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Neues Objektiv für Sternwarten-Fernrohr

Von Radebeul aus können die Sterne und Planeten wesentlich kontrastreicher beobachtet werden als bisher - wenn wieder offen ist.

Sternwartenleiter Ulf Peschel fährt die Kuppel probeweise auf. Das derzeit klare Wetter eignet sich gut für Beobachtungen.
Sternwartenleiter Ulf Peschel fährt die Kuppel probeweise auf. Das derzeit klare Wetter eignet sich gut für Beobachtungen. © Arvid Müller

Radebeul. Normalerweise hätte Radebeuls Sternwartenleiter Ulf Peschel jetzt die Hütte rappelvoll. „In der Winterferienzeit und im Februar überhaupt sind unsere Veranstaltungen immer ausverkauft. Kinder, die zu Hause sind, kommen auch mit den Großeltern. Eigentlich eine gute Zeit. Eigentlich“, sagt Peschel. Der Sternwartenverantwortliche und der Astroclub bereiten sich jedoch schon ordentlich auf die Monate vor, in denen wieder Besucher unter der Kuppel in der Warte Auf den Ebenbergen reindürfen.

Ein freudiges Ereignis in diesem Monat wird die Vorfreude mit steigern. Am 1. Februar hat der große, historische Refraktor der Sternwarte ein neues Objektiv bekommen. Die alte Optik war seit 1969 ununterbrochen im Einsatz, und nach all den Jahren hatten Feuchtigkeit und Staub ihre sichtbaren Spuren hinterlassen.

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Das Fernrohr selbst ist von der Firma Carl Zeiss Jena vor gut 50 Jahren installiert worden. Es sei ein sehr robustes und mechanisch hochwertiges Gerät, welches sich gut weiterhin verwenden lässt, sagt der Sternwartenleiter.

So sieht ein Objektiv am Fernrohr aus - das alte als dem Jahr 1969 (Foto) wurde gewechselt.
So sieht ein Objektiv am Fernrohr aus - das alte als dem Jahr 1969 (Foto) wurde gewechselt. © Arvid Müller

Im letzten Jahr wurde die Herstellung einer neuen Frontlinse durch die Stadt Radebeul in Angriff genommen. Das neue Objektiv ist eigens von einer Dresdner Firma für das Radebeuler Teleskop angefertigt worden. Das Spezialglas dafür stammt aus Japan und die Verantwortung für die Gesamtherstellung lag bei einer optischen Firma aus Dresden (BelOptik).

Ulf Peschel erläutert den Fortschritt mit dem neuen Objektiv: Das bisherige bestand aus zwei Linsen. Bei zwei Linsen kommt es immer zu einem Farbfehler, der sich zeigt, indem sich um das beobachtete Objekt zumeist ein blauer Ring bildet. Das neue Objektiv hat drei Linsen, welche diesen Längsfehler ausgleichen. Das Ergebnis, so Peschel, ist eine wesentlich kontrastreichere und hellere Sicht auf die Planeten und Sterne. Wenn es wieder erlaubt sei, Gäste in der Sternwarte zu empfangen, kann das auch ausprobiert werden. Der Sternwartenleiter: „Wir haben Adapter, um einen Fotoapparat und sogar auch Handys ans Fernrohr anzuschließen. Dann kann auch jeder sein eigenes Foto schießen.“

Freitags ist Himmelsbeobachtung

Sobald die Sternwarte für den Besucherverkehr wieder geöffnet sein wird, steht das Fernrohr mit seinem neuen Objektiv den Radebeulern und Gästen der Stadt bei den Himmelsbeobachtungen jeden Freitag wieder zur Verfügung, heißt es auch von der Stadtverwaltung.

Die Vorbereitungen dafür laufen gerade. Am liebsten würden die Sternwartenorganisatoren schon im April wieder mit Himmelsbeobachtungen beginnen. Besonders beliebt ist unter der Kuppel eine Veranstaltung mit einem Symphoniekonzert unter den Sternen. Ulf Peschel nennt den Höhepunkt aus dem vergangenen Jahr - die innerhalb der von der Stadt angeregten Reihe LebensArt stattgefundene „Traumfabrik“ in der Sternwarte. Im Juni soll es dieses Programm mit Musik, Wein - die Sternwarte liegt direkt oberhalb des Weinguts Wackerbarth - und Sommerkino erneut geben. Blues-Sänger und Pianisten aus Berlin sind eingeladen. Der Liedermacher, Schauspieler und Märchenerzähler Maxim Vaga will kommen und auch das Duo „Weinberg Streun“ mit Bassklarinette und afrikanischen Instrumenten. Ulf Peschel: „Wenn wir das wieder hinkriegen und uns nicht Corona einen Strich durch die Rechnung macht, wäre das eine ganz tolle Sache.“

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Das zumeist bedeckte Wetter der letzten Woche ließ bislang noch keine Tests des neuen Objektivs zu. Das hat sich in den letzten Tagen geändert. Ulf Peschel: „Wir haben jetzt auch eine etwas längere Brennweite gewählt, um eben auch Kameras besser anschließen zu können. Wir erhoffen uns super Bilder.“ Die besucherleere Zeit wird trotzdem genutzt. Die Mechanik des Fernrohrs wird insgesamt gepflegt - Schienen und Lager geschmiert. Damit zum Neustart alles reibungslos verläuft.

Der Astroclub hofft, die Sternwarte bald wieder nutzen zu können.
Der Astroclub hofft, die Sternwarte bald wieder nutzen zu können. © Arvid Müller

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