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Noch Chancen auf einen Friseurtermin

Wie Salons im Elbland den Neustart am 1. März vorbereiten und was sich an den Preisen verändert hat.

Einfach anstellen und drankommen, das gibt es nicht mehr im Herrensalon in Altkötzschenbroda.
Einfach anstellen und drankommen, das gibt es nicht mehr im Herrensalon in Altkötzschenbroda. © Norbert Millauer

Landkreis. Hoffentlich steigt nicht der Inzidenzwert wieder. Die Sorge der Chefin der Friseurgenossenschaft Charmant, Ute Schrader-Bölsche, schwebt in der Luft. Doch vorerst gilt: Ab 1. März - genau in einer Woche - dürfen die Friseure auch von Radebeul über Meißen und bis Riesa und Großenhain wieder öffnen. Alle, denen nicht jemand aus der Familie die Matte kürzen konnte, hoffen jetzt auf einen Friseurtermin. Vorab: Es gibt noch Chancen. Und so unterschiedlich bereiten sich die Salonbetreiber in Radebeul, Coswig, Weinböhla und Meißen gerade darauf vor.

Zur Genossenschaft Charmant gehören 70 Mitarbeiter in 17 Salons in Radebeul, Cossebaude, Boxdorf und Moritzburg. Derzeit sind noch alle in Kurzarbeit, sagt Ute Schrader-Bölsche. Am 25. und 26 Februar sollen die Mitarbeiter zum Telefondienst bereit sein. Dann würden den ganzen Tag über Terminanmeldungen angenommen.

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Wie vor der Schließzeit müsse der Kunde mit Mund-Nasen-Schutz kommen. Es wäre hilfreich, wenn mancher sein privates Handtuch mitbringen würde, sagt die Chefin. Weil die Waschmaschinen und Trockner nur schwer nachkommen. Jedes Handtuch darf ja nur einmal benutzt werden. Neu ist auch, dass sich die Friseurinnen einmal je Woche auf Corona testen müssen. „Wir haben eine Kollegin extra zum DRK-Lehrgang geschickt, die den Test dann bei allen vornehmen soll“, so Schrader-Bölsche. Wenn diese Tests nicht kostenlos für die Friseure zur Verfügung gestellt werden, dann müsse dies auf den Preis umgeschlagen werden. Gerade bestellte Tests für zwei Wochen machen für die Genossenschaft bereits eine vierstellige Summe aus.

Preise steigen um etwa drei Prozent

Die Preise haben sich bei der Genossenschaft auch insgesamt verändert - im Schnitt um drei Prozent nach oben, wegen der höheren Aufwendungen für etwa Shampoo und gestiegenem Mindestlohn. Außerdem werde ein Hygieneaufschlag von 2,50 Euro verlangt.

Neu ist bei allen Friseuren auch, dass es - wie im Herrensalon in Altkötzschenbroda - keinen Schnitt mehr ohne Termin gibt. Um den Ansturm zu bewältigen, sollen die Öffnungszeiten leicht verlängert werden.

In Radebeul-Ost, beim Friseur Kluge, kann man wochentags von 13 bis 17 Uhr anrufen und nach einem Termin fragen. Auch per E-Mail sei die Nachfrage möglich, aber erst ab 1. März. Susann Kluge: „Allerdings sind wir für vier Wochen fast schon voll.“ Der Gerechtigkeit halber habe man die Kunden in chronologischer Reihenfolge vom Dezember angerufen und ins Buchungssystem genommen.

Bei Kluges können mit den acht Friseurinnen 14 Personen zugleich in den Räumen sein - auf zehn Quadratmetern darf sich laut Hygienevorschrift nur eine Person aufhalten. Die Preise sollen so wie im ersten Lockdown von 2020 bleiben. Möglicherweise werde es einen Zuschlag für die Testkosten der Mitarbeiten geben. Die Öffnungszeit soll von 8 bis 20 Uhr (bisher 10 bis 20 Uhr) verlängert werden. Zusätzlich werde samstags vorerst über acht Wochen geöffnet.

Termine am Telefon

Im Salon Gabi in Radeburg und Ebersbach bereiten sich acht Mitarbeiter von Gabi Richter auf den Neustart vor. „Wir sind derzeit alle am Telefonieren“, sagt die Inhaberin. Montag bis Freitag von 12 bis 15 Uhr würden Termine telefonisch angenommen. Für den März gebe es noch Restzeiten. Die Preise sollen unverändert bleiben. Für den Test der Mitarbeiter werde vorerst kein Aufschlag verlangt, sagt Gabi Richter. Die Öffnungszeiten sollen in beiden Salons von 8 bis 19 Uhr sein. Auf jeweils 80 Quadratmetern sei genügend Platz, um die Hygienevorschriften einzuhalten, sagt die Chefin.

Vorbereiten für den großen Ansturm: Friseurin Kerstin Weidenhammer (l.) und Friseurmeisterin und Filialleiterin Andrea Sang (r.) reinigen bei der Helena Friseur und Kosmetik GmbH in der Hauptstraße 18 in Coswig die Haartrockenhauben.
Vorbereiten für den großen Ansturm: Friseurin Kerstin Weidenhammer (l.) und Friseurmeisterin und Filialleiterin Andrea Sang (r.) reinigen bei der Helena Friseur und Kosmetik GmbH in der Hauptstraße 18 in Coswig die Haartrockenhauben. © Norbert Millauer

Fünf Salons mit 54 Mitarbeitern betreibt die Helena Friseur und Kosmetik GmbH in Weinböhla und Coswig. „Wir rufen unsere Kunden an. Die Kontaktdaten sind ja seit dem letzten Lockdown vorhanden“, sagt Geschäftsführerin Eva Nepp. Mit je 100 Quadratmetern sei in den Salons ausreichend Platz, um die Kunden hygienegerecht bedienen zu können. Die Stammpreise sollen gleich bleiben wie bisher. Ob allerdings die Kosten für die Tests obendrauf kommen, hänge davon ab, ob diese vom Land bezahlt würden. Für den ersten Schnitt nach der Schließzeit solle allerdings ein Mehraufwandszuschlag berechnet werden. Bei einem Herrenhaarschnitt zum Beispiel vier Euro, sodass dieser insgesamt 26 Euro kostet. Geöffnet werde von 7 bis 20 Uhr, samstags jetzt verlängert 7 bis 15 Uhr, bisher bis 13 Uhr.

Der Salon von Murmel Creation in der Neugasse in Meißen nimmt derzeit von Montag bis Freitag, 11 bis 15 Uhr, Terminnachfragen an. Auch per E-Mail sei das möglich. Allerdings seien die ersten zwei Märzwochen schon kräftig gebucht, sagt Inhaberin Anja Birndt. Sechs Mitarbeiter auf 160 Quadratmetern haben ausreichend Platz. Für einen Haarschnitt wird ein Mehraufwand für Hygiene von 2,50 Euro verlangt, sodass ein Herrenschnitt 25,50 Euro kostet, sagt Birndt. Geöffnet werde von 8 bis 18 Uhr sein. Den Mitarbeitern solle freigestellt werden, länger zu arbeiten, sagt die Inhaberin.

In der Meißner Haarschneiderei Kotzur in der Nossener Straße gibt es am Telefon die Ansage, dass am 24. Februar von 8 bis 12 Uhr und 16 bis 18 Uhr Termine noch einmal telefonisch vergeben werden. Bereits in den letzten Tagen seien viele Kunden mit ihrem Termin eingetragen worden, teilt die Inhaberin Sandra Kotzur mit. Ab 1. März ist die Mannschaft des Salons mit voller Kraft einsatzbereit.

Das gilt beim Friseur

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  • Reservierungspflicht gilt, ohne Termin kommt keiner dran.
  • Hände desinfizieren nach dem Betreten des Salons, ist Vorschrift.
  • Eine medizinische Maske muss getragen werden, wie auch beim Einkaufen.
  • Abstand zwischen den Friseurstühlen soll mindestens 1,50 Meter sein.
  • Zehn Quadratmeter Platz je Person - Mitarbeiter und Kunden - soll in jedem Salon zur Verfügung stehen.
  • Gelüftet werden soll alle 20 Minuten.
  • Kontaktdaten müssen die Kunden zur Nachverfolgung hinterlassen.
  • Bezahlt werden sollte möglichst kontaktlos mit EC-Karte. Quelle: Corona-Vorschrift

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