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Nächstes Jahr ist Baustart für die Brücke über fünf Bahngleise

Landrat Ralf Hänsel und OB Bert Wendsche trafen sich an der Stadtgrenze von Radebeul zu Coswig. Hier ist eins der größten Bauvorhaben im Kreis geplant.

Wo die beiden stehen, soll sich in zwei Jahren eine der größten Brücken im Kreis Meißen über fünf Gleise spannen - Landrat Ralf Hänsel (links) und Radebeuls OB Bert Wendsche mit dem Bauplan.
Wo die beiden stehen, soll sich in zwei Jahren eine der größten Brücken im Kreis Meißen über fünf Gleise spannen - Landrat Ralf Hänsel (links) und Radebeuls OB Bert Wendsche mit dem Bauplan. © Norbert Millauer

Radebeul/Coswig/Meißen. Mindestens einmal im Jahr in jeder Gemeinde oder Stadt im Landkreis will sich Landrat Ralf Hänsel (parteilos) umschauen und sehen, was gemeinsam voranzubringen ist. Am Freitag ist Hänsel gemeinsam mit Radebeuls Oberbürgermeister Bert Wendsche (parteilos) an die neuralgischen Verkehrspunkte der Stadt gefahren. Punkte, für die sich auch der Kreis interessiert, weil das die Verbindungsachsen, zum Beispiel von und nach Dresden, in die maßgeblichen Gewerbegebiete und auch überregional Richtung Autobahn, sind.

Nach der Schiffsmühle ist so ein neuralgischer Punkt. Die kleine Straße, die durch Radebeul und Coswig führt und die Gewerbegebiete von Naundorf und an der Grenzstraße verbindet, ist so ein neuralgischer Punkt. Seit 2002 wird hier geplant. Damals bei der großen Elbeflut mussten sowohl Radebeul als auch Coswig erkennen, dass die elbnahen Strecken blockiert waren.

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Um eine hochwassersichere, schrankenlose Verbindung zu schaffen, beschloss der Radebeuler Stadtrat 2007, den Bau einer Eisenbahnbrücke voranzutreiben. Der Coswiger Stadtrat schloss sich dem an. Nun, 14 Jahre später, soll es endlich losgehen. Seit Ende April ist die Ausschreibung für die Arbeiten veröffentlicht, hatte unlängst die für Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen zuständige Pressestelle der Deutschen Bahn mitgeteilt. Die Vergabe der Bauleistungen erfolge bis spätestens Dezember 2021, hieß es aus Leipzig. Die Planfeststellung, also das amtliche Okay für den Bau, liegt seit vorigem Jahr vor.

Für die eigentliche Brücke ist die Bahn verantwortlich. Für die Zubringerstraße sind es Radebeul, Coswig und anteilig auch der Kreis Meißen. Baustart für die Brücke, so Wendsche, soll im nächsten Jahr sein. Ein gewaltiger Bogen muss das werden, schließlich sind einmal drei und einmal zwei Gleise zu überqueren.

Die Brücke ist Bestandteil der neuen, 587 Meter langen Verbindungsstraße zwischen der S 82/Meißner Straße und der Kreuzung Friedrich-List-Straße. Sie ist 126 Meter lang und insgesamt 11,85 Meter breit. Dabei beträgt die Fahrbahnbreite 7,5 Meter, einschließlich beidseitigem Schutzstreifen für Radfahrer.

Ursprünglich waren für alles - Zufahrt und Brücke - rund sechs Millionen Euro veranschlagt worden. Das ist inzwischen längst überholt. Aktuell plant die Deutsche Bahn für die Brücke mit 12,4 Millionen Euro. Für die Zufahrt, die Radebeul und Coswig gemeinsam bewältigen werden, sind rund drei Millionen Euro vorgesehen. Das alles zum heutigen Zeitpunkt, so Wendsche, zu dem gerade die Baupreise explodieren.

Die Voraussetzungen auf den Flächen zwischen der Meißner Straße und dem dort geplanten Kreisverkehr am Abzweig zwischen Mega-Drome und dem Coswiger Plattenbaugebiet Dresdner Straße und den Bahngleisen sind geschaffen. Die Grundstücke sind erworben - zusammen rund 55.000 Quadratmeter, die allesamt fast eine Million Euro gekostet haben.

Für den Kreis Meißen ist das gesamte Vorhaben nicht nur wegen der Hochwassersicherheit interessant. Wenn es einen Fahrweg, frei von Hindernissen, über die Gleise gibt, wird das die unkomplizierteste Verbindung von Coswig, Weinböhla und der Oberland-Staatsstraße 81 zur neuen Elbtalstraße S 84 und sogar weiter zur Autobahn sein. Lastwagen müssen sich dann nicht mehr umständlich durch Radebeuls Ortskerne Serkowitz, Kötzschenbroda und Naundorf quälen.

Auch Coswigs Wohngebiete werden entlastet und von der S 84 kommen die Meißner ebenfalls direkt in die großen Gewerbegebiete von Coswig und Radebeul und umgekehrt. Den Bau der Elbtalstraße fortzusetzen, war seitens der Baubehörde erst kürzlich verkündet worden.

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Neben dem künftigen Bauplatz an der Stadtgrenze zu Coswig haben sich Hänsel und Wendsche die Bauabschnitte Meißner Straße angeschaut - den voriges Jahr fertiggestellten in Mitte und den geplanten in Radebeul-Ost. Hier ist der Kreis auch am Betrieb der Straßenbahnlinie 4 beteiligt.

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