpark Bad Sonnenland. Die Rezeption stellt gerade auf Online-Buchen um. © Norbert Millauer

Moritzburg. Moritzburg ist ein Touristenanziehungspunkt erster Güte im Landkreis Meißen. Trotz Corona zählt die Gemeinde auch im vorigen Jahr 79.000 Übernachtungen. Einen wesentlichen Anteil daran hat der Ferienpark Bad Sonnenland. Gundula Bleul ist mit der Kulturlandschaft Moritzburg GmbH als Geschäftsführerin verantwortlich dafür. Sie sagt, wie das ungewöhnliche Jahr gelaufen ist und wie die Aussichten für 2021 sind.

Frau Bleul, wie entwickelt sich die Ferienoase Bad Sonnenland? Wie sind die Zahlen?

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Ich habe das Gefühl, dass schon vor Corona eine Tendenz zu mehr Naherholung eingesetzt hat. Die Leute, etwa aus Dresden, sind den Zielen in der näheren Umgebung wieder zugewandter. Im Ferienpark haben wir 23.000 Übernachtungen. Das ist ähnlich wie in vorherigen Jahren. Im Bereich Ferienhäuser registrieren wir dabei ein Minus von 20 Prozent, da ja der April/Mai, aber auch Ende Oktober und die Buchungen über den Jahreswechsel vollständig weggefallen sind. Von Juni bis September gab es dafür sehr gute Auslastungszahlen. Im Bereich Camping durften wir ein Plus von reichlich einem Fünftel verbuchen.

In kürzerer Zeit also die Zahlen doch gehalten.

Von den 23.000 Übernachtungen sind 16.000 dem Camping zuzuordnen. Wir hatten im Sommer sehr viele Wochenenden mit sehr guten Auslastungszahlen. Wenn wir hätten normal öffnen dürfen, wäre sicher auch insgesamt ein Zuwachs zu verzeichnen gewesen.

Gundula Bleul, Geschäftsführerin der Kulturlandschaft Moritzburg GmbH.
Gundula Bleul, Geschäftsführerin der Kulturlandschaft Moritzburg GmbH. © privat

Seit wann sehen Sie das größere Interesse, den Anstieg der Übernachtungszahlen?Camping hat in den letzten Jahren im gesamten Elbland eine positive Entwicklung erfahren – auch wir konnten leicht steigende Auslastungszahlen verzeichnen. Naturkatastrophen, politische Entwicklungen und jetzt auch die Corona-Pandemie haben insgesamt das Interesse am Inlandtourismus und speziell auch am Camping spürbar steigen lassen. Dies zeigt sich auch im Bereich der Dauercamper. Noch vor fünf Jahren wurde eher vermutet, dass darin langfristig abnehmendes Interesse besteht. Das hat sich jetzt gedreht. Wir haben dieses Jahr 25 neue Dauercamper, auch von jüngerer Generation gewonnen, bei insgesamt 130 Plätzen.

Betrachten Sie das als vorübergehend, wegen Corona?

Eher nicht. Es hat ja einen großen Wohnmobil-Boom gegeben. Leute, die sich ein solches Wohnmobil gekauft haben, wollen irgendwo an einem See, am Wald einen Stellplatz haben. Auch das Interesse an Gruppenausflügen von Schulen und Vereinen hatte vor Corona wieder zugenommen. Gerade in den sechs Wochen vor den Ferien konnten wir in den letzten drei Jahren bei den Gruppen sehr viele Übernachtungen verbuchen. In diesem Jahr fiel dieses Segment leider vollständig weg. Dieses Fehlen haben wir durch die vielen Individualtouristen in der Hauptsaison wieder ausgeglichen. Dabei haben wir Glück mit unserem großen, weitläufigen, naturbelassenen Gelände in Sonnenland mit seinen 17 Hektar. Es gibt genügend Möglichkeiten, bestimmte Besucher-Gruppen in verschiedenen Bereichen unterbringen. Viele Gäste können auf der Anlage sein, ohne dass es zu voll wirkt und sich die Gäste untereinander extrem stören.

140 Stellplätze für Camper und Caravans gibt es auf dem Campingplatz Bad Sonnenland.
140 Stellplätze für Camper und Caravans gibt es auf dem Campingplatz Bad Sonnenland. © Norbert Millauer
Auch Bungalows, wie diese "Schwedenhäuser", können gemietet werden.
Auch Bungalows, wie diese "Schwedenhäuser", können gemietet werden. © Arvid Müller

Wie ist die Nachfrage nach Dauercamper-Parzellenpacht? Wie viele stehen noch auf der Warteliste?

Wir haben nur noch einige wenige Parzellen, die verpachtet werden können. Mit allen Interessenten haben wir Verträge gemacht, die Liste ist abgearbeitet. Etwa zehn Plätze haben wir noch.

Ist in dieser doch gut gelaufenen Saison gut verdient worden? Wofür wird das Geld ausgegeben?

Der Umsatz von April und Mai fehlt natürlich. In dieser Zeit kommen schon immer viele, vor allem am Wochenende, zur Erholung. Wir rechnen insgesamt mit einem ähnlichen Ergebnis wie im letzten Jahr. Für die gesamte GmbH erwarten wir - wegen des eingeschränkten Tourismus und der weggefallenen Veranstaltungen wie Fisch- und Waldfest, Aschenbrödelausstellung - ein Umsatzminus von rund 200.000 Euro bei 1,2 Millionen Euro Gesamtumsatz.

Sie haben in der gesamten Tourismus-GmbH neun feste Mitarbeiter, plus Saisonkräfte. Im Sommer mehr gearbeitete Stunden werden jetzt im Winter abgebummelt, oder?

Ja, so ist das. Das Problem im letzten Frühjahr war, dass sich die Mitarbeiter im April und Teilen des Mai in Kurzarbeit befanden und danach auf 130 Prozent hochfahren mussten. Es war schon schwierig, nebenbei die neuen Saison-Mitarbeiter einzuarbeiten. In der Kurzarbeitszeit hatten die Kollegen auch echt zu tun mit den Stornierungen, Gutschriften, Umbuchungen. Hygienekonzepten schreiben, Bereichen abtrennen. Das verlangte hohes Engagement und Flexibilität über das normale Maß hinaus. Die Besucher von Bad Sonnenland waren aber sehr dankbar und wir haben viel positives Feedback bekommen.

Was wird im Winter und Frühjahr erneuert und investiert?

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Vor allem in den Innenbereichen der Bungalows investieren wir. Neue Küchen werden teilweise eingebaut, Malerarbeiten sind dran. Heizkörper haben wir ausgetauscht. Neue Relaxliegen für den Campingbereich werden angeschafft. Wir wollen auch unsere direkte Online-Buchbarkeit beim Camping herstellen. Größere Investitionen mit Fördermitteln sind in diesem Jahr nach dem Ende der Saison im Sanitärbereich geplant.

Das Interview führte Peter Redlich.

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