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Platz für Netto, Bosch und Rahn

Versorgung, Schule und Wohnen - auf diesen drei Feldern stellte der Gemeinderat Weinböhla die Weichen für neue Entwicklungen.

Visualisierung der geplanten Wohnsiedlung mit Mehrfamilienhäusern der Firma Bosch An den Obstwiesen. Erfahrungsgemäß wird etwa ein Drittel der Wohnungen von Werksmitarbeitern belegt, zwei Drittel kommen auf den freien Markt.
Visualisierung der geplanten Wohnsiedlung mit Mehrfamilienhäusern der Firma Bosch An den Obstwiesen. Erfahrungsgemäß wird etwa ein Drittel der Wohnungen von Werksmitarbeitern belegt, zwei Drittel kommen auf den freien Markt. © SESA Architekten

Der Gemeinderat musste sich auf seiner Juni-Sitzung mit Projekten auseinandersetzen, die Weinböhla mittelfristig prägen werden - ein Überblick.

Land für Eidechsen und Einkaufen

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Weinböhla. Dass der Netto-Einkaufsmarkt an der Moritzburger Straße im Weinböhlaer Oberdorf verschwinden wird, ist allgemein bekannt. Als Ersatz soll ein neuer Markt an der Forststraße gebaut werden (SZ berichtete). Dafür laufen seit geraumer Zeit die verschiedensten Vorarbeiten. Eine weitere erledigte der Weinböhlaer Gemeinderat auf seiner Sitzung am 16. Juni. Er stimmte dem Verkauf der gemeindeeigenen Flurstücke 3421 (1.069 m²) und 3423/4 (3.440 m²) zu. Diese werden einerseits benötigt, um eine Zufahrt zum neuen Markt bauen zu können. Andererseits, um Eidechsen, die jetzt auf dem künftigen Baufeld leben, umzusiedeln.

Durch den Gutachterausschuss des Landkreises Meißen wurde für die beiden Flurstücke ein Mindestverkaufspreis von 50.500 Euro ermittelt. Thomas Grimmer, der den neuen Netto-Markt bauen will, legte mit 51.600 Euro das beste Angebot vor und erhielt den Zuschlag.

Land für Häuser und Parkplätze

Der Eletronikkonzern Bosch, der kürzlich in Dresden in der Nähe des Flughafens seine eine Milliarde teure Chipfabrik eingeweiht hat, kümmert sich langfristig um Wohnungen für seine Mitarbeiter. So ist auch die sogenannte Bosch-Siedlung in Weinböhla geplant worden. Der Bebauungsplan „Wohnbebauung An den Obstwiesen/Blumenstraße“ aus dem Jahr 2018 soll nun in seinem Geltungsbereich erweitert werden. Und zwar „um Flächen entlang der südlichen Verlängerung der Blumenstraße und deren angrenzenden Grundstücke sowie um östliche Flächen samt Zuwegung“. Damit umfasst der Geltungsbereich nun die Flurstücke 199/3, 200/2, 200/3, 200/4, 201, 202, 203, 204, 265/1, 265/3, 265/4, 266/3, 266/4, 266/5 sowie Teilflächen der Flurstücke 197/5 (An den Obstwiesen) und 264 (Blumenstraße) der Gemarkung Weinböhla. Insgesamt geht es somit um ein Areal von ca. 2,8 ha, Größe, heißt es in der Beschlussvorlage für den Gemeinderat.

Neben den bislang bis zu neun Mehrfamilienhäusern sollen weitere acht bis zehn Einfamilienhäuser auf dem Areal gebaut werden. Die Erschließung soll über die im Plangebiet befindlichen Straße An den Obstwiesen und den geplanten Durchstich der Blumenstraße erfolgen. Außerdem soll ein Parkplatz für die derzeitigen Anlieger entstehen. „Von einem wüsten Hype“, sprach Peter Arndt von der Bürgerinitiative Weinböhla, alle Flächen würden zugebaut. Uta Kunze (SPD) entgegnete, dass derzeit über große Bauvorhaben diskutiert werde, aber der gültige Flächennutzungsplan für Weinböhla keinen riesigen Zuwachs mehr hergebe. Bürgermeister Siegfried Zenker verwies abermals darauf, dass Weinböhla eine höhere Sterbe- als Geburtenrate habe und dringend auf Zuzug von vor allem jungen Familien angewiesen sei. Falle man unter die 10.000-Einwohner-Grenze gebe es in Zukunft bedeutend weniger Geld vom Land, erklärte er: „Wir wollen standhalten und nicht wachsen.“ Der Gemeinderat nahm den Perspektivbeschluss der Verwaltung bei drei Gegenstimmen an.

Land für Kinder und Schüler

Ein anderer Perspektivbeschluss des Gemeinderates soll mögliche Erweiterungen der Grundschule und des im Bau befindlichen Freien Gymnasiums an der Köhlerstraße absichern. Die Grundschule, schon jetzt diejenige mit den meisten Schüler im Bereich des Dresdner Schulamtes, möchte auf mögliche Erweiterungen des Schulhauses wie des Hortes vorbereitet sein, weshalb zwei anliegende Grundstücke dafür reserviert werden sollen.

Was das Gymnasium an der Köhlerstraße 53 betrifft, so sollen sechs zusätzliche Flurstücke gesichert werden. „Der Träger des Gymnasiums, Rahn Education, avisiert perspektivisch neben dem Gymnasium bei Bedarf auch eine berufsbildende Schule bzw. eine Kindertagesstätte.“

Der Gemeinderat stimmte dafür, dass dem Landratsamt die Projekte vorgestellt und um Zustimmung dafür gebeten wird.

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