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Offen sein für andere? – Geht doch!

Die Interkulturellen Wochen im Kreis bieten 26 Veranstaltungen für mehr Miteinander zwischen Coswig, Großenhain, Meißen, Radebeul und Riesa.

2020 wurden beim 1. Meißner Firmenstaffellauf im Rahmen der Interkulturellen Wochen 2.520,57 Euro erlaufen. Einer der Spendenempfänger war der Riesaer Verein Sprungbrett (Foto). In diesem Jahr findet der Lauf am 17. September wiederum in Meißen statt.
2020 wurden beim 1. Meißner Firmenstaffellauf im Rahmen der Interkulturellen Wochen 2.520,57 Euro erlaufen. Einer der Spendenempfänger war der Riesaer Verein Sprungbrett (Foto). In diesem Jahr findet der Lauf am 17. September wiederum in Meißen statt. © Foto: Falk Terrey, PIXLEY

Es wächst, zwar langsam, aber es wächst“, sagt Felix Kim. Er arbeitet bei der Diakonie Meißen in der Migrationsberatung und ist für die Öffentlichkeitsarbeit zuständig, und er ist Organisator der Interkulturellen Wochen, die im Landkreis Meißen mittlerweile zum sechsten Mal stattfinden. Darauf beziehen sich seine Worte, denn auch in diesem Jahr gibt es wieder einen stabilen Pool an Initiativen, Institutionen und Vereinen, die die Veranstaltungsreihe tragen – insgesamt machen sie 26 Angebote. Sie reichen von Ausstellungen und Buchvorstellungen über Diskussionsabende, Exkursionen und Kinofilme bis hin zu Konzerten und dem traditionellen „Fest der Vielfalt“ zum Abschluss am Freitag, dem 1. Oktober in Coswig.

Das diesjährige Motto der Interkulturellen Wochen, die am Sonntag beginnen, lautet „#OffenGeht“. Landrat Ralf Hänsel, neben dem Superintendenten Andreas Beuchel Schirmherr der Veranstaltungsreihe, interpretiert es so: „Dass nach dem Lockdown das öffentliche Leben zurückkehrt, Kultureinrichtungen, Restaurants, Läden und vor allem Schulen und Kindertagesstätten wieder offen sind.“ Damit wachse die Zuversicht, dass alle Veranstaltungen wie geplant durchgeführt werden können.

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„Es geht darum, Möglichkeiten für niederschwellige Begegnungen zu schaffen. Viele Bürger sagen, dass sie eigentlich noch nie einen Menschen mit Migrationsgeschichte kennengelernt haben und das trotz der großen Zuwanderung 2015/16“, erklärt Gabriele Fänder. Sie ist beim Landkreis die Beauftragte für Gleichstellung, Migration und Integration. Und dann macht sie auf eine Veranstaltung am 17. September im Radebeuler Wasapark aufmerksam, die das erstmals beteiligte Kinder- und Jugendzentrum „Kolibri“ veranstaltet. Da geht es um das Thema Ehrenamt. Gabriele Fänder: „Im ganzen Landkreis gibt es ehrenamtliche Partnerschaften von Bürgern mit Menschen mit Migrationshintergrund. Generell ist das Zusammenleben ohne Ehrenamt nicht möglich.“

Ziel der Interkulturellen Wochen ist es auch, den Zusammenhalt in der Gesellschaft – die immer egoistischer werde, so Gabriele Fänder – zu stärken. Das Motto „#OffenGeht“ ist auch gegen den Hass und die Hetze, insbesondere in den sozialen Medien, gesetzt, sagt Felix Kim. Landrat Ralf Hänsel verweist auf den 26. September, den Tag der Bundestagswahl: „Ich hoffe sehr, dass unser Parlament der Garant für demokratische Grundwerte und eine offene, solidarische Gesellschaft bleibt, in der Antisemitismus, Rassismus und jede Form der gruppenbezogenen Menschenfeindlichkeit keinen Platz haben.“

Zu den niederschwelligen Angeboten der Interkulturellen Wochen zählen die Führungen im Hafen Riesa, die es u. a. Migranten ermöglichen, einmal ein deutsches Unternehmen, das international ausgerichtet ist, kennenzulernen. Am 20. September spielt die Banda Internationale auf dem Bahnhofsvorplatz in Radebeul-Ost, dabei stellen sich auch die Bandmitglieder mit ihren Lebensgeschichten vor. In der Großenhainer Marienkirche gibt es nicht nur eine Ausstellung zur Geschichte der sowjetischen und deutschen Juden im 20. Jahrhundert, sondern auch einen Filmabend zum Thema mit Diskussion.

Einer der Höhepunkte, zu dem sich auch die beiden Schirmherren angesagt haben, ist ohne Zweifel der Diskussionsabend am 25. September in der Meißner Frauenkirche. Dort wir Gerald Knaus, einer der international einflussreichsten Migrationsforscher, der u. a. das Flüchtlingsabkommen mit der Türkei ausgearbeitet hat, mit dem Publikum zur Genfer Flüchtlingskonvention und die Werte in unserer Gesellschaft ins Gespräch kommen.

https://www.diakonie-meissen.de, www.interkulturellewoche.de

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