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Platz schaffen fürs Moritzburger Feuerwehrhaus

Im Oktober soll die leerstehende frühere Mittelschule abgerissen werden. Damit rückt der Bau der neuen Feuer- und Rettungswache näher. Vorher müssen aber noch die Bewohner umziehen.

Die alte Moritzburger Mittelschule soll im nächsten Monat abgerissen werden.
Die alte Moritzburger Mittelschule soll im nächsten Monat abgerissen werden. © Arvid Müller

Über das neue Moritzburger Feuerwehrgerätehauses wurde in den Gremien der Gemeinde lange und auch kontrovers diskutiert. Zuletzt vor allem wegen der Verkehrsprobleme, die aus Sicht mancher Bürger und auch Gemeinderäte der gewählte Standort mit sich bringt.In der jüngsten Sitzung des Technischen Ausschusses des Gemeinderats wurde dem Bauantrag indes mehrheitlich zugestimmt. In diesem geht es neben dem Neubau eines Feuerwehrgerätehauses und einer angeschlossenen Rettungswache auch um Unterrichtsräume für die benachbarte Grundschule, die in das Feuerwehrhaus mit integriert werden sollen.

Entstehen wird der Komplex auf dem Gelände der alten Mittelschule. Diese muss zuvor abgerissen werden. Bereits im Winter hatte die Feuerwehr Büsche und auch einige Bäume entfernt und dabei gleich den Gebrauch von Kettensägen geübt. Inzwischen ist der Abriss ausgeschrieben. Am Monatsende soll der Gemeinderat über die Vergabe entscheiden. Wie Bürgermeister Jörg Hänisch (parteilos) sagt, haben fünf Firmen Interesse an dem Auftrag gezeigt. Mitte Oktober, so der Plan, soll der Abriss beginnen.

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Zuvor gibt es aber noch zwei wichtige Termine. Ende September sollen zunächst die tierischen Bewohner des eigentlich leerstehenden Hauses dazu gebracht werden, dieses zu verlassen. In den vergangenen Wochen wurden im Umkreis der alten Schule bereits zahlreiche neue Behausungen von den Mitarbeitern des Sachgebiets Technische Dienste der Gemeinde angebracht. Unter anderem auch am Standort des jetzigen Gerätehauses. Gedacht sind sie für Mauersegler, Sperlinge und vor allem Fledermäuse. Einige der Unterkünfte sind sogar schon bewohnt.

Bevor die Schule abgerissen werden kann, müssen die jetzigen Bewohner in neue Quartiere umziehen. Vor allem Fledermäuse.
Bevor die Schule abgerissen werden kann, müssen die jetzigen Bewohner in neue Quartiere umziehen. Vor allem Fledermäuse. © ZB

Nach dem Auszug der Tiere, der von einen Fachmann überwacht wird, der auch untersucht hatte, welche Arten die alte Schule als Quartier nutzen, will kurz vor dem Abriss noch das THW anrücken. Die Helfer wollen das Gebäude für eine Übung nutzen. Ursprünglich, so der Bürgermeister, sei diese noch größer geplant gewesen. „Nun findet sie aber in einem kleineren Rahmen statt“, so Jörg Hänisch. Das DRK ist daher nicht mehr mit von der Partie.

Aktuell belaufen sich die Kostenberechnungen für das Feuerwehrgerätehaus auf rund 4,3 Millionen Euro, plus 780.000 Euro für die Planung. Hinzu kommen knapp 1,4 Millionen für den Schulteil, zuzüglich 240.000 Planungskosten.

Der Landkreis Meißen, der die Rettungswache nach der Fertigstellung übernimmt, geht dafür von Kosten in Höhe von 1,6 Millionen Euro aus. Davon entfallen 1,41 Millionen Euro auf die Baukosten und rund 190.000 Euro auf den Grunderwerb. Zugrundegelegt wurden dafür Kosten für den Neubau von Rettungswachen in der Vergangenheit unter Berücksichtigung der aktuellen Baupreisentwicklung. Derzeit unterhält der Landkreis Meißen als Träger des Rettungsdienstes zur Erfüllung seiner Aufgaben bereits eine Rettungswache auf der Schlossallee in Moritzburg.

Seit 2009 ist diese als Außenstelle der Einrichtung in Radebeul für das Moritzburger Gemeindegebiet sowie die Radeburger Ortsteile Volkersdorf, Bärnsdorf, Cunnertswalde, Berbisdorf, Bärwalde und Ziegelei zuständig. Außerdem umfasst der Versorgungsbereich die Ortsteile Neuer Anbau (Weinböhla) und Naunhof (Ebersbach). Da die aktuell betriebenen Wachräume und die Unterbringung des Fahrzeuges nicht mehr den zeitgemäßen Anforderungen entsprechen und eine Erweiterung am Standort aus Platzgründen nicht möglich ist, wurde vom Kreistag der Neubau beschlossen.

Moritzburgs Bürgermeister rechnet damit, dass Baubeginn für den gesamten Komplex am Standort der alten Mittelschule im nächsten Jahr ist.

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